Die Akademie für Kinder- und Jugendliteratur in Volkach verleiht Gudrun Pausewang den “Großen Preis”
Die heile Welt war noch nie ihr Ding. Stattdessen thematisierte Gudrun Pausewang die atomare Bedrohung, den Nationalsozialismus oder die Armut in Südamerika, woe sie ein paar Jahre ihre Lebens als Lehrerin zubrachte. Man müsse die Welt so schildern, wie sie sei, dabei aber durchschimmern lassen, wie sie eigentlich sein sollte, formulierte die 1928 in Böhmen als Gudrun Wilcke geborene Schriftstellerin und Pädagogin ihren Ansatz.
Für ihr Lebenswerk, das aber noch lange nicht abgeschlossen ist, verlieh ihr die Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendliteratur am 13. November in Volkach den Grpßen Preis. Die aus dem Sudetenland stammende weitgereiste und welterfahrene Schriftstellerin beobachtete lebenslang mit wachen Augen menschliches Handeln und gelt in ihren realistischen Werken bei aller Kritik als sympathische Lehrerin und Mahnerin für Frieden, Toleranz und Umweltbewusstsein, heißt es in der Begründung. Ihre zahlreichen, vielgelesenen Bücher griffen in bewegender Weise brennende zeitgeschichtliche Themen auf und seien in ihrer besonderen Wirkung wohl der beste Gegenbeweis dafür, dass Literatur nichts verändern könne. Die deutsche Vergangenheit ist immer wieder Thema ihrer Bücher, denn einzumischen lohne sich, so die ehemalige Grund- und Hauptschullehrerin, die heute im hessischen Schlitz lebt und jedes Jahr ein buch veröffentlichen möchte.
Mit den begehrten Volkacher Talern zeichnete die Akademie diese Jahr den Direktor der Internationalen Jugendbibliothek in München, Dr. Andreas Bode, und den im Unterfränkischen wirkenden Journalisten Frank Weichhan aus. Während Bode auf seinem Spezialgebiet, der Illustration und dem Bilderbuch, zu den renommiertesten Fachleuten gehört, hat Weichhan durch regelmäßige Beiträge die Arbeit der Akademie in hohem Maße unterstützt und sich für die Leseförderung im allgemeinen eingesetzt.
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