Slow Food International ruft zum 20jährigen Bestehen den 10. Dezember zum Terra Madre Tag aus: Viele Mitglieder und Förderer stellen in Aktionen die Köstlichkeiten ihrer Region vor
Den Genuss vielfältigster Speisen Wert zuschätzen, die Vielfalt an Produktionsorten und Erzeugern zu erkennen und den Rhythmus der Jahreszeiten sowie der in ihnen wachsenden Rohstoffe zu respektieren hat sich die weltweit agierende Organisation Slow Food vor genau 20 Jahren per Manifest in Paris zum Ziel gesetzt. Heute zählt die Bewegung, deren Slogan “Gut, Sauber, Fair” lautet, weltweit 100.000 Mitglieder und Förderer in über 130 Ländern, die sich mit ihrem Gründer und noch immer amtierenden Präsidenten Carlo Petrini für den Schutz der lokalen Küchen, der traditionellen Erzeugungsbetriebe, der vom Aussterben bedrohten Pflanzen- und Tierarten einsetzen sowie ein neues Modell der Landwirtschaft unterstützen, das weniger intensiv und dafür sauberer ist und sich auf das Wissen und Können der lokalen Gemeinschaften gründet.
Eng mit Slow Food verwoben ist das Terra Madre-Netzwerk, in dem rund 5000 Bauern, Fischer, Hirten, Viehzüchter, Genusshandwerker, 1000 Köche, über 480 Wissenschaftler und knapp 1000 Studenten zusammengeschlossen sind, um Erfahrungen und Wissen auszutauschen und grenzüberschreitende Lebensmittelbündnisse zu schließen.
Um die Kräfte zu bündeln im Bestreben der regionalen Lebensmittelsouveränität will Slow Food zu seinem runden Jahrestag am 10. Dezember eben jenen Tag weltweit als Terra Madre Tag ausrufen und damit deutlich machen, “was die Region Großartiges an Lebensmitteln zu bieten hat, welche Tradition und Kultur hinter diesen Lebensmitteln steht und was sich mit Lebensmitteln alles Köstliches herstellen lässt”, heißt es in dem Aufruf auf der Slow Food Homepage (www. slowfood.de).
Gleichzeitig soll dieser Tag dazu genutzt werden, die Rechte aller Lebensmittelgemeinschaften zu proklamieren: Zu allererst den Zugang zu guten, sauberen und fairen Lebensmitteln, die mit Achtung vor der Umwelt und der Gesundheit der Menschen erzeugt werden. Erzeuger sollen dafür eine gerechte Vergütung erhalten, die auch für den Verbraucher noch erschwinglich ist. Der nächste wichtige Punkt gilt
der Erhaltung der biologischen Vielfalt in der Landwirtschaft und bei den Lebensmitteln, denn in den letzten 100 Jahren seien 80 Prozent der biologischen Vielfalt unserer Lebensmittel verloren gegangen. Hier sei der Einsatz für den Schutz traditioneller, nachhaltiger und hochwertiger Lebensmittel gefordert. Um dies zu erreichen, wird eine Lebensmittelerzeugung im kleinen Maßstab propagiert, die im Lokalen verwurzelt ist. Allen Völkern soll das Recht zugestanden
werden, ihr Wissen zu bewahren und zu entscheiden, was sie auf ihren Feldern anbauen und essen. Vor allem in den Entwicklungsländern garantiere der Schutz der ländlichen Traditionen und des damit verbundenen Wissens und Könnens das Überleben der Gemeinschaften und ihrer Kultur.
Weiter wird gefordert, dass alle Völker die Möglichkeit haben sollten, ihre Sprache, ihre Kultur und ihr traditionelles Wissen zu bewahren, um dieses an die nächste Generation weitergeben zu können. Unter dem Stichwort “Umweltfreundliche Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion” soll dafür gesorgt werden, dass die Lebensmittelproduktion auf Chemikalien verzichtet, die Fruchtbarkeit des Bodens ebenso geschützt wie die Qualität von Wasser und Ökosystemen, weniger Abfall produziert und erneuerbare Energien stärker genutzt und gefördert werden. Die Netzwerke der lokalen Lebensmittelbündnisse favorisieren kurze Produktionsketten.
Am 10. Dezember werden im Convivium Hohenlohe-Mainfranken folgende Veranstaltungen angeboten:
Ab 8 Uhr: Wie ein Rhöner Brand entsteht
Rhön – Claus Vorndran, Gastwirt, Koch und Brenner, lässt die Gäste am Werden eines typischen Rhöner Edelbrandes teilhaben. Über die verwendeten Produkte und deren Vorbehandlung wird ausführlich informiert.
