Störfall CERN: Mysteriöser Countdown des Teilchenbeschleunigers LHC

Inzwischen läuft der LHC nach einer 14monatigen Zwangspause wieder. Der Start war allerdings alles andere als reibungslos und über die Hintergründe schweigt sich das CERN diesmal beharrlich aus. Zu den Fakten: Ursprünglich war der Neustart des Beschleunigers für Freitagmorgen um 9.30 Uhr vorgesehen. Die Ankündigung war seit ein paar Wochen

hzgtfd.jpgInzwischen läuft der LHC nach einer 14monatigen Zwangspause wieder. Der Start war allerdings alles andere als reibungslos und über die Hintergründe schweigt sich das CERN diesmal beharrlich aus. Zu den Fakten:

Ursprünglich war der Neustart des Beschleunigers für Freitagmorgen um 9.30 Uhr vorgesehen. Die Ankündigung war seit ein paar Wochen auf dem Internetauftritt des Genfer Kernforschungszentrums auf einer Uhr auf die Sekunde genau abzulesen. Doch nur wenige Minuten vor dem genannten Termin wurde der Countdown ohne Angabe von Gründen unterbrochen. Der Start werde um einen Tag verschoben, hieß es auf der CERN Webseite lapidar. Angekündigter Termin für den Neustart: Samstag, 21. November 2009, 9.30 Uhr.

Doch dann wurde mitten in der Nacht der Termin plötzlich um 9 Stunden vorverlegt, ab 0.30 floss der erste Protonenstrahl. Offenbar gab es nur wenige Eingeweihte, denn einige der beteiligten Wissenschaftler wurden buchstäblich aus den Betten geholt, um die „Nacht-und-Nebel-Aktion“ durchführen zu können.

Homöopathische Methoden der Pressearbeit

Es stellt sich die Frage, welche Absicht sich hinter der Geheimniskrämerei verbirgt? Wollten die Verantwortlichen am CERN die Öffentlichkeit absichtlich nicht über den genauen Zeitpunkt informieren, um einen eventuellen Fehlstart besser vertuschen zu können? Da das CERN aufgrund einer ganzen Serie von Störfällen zuletzt immer tiefer in die negativen Schlagzeilen rutschte, setzt die Kommunikationsabteilung des CERN jetzt offenbar auf homöopathische Methoden der Pressearbeit. Erst vor zwei Wochen gab es einen peinlichen Störfall, bei dem möglicherweise ein Vogel ein Stück Baguette auf ungesicherte Strom führende Schienen der Außenanlage fallen ließ und die 3 Mrd. Euro teure Anlage vorübergehend wegen eines plötzlichen Temperaturanstiegs lahm legte.

Aufmerksame Beobachter hatten die plötzliche Temperaturerhöhung auf der Webseite des LHC bemerkt und beim CERN nachgefragt. Seitens der Pressestelle wurde mitgeteilt, dass es sich um Routinetests handele. Erst später verplapperte sich einer der beteiligten Techniker und berichtete wahrheitsgemäß, dass ein Stück Brot auf den Stromschienen einen Kurzschluss verursachte habe.

Schweizer Medien gehen auf Distanz zum CERN

Vor dem Hintergrund dieser Ungereimtheiten gehen inzwischen auch einiger Schweizer Medien auf Distanz zum CERN. So etwa beklagt sich das Nachrichtenportal „20min.ch“ offen darüber, dass nach dem gestrigen Abbruch des Countdown die Pressestelle des CERN für einen Kommentar nicht zu erreichen gewesen sei. Und das Factum-Magazin kommentiert die Störfälle am CERN wie folgt: „Langsam kommt es einem vor, als dürfte die Maschine nie ins Laufen kommen. Etliche Störfälle in den letzten Monaten, zuletzt wegen eines von einem Vogel fallengelassenen Brotes, standen dem Start des „Urknall-Experiments“ immer wieder im Weg. Immer fragwürdiger ist auch, ob die aus der theoretischen Physik stammenden Thesen, auf denen die Versuche am CERN aufbauen, richtig sind und das LHC-Experiment, jene Resultate ergeben wird, die man erwartet.

Der Autor ist Verfasser des Buches „Sekunde Null. Das Urknall-Experiment“.

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