
Kennen Sie die LOHAS? Das ist kein primitives Naturvolk aus Papua Neuguinea, sondern DIE Trend-Zielgruppe schlechthin. LOHAS steht für „Lifestyle of Health and Sustainability“. Also ein Konsumententyp, der sich an Gesundheit, Umwelt, Nachhaltigkeit, persönlicher Entwicklung und sozialer Gerechtigkeit orientiert. [1] [2] [3] (Mehr Informationen finden Sie z.B. unter www.lohas.de oder www.utopia.de.)
Mein lieber Scholli. Das ist ’ne Menge Holz! Aber schließlich steht die Klimakatastrophe vor der Tür, und deshalb muss die Welt auf Teufel komm raus gerettet werden. Dafür säuft Günter Jauch für den Regenwald auch gerne mal ein paar Kisten Krombacher. Und Frank Asbeck, der Chef der Bonner Solarworld AG, fährt seinen 300 PS starken Maserati aus Energiespargründen nur noch, wenn die Sonne scheint. [1] [2] [3]
Video ab 4:40 Min.
Denn das Credo der LOHAS lautet: Hedonismus und erantwortungsvoller Konsum dürfen sich nicht ausschließen. Ich habe ja lange Zeit nicht daran geglaubt, dass es mit unserem Planeten tatsächlich bergab geht. Erst als ich vor einigen Monaten in dem renommierten Wissenschafts-Magazin BILD gelesen habe: „Geheimer Klima-Bericht – wir haben nur noch 13 Jahre!“, war ich überzeugt: An der Sache muss etwas dran sein. Die größten Klima-Sünder sind übrigens USA, Japan und Frankreich. Länder wie Nordkorea, Simbabwe oder der Iran dagegen schneiden in der CO2-Bilanz wesentlich besser ab. Stellt sich die prekäre Frage: Dürfen Diktatoren das Klima retten? Sind Robert Mugabe, Mahmud Ahmadinedschad und Kim Jong-il vielleicht sogar heimliche LOHAS?
Angefangen hat die Öko-Bewegung vor etwa 30 Jahren. Zu der Zeit prognostizierten viele Fachleute panisch eine bevorstehende Eiszeit, weil die Temperaturen kontinuierlich nach unten ging. Als jedoch in den 70ern die hochtoupierten Frisuren in Mode kamen, änderte sich schlagartig das Weltklima. Alleine der Haarsprayverbrauch meiner Mutter ließ die Globaltemperatur innerhalb weniger Monate um 2,5 Grad nach oben schnellen. Und obwohl sie kurz danach auf einen CO2-neutralen Kurzhaarschnitt umstieg, hatte sie damit wohl eine andere tödliche Spirale in Gang gesetzt. Denn seitdem wird’s immer wärmer. Und die hohen Temperaturen steigen uns mehr und mehr zu Kopf. Mein Nachbar (auch ein bekennender LOHAS) lässt sogar nachts sein Eisfach offen, um die Erderwärmung aufzuhalten. Anfangs liefen ökologisch orientierte Menschen noch mit kratzigen Juteklamotten, fettigen Haaren und verbissenen Gesichtern herum und wurden von älteren Mitbürgern mit: „Geh doch rüber!“ angepflaumt. Heute tragen die belächelten „Müslifresser“ von einst kinderarbeitfreie Designeranzüge und fahren einmal die Woche mit dem Cayenne 150 Kilometer in den Hunsrück, um beim Bauern vor Ort total authentisch einen Bund Bärlauch zu kaufen. Wer es mit dem LOHAS-Sein wirklich ernst meint, der fährt einen Porsche natürlich nur, wenn er auch gleichzeitig Emissionshandel betreibt. Das ist eine pfiffige Idee, die sich die Bundesregierung beim mittelalterlichen Ablasshandel abgeguckt hat: Wenn ich irgendwo CO2 verbrauche, kann ich mich von der Sünde freikaufen, indem ich es an einer anderer Stelle reduziere.
Angenommen, Sie fahren mit Ihrem Cayenne drei Mal im Monat zum oben erwähnten Biobauern. Damit blasen Sie etwa 400 kg CO2 in die Luft. Diese immense Menge können Sie bequem einsparen. Beispielsweise durch Atmung. Ich hab’s ausgerechnet: Wenn Sie pro Minute statt zehnmal nur einmal atmen und das EIN Jahr lang durchhalten, dann können Sie dafür ohne schlechtes Gewissen einen ganzen Monat lang im Hunsrück Landeier und Bärlauch einkaufen. [1] [2] [3]
Die eingeatmete Luft enthält:
20.9 % Sauerstoff,
78,1 % Stickstoff ,
0,93 % Argon und
0,035 % CO2.
Nach Pschyrembel, Medizinisches Wörterbuch, 257. Auflage, 1994 S. 130 enthält die ausgeatmete Luft:
16 % Sauerstoff,
80 % Stickstoff + Argon und
4 % CO2.
Die Atemfrequenz beträgt beim Erwachsenen 16 – 20/min.
Das Atemzugvolumen (Atemvolumen) beträgt beim Erwachsenen in Ruhe 400 – 600 ml.
Das bedeutet rund 9 l Atemvolumen pro min und damit einen CO2-Ausstoß eines Menschen von rund 0.7 g/min oder 380 kg CO2 pro Jahr. [4]
Sie sehen: Nachhaltigkeit kann so einfach sein. Wenn Sie zu Hause einen Deckenventilator haben, schrauben Sie die Flügel einfach ab. Dadurch verbraucht er viel weniger Strom. Auf der alternativen Hippieseite www.fuckforforest.com können Sie für einen Monatsbeitrag von 15 Dollar sogar klimaneutral masturbieren. Der entspannte Gesichtsausdruck kommt von ganz alleine … [1] [2] [3]
Der Autor ist Physiker und Kabarettist und mit dem Programm „Denken lohnt sich“ auf Deutschland-Tournee. Weitere Informationen und alle Tourdaten auf
Vince Ebert: “Mit ein paar Windrädchen und ein paar Solaranlagen werden wir keine 80 Millionen Leute mit Energie versorgen können. Aber das will man nicht hören. Man will nicht hören, dass alle Berechnungen zu regenerativen Energien absurd sind.”
Vince Ebert wurde 1968 im bayerischen Odenwald geboren, von 1988 bis 1994 studierte er Physik an der Julius-Maximilians-Universität in Würzburg und schloss mit der Note 1,7 ab. [5]
Quellen
[2] Luft anhalten für das Klima
[3] Luft anhalten für das Klima
@Michael Krüger
Da wird Vennecke (wieder) verzweifelt versuchen, Dir was von Kühlschrank zu erzählen ;.)
Könnte auch was vom Pferd sein.