Gegen Speziesismus und Kreationismus
Am 24. November jeden Jahres, dem Tag der Erstveröffentlichung von Charles Darwins The Origin of Species (dt. “Die Entstehung der Arten”), ist “Evolutionstag“. In diesem Jahr ist es ein ganz besonderer: 2009 ist das Darwinjahr, in dem sich der Geburtstag des Begründers der Evolutionstheorie zum 200. Mal jährt, und darüber hinaus erschien The Origin of Species vor genau 150 Jahren, am 24. November 1859.
Die Tatsache der Evolution kratzt natürlich an der religiösen Lehre der Gottesebenbildlichkeit (“Und Gott sprach: Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei, die da herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über alle Tiere des Feldes und über alles Gewürm, das auf Erden kriecht. Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Frau.” 1. Mose 1,26f. LUT).
Sie nagt zugleich am allgegenwärtigen Speziesismus (der Diskriminierung aufgrund der Zugehörigkeit zu einer Art, analog zu Rassismus oder Sexismus).
Vor allem aber widerspricht sie dem Kreationismus, der Wahnvorstellung, dass das Leben im Universum durch magisches Eingreifen einer Schöpfergottheit entstanden sei, die derzeit in den abrahamitischen Varianten (wie im 1. Buch Mose beschrieben) eine Renaissance erlebt.
Fakt ist: Menschen sind “nackte Affen” (Desmond Morris), Trockennasenaffen, Säugetiere, Wirbeltiere. Tiere wie andere auch.
“Der Mensch ist das religiöse Tier. Er ist das einzige religiöse Tier. Er ist das einzige Tier, das die Wahre Religion hat – mehrere davon. Er ist das einzige Tier, das seinen Nächsten liebt wie sich selbst und ihm die Kehle durchschneidet, wenn seine Theologie ihm nicht recht ist. [...] Die höheren Tiere haben keine Religion.” (Mark Twain)“Der Mensch ist ein wunderliches Tier.” (August Strindberg) “… ein bosartiges Tier.” (Joseph Conrad) “… das einzige Tier, das erröten kann – oder sollte (Mark Twain) “… das Tier, das Kaugummi kaut.” (Durs Grünbein)
Trotz aller Bemühungen von Theisten und Speziesisten gibt es jedoch kein ethisch relevantes Merkmal, das alle Menschen von allen anderen Tieren unterscheidet. Es ist an der Zeit, sich nicht nur von der Religion, sondern von allen aberwitzigen Vorstellungen (auch dem Speziesismus) loszusagen. Auch wenn das manchem “Herrentier” nicht gefallen mag.
An solchen Stellen frage ich gerne, wo der Beweis für die Evolutionstheorie ist (Du schreibst, sie sei “Fakt”). Und das nicht (nur), weil der Reaktionen darauf immer lustig ausarten, sondern weil es mich ernsthaft interessiert. Denn gefunden habe ich den Beweis oder die Beweise für die Evolutionstheorie oder jemanden, der sie mir zeigen kann, noch nicht. Es kommt als Antwort eigentlich immer nur Schaum (manchmal vorm Mund)