Weltkulturerbe Tango

Die Unesco erklärte den Tango vor wenigen Wochen zum Weltkkulturerbe als Ausdruck eines Lebensgefühl, das bewahrenswert ist. “Der Tango ist der vertikale Ausdruck eines horizontalen Verlangens”, schrieb George Bernhard Shaw und der argentinische Tango-Komponist Enrique Santos Discépolo sagte: “Der Tango ist ein trauriger Gedanke, den man tanzen kann.”. Entstanden ist

tango.jpgDie Unesco erklärte den Tango vor wenigen Wochen zum Weltkkulturerbe als Ausdruck eines Lebensgefühl, das bewahrenswert ist.

“Der Tango ist der vertikale Ausdruck eines horizontalen Verlangens”, schrieb George Bernhard Shaw und der argentinische Tango-Komponist Enrique Santos Discépolo sagte: “Der Tango ist ein trauriger Gedanke, den man tanzen kann.”. Entstanden ist der “erotische Tanz in Moll” Ende des 19. Jahrhunderts in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires und der uruguayischen Hauptstadt Montevideo. Ursprünglich kommt der heute salonfähige Tanz aus den Slums am Rio de la Plata. Millionen Europäer flohen aus wirtschaftlichen Gründen und angelockt von der Verheißung auf ein besseres Leben in der Neuen Welt dorthin. Das Land war schon lange an Großgrundbesitzer verteilt und so landeten viele der überwiegend Spanier und Italiener, aber auch Deutschen, Polen und Russen in den Elendsquartieren von Buenos Aires. Heimweh andere Seelenqualen und der Schmelztiegel unterschiedlichster Kulturen waren das ideale Milieu für den neuen Tanz.

Tribut an veränderten Kulturbegriff

Seit sieben Jahren ist es so, dass die Unesco nicht nur Natur- und Kulturdenkmäler der Welt schützt, sondern auch immaterielles Kulturerbe. Damit zollt die Organisation dem veränderten Kulturbegriff des späten 20. Jahrhunderts Tribut. Schützenswert sind demnach seit 2003 auch Musik und Theater, Rituale und Feste, Anbaumethoden und Handwerkstechniken. Erst im letzten Jahr wurde die Unesco-Liste der 90 schützenswerten immateriellen Kulturgüter veröffentlicht. Darunter Folkloregesang, Volkstanz und Puppentheater.

Die 62 Neuzugänge, die bei der diesjährigen Sitzung der Kommission in Abu Dhabi bestimmt wurden, scheinen vor allem dem Kulturbegriff mitteleuropäischer Stadtteilfeste zu folgen. Holz- und Scherenschnitte aus China sind vertreten, der ungarische Karneval und die indonesische Batiktechnik. Der argentinische Tango steht an erster Stelle. Tango, so die Begründung der Kommission, sei der Ausdruck eines allgemeinen Lebensgefühls.

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  1. Kultur lässt sich nicht katalogisieren, erst recht nicht in ihren nicht greifbaren Ausdrucksformen. Warum nur Tango, warum nicht auch Flemanco, Walzer, Fox und
    Rock ‘n Roll? Die Auflistung aller würdigen Kulturgütern ist so lang, dass das ganze
    Verfahren keinen Sinn mehr macht. Die Unesco sollte nicht so schrecklich klug tun.