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Paraguay: Ureinwohner mit Pflanzenschutzmitteln besprüht

Sonntag, den 15. November 2009 um 14:31 Uhr von Eduardo Avila

Im östlichen Paraguay erkrankten kürzlich 217 Mitglieder der einheimischen Ava Guaraní mit Gesundheitssymptomen wie Übelkeit und Kopfschmerzen. Es wird vermutet, dass sie vorsätzlich aus der Luft mit Pflanzenstoffen besprüht wurden, nachdem sie sich weigerten, das Land ihrer Vorfahren zu verlassen.

Regierungsvertreter bestätigen, dass Teile des Landgebietes im Itakyry Bezirk in Alto Paraná, wo diese einheimischen Gruppen leben, dort besprüht wurden, wo kein Ackerbau betrieben wird [es]. Viele Anzeichen deuten auf brasilianischen Soja-Erzeuger als die Verantwortlichen hin, zum Teil darum, weil das Land der einheimischen Gemeinden für die Landwirtschaft wertvoll ist, zum anderen weil sie sich in einem Rechtsstreit mit den Ava Guaraní über den Besitz von ca. 3.000 Hektar [es] befinden, gemäß dem Blog von Interparaguay [es].

José Ángel López Barrios von Bienvenidos! [es] schreibt über die abgelegene Gemeinde, wo der Vorfall stattgefunden hat:

“Itakyry ist einer der Bezirke von Alto Paraná und liegt 450 Kilometer von der Hauptstadt Asunción entfernt. Man fährt auf unbefestigten Straßen. Der Yerba Mate Anbau war ihre Blütezeit. Nach 100 Jahren wurde in der letzten Zeit Platz für den Anbau von Sojabohnen gemacht …”

Es sind die Nachfrage und die steigenden Preise für die Sojabohnen, die das Land für ihren Anbau so wertvoll macht. Einige dieser Gebiete befinden sich auf dem Land einheimischer Vorfahren, wie die Guaraní. Blogger Carlos Rodríguez von Rescatar [es] glaubt nicht, dass es sich bei dem Ereignis um einen Einzelfall handelt, und nennt es “Völkermord“:

“Es gab eine Zeit in Paraguay, zu der die Ureinwohner nicht als Menschen betrachtet wurden. Sie wurden wie Tiere gejagt und ihre Kinder wie Trophäen gesammelt.

(…)

Mit Blut und Kugeln eigneten sich Andere einige ihrer Ländereien an. Da die Einheimischen nicht zu den Behörden gingen, um ihre Rechte auf das Land registrieren zu lassen, gingen die Weißen zu diesen Behörden. Es ergibt deshalb keinen Sinn, dass die rechtmäßigen Eigentümer dieser Länder heute die “Eindringlinge” sind. Sie werden weiterhin wie Tiere behandelt. Nur so kann man verstehen, wie die Soja-Produzenten dazu kamen Flugzeuge zu schicken, die sie mit Gift besprühten, wie vom Gesundheitsministerium nachgewiesen, das nun den von Pestiziden vergifteten Einheimischen hilft.”

López Barrio ist ebenfalls über die Vergangenheit von Misshandlungen der eiheimischen Gemeinden in Paraguay beschämt [es]: Als Nachkomme von Einwanderern in das Land, so schreibt er, dass das Ereignis “ihm das Gefühl gibt, nach Europa zurückgekehrt zu sein … aber es wirklich … vorziehen würde, wenn die Ausbeuter das Land verliessen”.

“Es erscheint mir nicht richtig zu sein, wenn man es Einheimischen übelnimmt, seit 38 Jahrhunderten hier auf ihrem eigenen Land zu existieren….

Wenn wir unsere Älteren nicht respektieren, werden unsere Tage auf der Erde gezählt sein, und wenn Habgier vor Tugend kommt, verfallen wir hoffnungslos …”

Dieser Beitrag erschien zuerst auf Global Voices. Die Übersetzung erfolgte durch Hans H. Knauf, Teil des “Project Lingua“. Die Veröffentlichung auf der Readers Edition erfolgte mit freundlicher Genehmigung von Global Voices.

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Eine Reaktion zu “Paraguay: Ureinwohner mit Pflanzenschutzmitteln besprüht”

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  1. Guillaume

    am 16. November 2009 um 15:14 Uhr | Link | Kommentar melden

    Ist das nicht nur ein Übergriff in der langen Reihe von Menschenrechtsverletzungen in dieser Region. Solange sich diese Menschen nicht wehren, warum nicht mal Pestizide in die Klimaanlage der Sojaproduzenten und Gentechnologen in den USA kippen, wird sich nichts aber auch gar nichts ändern.

    Süd-und Lateinamerika ist das Spielfeld der US Industrie / Politik.

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