Rhöner Schaubrennerei und Gasthaus Dickas, Bischofsheim, Josefstr. 9
Ab 8 Uhr: Theilheimer Bäckereigenüsse
Fränkisches Weinland – Früher brachten die Hausfrauen die großen Bleche mit den Plootzen zum Bäcker, heute erschafft sie der Bäcker komplett. Für diesen Tag (8-12 Uhr und 14-18 Uhr) bietet der Bäcker Franz sechs verschiedene Blootze. Außerdem noch Bratwurst im Hörnchenteig und erstmals richtig große (3 bzw. 4 kg) Bauernbrotlaibe.
Der Bäcker Franz, 97534 Waigolshausen-Theilheim, Schlossstr. 4
Ab 10 Uhr: Schlenkerla Bratwürste in Geburtstagsedition
Obermain – Köstlich zum Rauchbier schmeckn’s, die im Hause hergestellten besonderen Schlenkerla-Bratwürste. Heute gibt sie’s von 10 – 12 Uhr und von 14 – 22 Uhr auch als Geburtstagsedition mit Kartoffelsalat vom Bamberger Hörnla neben dem gewöhnten Dämpfkraut.
Brauereiausschank Schlenkerla, Bamberg, Dominikanerstr. 6
Ab 11.30 Uhr: Taubertaler Fisch auf den Tisch
Tauberfranken – Vom 10. – 15. Dezember, jeweils von 11.30 – 14 Uhr und ab 17 – 22 Uhr, werden feine Gerichte mit frischen Fischen aus der Region Wertheim: Bachsaibling, Karpfen, Lachsforelle, Schleie, Waller, Forelle, und Zander in verschiedenen Zubereitungen angeboten.
Gasthaus Bachsche Brauerei, Wertheim, Marktplatz 11
Ab 12 Uhr: Hohenloher Dialog
Tauberfranken – Hubert Retzbach kreiert ein kleines, speziell für diesen Tag Menü mit klassisch Hohenloher Genüssen vom Schwäbisch-Hällischen Schwein und dem Weideochsen vom Limpurger Rind.
Restaurant Vinothek & Markthalle, im L’Art de Vivre Hotel Victoria, Bad Mergentheim, Poststr. 2-4,
Tel.: 07931 / 59 30 (Anmeldung erwünscht)
Ab 12 Uhr: Die Weinlage Nordheimer Vögelein
Fränkisches Weinland Nord – Der Nordheimer Vögelein ist der Hausberg des Weindorfes Nordheim am Main. Divino Nordheim, die Winzergenossenschaft, erzeugt darin großartige, vielfach prämierte Weine. An diesem Tag wird Besuchern diese Lage explizit nahe gebracht mit Silvaner.
Vinothek Divino Nordheim, Nordheim/ Main, Langgasse 33
15 Uhr: Wie ein guter Obstbrand entsteht plus Erstauftritt feinster Brändetrüffel
Fränkisches Weinland Nord – Erleben Sie mit, wie aus einem Obst der Mainschleife ein duftender, aromatischer, feiner und weicher Brand entsteht. Zudem tritt ein neues, gutes, sauberes und faires Produkt erstmals an die Öffentlichkeit: Slow Food-Neuling Art of Chocolate (Schwarzach) präsentiert Trüffel mit Bränden von Glasers Alte Hofbrennerei.
Glasers Alte Hofbrennerei, Nordheim/ Main, Am Rain 4
15 Uhr: Slow Food Kochklub Schweinfurt kocht öffentlich Regionales
Fränkisches Weinland Nord – Es wird ausschließlich mit Lebensmitteln
und Spezialitäten der Region gekocht, freilich nicht nur, aber auch nach regionalen Rezepturen.
Plana-Küchenland, Schweinfurt, Amsterdamstr. 2
Ab 16 Uhr: Brot und Hohenloher Spezialitäten aus dem Holzbackofen
Tauberfranken – Das Logierhaus von Jeunesses Musicales hat sich einen neuen Holzbackofen bauen lassen. Kommen Sie und feiern Sie dessen Einweihung mit und genießen Sie Hohenloher Köstlichkeiten.
Logierhaus der Musikakademie Schloss Weikersheim, Weikersheim, Im Heiligen Wöhr 1
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