Ecuador: Kichwa Frauen widersetzen sich der Öl-Forschung

- Photo von Ayahuasca benutzt unter
einer Creative Commons Lizenz.
Die Frauen bekommen immer, was sie wollen, sagt ein bekanntes lateinamerikanisches Sprichwort. Das bewiesen auch die Frauen vom Stamm der Kichwa in Sarayaku, Ecuador. Als ein Ölkonzern in ihrem Waldgebiet mit Untersuchungen für etwaige zukünftige Bohrungen begann, beschlossen die Frauen sie mit einem einfachen, aber fehlerfreien Plan zu stoppen.
Die Frauen, so schrieb Esperanza Martinez auf dem Blog Ecoportal [es], erklärten ihren Männern, wenn sie den Unternehmen erlaubten auf ihrem Land zu arbeiten, müssten sie sich andere Frauen suchen … in einem anderen Land. Die Kichwas organisierten eine gemeinsame Front gegen das Öl-Unternehmen, bis es letztendlich abzog.
Diese Gruppe von Kichwas lebt in der Provinz Pastaza, auf über 140 tausend Hektar (1,4 km2) in den Amazonas, ein Gebiet, welches das ecuadorianische Ministerium für Bergbau und Öl als Block 23 identifizierte. Im Laufe der Jahre haben verschiedene Unternehmen versucht dort zu arbeiten, doch sind sie jedes Mal an dem Widerstand der Kichwas gescheitert.
Obgleich die Entscheidung zum Widerstand vom gesamten Stamm getroffen wurde, war die Beteiligung der Frauen dabei ein wichtiger Bestandteil. Diese furchtlosen Frauen werden alles dransetzen, ihre Wälder und Ländereien zu erhalten.
Unterstützt die Frauen
Der Blog Observatorio Petrolero Sur [es] veröffentlicht, was Kichwa Führer Franklin Toala über die Rolle der Frauen, im Laufe dieser Ereignisse sagte:
“Was bei den Vorgängen, die Sarayacu erlebte und was hervorgehoben werden muss, ist die große Unterstützung, die die Frauen geliefert haben. Das Verhältnis zwischen Frauen und den Gemeinden ist jetzt sehr viel stärker geworden.”
Die ecuadorianische Tageszeitung Diario Universal beschrieb eine furchterregende Scene aus dem Jahre 2003, als 15 Kichwa Frauen und Kinder die Arbeiter und bewaffneten Wächter des Unternehmens konfrontierten, indem sie vier Stunden lang durch den Dschungel liefen und schrieen “anchuri (geht weg), anchuri Ölgesellschaften”. Es kam zu Konfrontationen, bis schließlich die Armee eingriff. Die Kichwas aber blieben auf ihrem Land und hielten es frei von Ölbohrern.
Petroleum, Klimawandel und eingeborene Frauen
Mehrere Regionen in Ecuador haben bereits unter den schrecklichen ökologischen und gesundheitlichen Folgen der Ölförderung gelitten. In Pichincha in der Provinz Sucumbios wird seit 20 Jahren Öl gefördert: die Luft ist verschmutzt und das Wasser durch Ölpest verseucht. Die Menschen leiden unter dem Verlust von Vieh und Haustieren, weil sie verschmutztes Wasser trinken, und dem Verlust von Ernten, weil der verdorbene Boden unfruchtbar geworden ist. Außerdem leiden sie unter verschiedenen Haut-und Atemwegserkrankungen, und es gibt zuviel Fehlgeburten und Geburtsfehler.
Am Meisten leiden darunter wieder die Frauen. In den Erdölgebieten Ecuadors sind die Krebserkrankungen dreimal höher als der nationale Durchschnitt, und besonders davon betroffen sind wieder die Frauen. Durch Wäschewaschen und Baden der Kinder im Fluss sind die Frauen im ständigen Kontakt mit kontaminiertem Wasser.
Kein Wunder also, dass die Kichwa Frauen gegen die Ölförderung sind. Sie wissen genau, dass dies ihr Land, ihre Umwelt und ihr Leben für immer verändern wird.
Die Online-Gemeinde reagiert auf das Beispiel der Kichwas
Blogger Efren Calapucha teilt seine Gefühle über den Widerstand der Kichwas in dem Blog Redamazon [es]:
“Freunde der Erde! In dieser Gegend des Amazonas-Regenwaldes, mit seiner biologischen Vielfalt, wird das LEBEN bedroht, vernichtet zu werden. Aber wir werden NICHT ERLAUBEN, dass ein solch schreckliches Ereignis hier stattfindet, das sich auf den Klimawandel auswirkt, Gemeinden, Fauna und Flora auslöscht, die bis zum heutigen Tage dort gewachsen und geschützt worden sind.”
Der Blog Observatorio Petrolero Sur [es] beschäftigt sich mit den, trotz der Umstände, bemerkenswerten Widerstand der Kichwas:
“Bisher hat keine Ölförderung stattgefunden, doch ist die Bedrohung unverändert. Unter den vielen Dingen, die in den vergangenen 20 Jahren geschehen sind, gab es nationale und internationale Prozesse, Kampagnen und eine Menge Druck. Die Kichwas erlitten alle Arten von Misshandlungen, Verfolgungen und sogar die Militarisierung von Sarayaku, doch blieben sie bei ihrem “Nein”.”
Bisher ist es der Kichwa Gemeinde gelungen, ihre Wälder zu beschützen, aber der Kampf ist noch nicht vorbei. Natürlich haben sie wegen ihren Kichwa Frauen wenig zu befürchten.
Sehen Sie sich das Video an
“Ich bin ein Waldbeschützer” steht auf der Brust eines streitsüchtigen Kichwa-Kindes. Er tritt in einem Video auf, der von Oilwatch gefilmt und veröffentlicht wurde. Es handelt sich um die Reaktion der Sarayaku Gemeinde auf den Versuch einer Ölfirma, Ölbohrungen auf ihrem Land vorzunehmen. Klicken Sie hier, um das Video auf Spanisch zu sehen.
Dieser Beitrag erschien zuerst auf Global Voices. Die Übersetzung erfolgte durch Hans H. Knauf, Teil des “Project Lingua“. Die Veröffentlichung auf der Readers Edition erfolgte mit freundlicher Genehmigung von Global Voices.











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Guillaume
was für ein Zeitgeist Schwachsinn !
Guillaume
was für ein Schwachsinn !!!!