Ist Stephan Krawczyk wirklich wahnsinnig geworden? Oder der Provokateur geblieben, der er immer war? Bei einem Auftritt im Schloss Bellevue sollte der Liedermacher (“Widerstehn”) die Verleihung von Bundesverdienstkreuzen an DDR-Bürgerrechtler wie den Unnaer Gedenkstättenchef Hubertus Knabe klampfend untermalen, dabei aber, so berichtet das investigative Nachrichtenmagazin “Der Spiegel“, habe sich der einst von der SED mit einem Bann belegte Künstler “im Text vergriffen”. Krawczyk, bisher nicht als Neonazi aktenkundig, sang die erste Strophe der Nationalhymne statt der hierzulande ausschließlich üblichen dritten.
“Deutschland, Deutschland über alles. ..” habe Krawczyk geschmettert, bis er unterbrochen und darauf aufmerksam gemacht wurde, dass Hoffmann von Fallersleben zwar drei herzblutend-nationale Strophen gedichtet, in zweien aber zumindest jüngerer Lehrmeinung zufolge über das Ziel hinausgeschossen habe. Ob Krawczyk dann weitersang und was, konnten die “Spiegel”-Praktikanten entweder nicht ermitteln oder nicht aufschreiben. Es reichte nur noch zum Hinweis dass die “ersten beiden Strophen zwar nicht verboten”, seien, ” aber – nach den Erfahrungen des Nationalsozialismus – weitgehend tabuisiert”.
Der einstige Staatssekretär und heutige Bundespräsident Horst Köhler selbst, seit seinem aus dem Jahr 1990 stammenden Hinweis, in der DDR-Industrie müsse “auch mal gestorben werden”, bei Ostdeutschen und Bürgerrechtlern gleichermaßen kultisch verehrt, habe Krawczyk mit dem Satz “Die dritte Strophe, bitte”, auf den rechten Pfad zurückgeleitet, berichtet die “Welt“.
Die weitergehend aber auch die Hände hebt: “Ob Krawczyk den Fehlgriff als kleine satirische Einlage gedacht hatte oder ob er tatsächlich hymnenhistorischer Unkenntnis geschuldet war, ließ sich im Nachhinein freilich nicht mehr ermitteln”. Vermutlich, weil Stephan Krawczyk schon wieder im Stasi-Knast Hohenschönhausen sitzt und von dort seinerzeit Bärbel Bohley direkt zu einem “Studienaufenthalt” nach Großbritannien ausgewiesen wird.
Quelle: politplatschquatsch.com
.”..in zweien aber zumindest jüngerer Lehrmeinung zufolge über das Ziel hinausgeschossen habe. ”
Das ist allerdings nur die Meinung derjenigen, denen der gegenwärtige Zeitgeist Scheuklappen verpaßt hat. Joachim Fernau ( jetzt müßte man wissen, wer das war ) hat zu dieser Frage eindeutig und sehr geistreich Stellung genommen.