Wie weit darf Sicherheit gehen?

“England demonstriert, dass es immer noch schlimmer geht: jetzt dürfen Eltern nicht mehr mit ihren Kindern auf den Spielplatz, außer sie durchlaufen ‘criminal background checks’”, empört sich ein StudiVZler und stellt fest: “(…) die Engländer spinnen doch!”… Stein des Anstoßes ist ein Artikel von Tom Whitehead im Telegraph mit dem

“England demonstriert, dass es immer noch schlimmer geht: jetzt dürfen Eltern nicht mehr mit ihren Kindern auf den Spielplatz, außer sie durchlaufen ‘criminal background checks’”, empört sich ein StudiVZler und stellt fest: “(…) die Engländer spinnen doch!”…

Stein des Anstoßes ist ein Artikel von Tom Whitehead im Telegraph mit dem Titel “Council bans parents from play areas“. Demnach dürfen derzeit nur noch diejenigen Kinder beaufsichtigen, die im wahrsten Sinne des Wortes auf Herz und Nieren “geprüft” wurden. Ort des Geschehens ist Watford. Eine kleine Stadt in der Grafschaft Hertfordshire. Dort stehen die Eltern – auf Wunsch des Stadtrates – nun am Gartenzaun während ihr Nachwuchs auf den zwei betroffenen Abenteuer-Spielplätzen ganz professionell von zwei städitschen Aufsehern beäugt wird.

Doch von einem beruhigenden Gefühl unter den Erwachsenen ist keine Spur. Die Eltern fühlen sich als potentielle Pädophile abgestempelt. Sie fragen: Wie weit darf Sicherheit gehen ohne noch mehr Sorgen und Ängste zu schüren? Kann Schutz so funktionieren? Sicher nicht, da sind sie sich weitestegehend einig. Als Scham und Schande wird das Handeln von vielen Betroffenen empfunden. Als Witz bezeichnen es die anderen. Die Bürgermeisterin Dorothy Thornhill sieht das jedoch ganz anders: “Leider kann man im heutigen Klima keine Erwachsenen ungeprüft auf einem Kinderspielplatz herumlaufen lassen”, verteidigt sie die Maßnahme. Die Abenteuerspielplätze seien schließlich “keine Treffpunkte für Erwachsene”. Es gebe schließlich auch andere Plätze in der Stadt, wo Eltern mit kleinen Kindern hingehen könnten.

Zurück zu führen ist das Vorgehen in Watford auf ein neues Gesetz, das die Überprüfung von rund elf Millionen Briten, die freiwillig oder beruflich mit Kindern zu tun haben, vorsieht. Sie müssen sich registrieren und checken lassen, um mögliche Pädophile frühzeitig zu entlarven.

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