Überblick: Antisemitismus, Mauerfall, Rabin-Gedenken

Antisemitismus im 21. Jahrhundert: Was sind die bedeutensten und signifikantesten Eigenschaften der derzeitigen Angriffe gegen den Staat Israel und jüdische Gemeinden weltweit? Robert Wistrich, Direktor des Vidal Sassoon International Center for the Study of Antisemitism an der Hebräischen Universität Jerusalem stellt Schlüsseleigenschaften dieses Wandels und dieser Bedrohung heraus, welche auf

Antisemitismus im 21. Jahrhundert: Was sind die bedeutensten und signifikantesten Eigenschaften der derzeitigen Angriffe gegen den Staat Israel und jüdische Gemeinden weltweit? Robert Wistrich, Direktor des Vidal Sassoon International Center for the Study of Antisemitism an der Hebräischen Universität Jerusalem stellt Schlüsseleigenschaften dieses Wandels und dieser Bedrohung heraus, welche auf den neuen Antisemitismus beruhen, inclusive dessen Verbindung zum globalen Islamismus. Er schlägt zudem mögliche Antworten und Strategien vor, um mit dieser Bedrohung umzugehen.

Bizarres Mauerfall-Gedenken

Pünktlich zum 20 jährigen Jubiläum des Mauerfalls darf auch in den Medien der Vergleich zwischen der Berliner Mauer und der „Mauer in Palästina“ nicht fehlen. Gestern abend nach Wetten dass…?, also zur besten Sendezeit, strahlte das ZDF-Heute-Journal einen Bericht über ein bizarres Mauerprojekt des Goethe-Instituts aus mit dem Namen Mauerreise aus, welches künstlerisch gestaltete Mauern aus den Orten der Welt für eine Ausstellung nach Berlin holt, wo auch heute noch Mauern stehen. Zu diesen, so Klaus Kleber, gehörten Mauern aus „Zypern, Yemen, Palästina und Korea“. Am 9. November sollen diese wie Dominosteine in sich zusammen fallen. Es sei eine „schöne Idee und eine Gelegenheit unsere eigene Geschichte mit den Augen Anderer zu sehen“, so Kleber weiter.

Der Bericht fängt mit einer Ortsbesprechung in Südkorea an und geht weiter nach Palästina, wo die Mauer für die Palästinenserin Rana wie ein Gefängnis sei, die sie von den Dingen trennen würde, die sie liebe. „Es ist etwas, das wir nicht mögen und dem wir nicht zustimmen“, so Rana. „Unser Konzept war es, Ähnlichkeit zwischen der Mauer in Palästina und der Mauer in Berlin zu zeigen, die bereits gefallen ist“. Die Reporterin resümiert, dass Rana und ihre Freunde den Stein nach Berlin schicken, da sie sich wünschen, dass die Mauer, die sie umgibt fällt und es keine Grenzen zwischen ihren Familien mehr gäbe.

Ein Blick auf die Projektseite des Goethe-Instituts deckt auf, dass die Berichte von ZDF und Goethe-Institut sehr ähnlich sind. Nicht nur wurde das Bildmaterial des Instituts verwendet, sondern auch die politische Botschaft, die in dem Video vermittelt werden soll: Reisst die Mauer in Palästina ein. Man kann davon ausgehen, dass das ZDF keine eigene Recherche zu dem Projekt eingeleitet hat und unkritisch die verzerrten „Liebesgrüße aus Palästina“ übernahm. Doch über die Konsequenzen solch einer Forderung waren sich weder die Verantwortlichen von ZDF und Goethe-Institut bewusst.

Rabin-Gedenken

Hier ist die Wahrheit, und es gibt keine andere: Von dem Tag an dem drei Schüsse in den Rücken von Premierminister Yitzhak Rabin abgeschossen wurden, hat Israel sich in fast allen Bereichen verschlechtert.

Sie wollen Fakten? Here you go: Das Wirtschaftswachstum in der Mitte der 1990er Jahre stand während der Tage Rabins bei 6% pro Jahr. Was war es seitdem und was ist es heutzutage? Über 80 Könige, Präsidenten und Ministerpräsidenten kamen damals nach Israel für offizielle Besuche. Wie viele sind seither gekommen und wie viele kommen in diesen Tagen?

Über 200 multinationale Unternehmen (ja, wie McDonald’s) traten dem israelischen Markt zu dieser Zeit bei. Wie viele tun es heute? Der israelische Ministerpräsident besuchte Länder, die für Dutzende Jahre sich weigerten solche Besuche zu unterstützen. Dutzende von Staaten anerkannten Israel und eröffneten hier Botschaften.

Israel, erstaunlich genug, eröffnete in sieben arabischen Staaten (Tunesien, Marokko, Oman, Jordanien, Mauretanien, Katar und Dubai) Botschaften. Die Arbeitslosigkeit ging drastisch nach unten. Das Bildungs-Budget wurde verdoppelt. Neue Autobahnen wurden gepflastert, die Bauarbeiten am Cross-Israel Highway sind in Gang gekommen, und so auch der Bau des neuen Ben-Gurion International Airport. Was wollten wir mehr?

Dennoch würden einige Leute sagen, dass die Mission des verächtlichen Mörders, sein Gedächtnis sei verflucht, gelungen ist. Tatsache ist, dass der Friedensprozess mit den Palästinensern und anderen arabischen Staaten ins Stocken getreten ist, zu sterben droht, und am Rande seinen letzten Atemzug zu machen.

Hat der Mörder also gesiegt?

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  1. Die Ablehnung der Besetzung Palästinas, der von der Regierung geduldeten oder gar geförderten Siedlungspolitik in der Westbank, die Isolierung Gazas und die Mauer quer durch palästinensische Gebiete hat unmittelbar mit einem neuen Antisemitismus nichts zu tun. Natürlich versuchen die Rassisten daraus Honig zu saugen. Die radikale Abkehr von der Einigungspolitik Rabins entschuldigt das aber nicht.

    Niemand weiß, wie es weiter gehen soll. Am Ende stehen der Krieg und die Vernichtung der einen oder der anderen Seite. Warum schauen Europa, die U.S.A. und Russland nur zu?