Ministeramtskarussell für Tigerenten

Einige Wochen nach der Bundestagswahl erzielte Schwarz-Gelb eine Einigung in der Frage der Ministerpostenbesetzung. Hier kurz die wichtigsten Veränderungen: Wolfgang Schäuble: das frisch gemalte Feindbild (nahezu) aller Studenten, Datenfreiheitsaktivisten und, in vernünftigem Maße Unbesorgten ist nun im Ansehen tief genug gesunken, um hervorragend ins Finanzministerium zu passen. Guido Westerwelle: der

Einige Wochen nach der Bundestagswahl erzielte Schwarz-Gelb eine Einigung in der Frage der Ministerpostenbesetzung. Hier kurz die wichtigsten Veränderungen:

Wolfgang Schäuble: das frisch gemalte Feindbild (nahezu) aller Studenten, Datenfreiheitsaktivisten und, in vernünftigem Maße Unbesorgten ist nun im Ansehen tief genug gesunken, um hervorragend ins Finanzministerium zu passen.

Guido Westerwelle: der bekennende Fan seiner Muttersprache (er kann aber ganz ehrlich auch supi Englisch sprechen) wird wie gewünscht neuer Außenminister und Vizekanzler (wenn Frau Merkel mal schlimm Husten hat). Mein Tipp für sein erstes Projekt: “Wir sind hier hinterm Mond, da wird Deutsch gesprochen!”

Karl-Theodor zu Guttenberg: eben erst richtig im Berufsleben angekommen und schon wieder eingezogen. Als neuer Verteidigungsminister kann er meine Hoffnungen auf eine Berufsarmee zwar auch nicht steigern, aber vielleicht lässt der adelige CSUler Deutschland am Hindukusch ja wieder etwas traditioneller mit Säbel und zu Pferd verteidigen.

Philipp Rösler: übernimmt den geklauten (und wieder aufgetauchten) Dienstwagen von Ulla Schmidt und hat mit der Schweinegrippe gleich eine harte Bewährungsprobe zu bestehen. Anstecken wird er sich in seinem neuen Umfeld ja wohl kaum.

Sabine Leutheusser-Schnarrenberger: schreibt ihren beeindruckenden Namen nach langer Pause nun wieder unter Gesetzesentwürfe aus dem Justizministerium. Hoffen wir mindestens um ihrer Sehnenscheiden willen, dass es nicht zu viele werden!

Ronald Pofalla: wird Kanzleramtsminister. Aha.

Franz Josef Jung: wurde ins Arbeitsressort strafversetzt und darf sich nun überlegen, wie er die krisengebeutelten Statistiken dieses Ministeriums medientauglich aufbohren kann.

Dann mal frohes Brote-Schmieren und auf zur Arbeit!

Kommentare

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  1. Am 3. November 2009 ist der Artikel ein paar Tage zu spät, oder? Immerhin wissen wir schon seit ein paar Tagen wer welches Ministeramt bekommen hat. Was soll das also?