Hackerangriff auf Klimainstitut – Stefan Rahmstorf schlägt zurück

Hacker sind kürzlich in die Computer der “Climate Research Unit” (CRU) der britischen East Anglia Universität eingedrungen und haben brisantes Datenmaterial “erbeutet” und zwecks Aufklärung in die Öffentlichkeit gestellt. Darunter auch über 1000 E-Mails mit der privaten Korrespondenz der Klimaforscher. Deren Echtheit wurde inzwischen bestätigt. Einer der Akteure ist Stefan

Stefan RahmstorfHacker sind kürzlich in die Computer der “Climate Research Unit” (CRU) der britischen East Anglia Universität eingedrungen und haben brisantes Datenmaterial “erbeutet” und zwecks Aufklärung in die Öffentlichkeit gestellt. Darunter auch über 1000 E-Mails mit der privaten Korrespondenz der Klimaforscher. Deren Echtheit wurde inzwischen bestätigt. Einer der Akteure ist Stefan Rahmstorf.

Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) ist Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) und über seinen Chef Hans Joachim Schellnhuber als “Klimaberater” unserer Kanzlerin tätig. Stefan Rahmstorf ist einer der Leitautoren des Vierten Weltklimaberichtes der UN (IPCC, von 2007) und einer der bekanntesten unter den Top-Klimaforschern Deutschlands – und zugleich der Unerbittlichste. (Siehe  Berichterstattung vom 24.11.2009).

Der “Klimagate” Skandal

Aus der veröffentlichten Korrespondenz der “gekaperten” E-Mails geht hervor, wie geheime Absprachen getroffen werden, um Daten so zu manipulieren, dass die Ergebnisse nach Erwärmung aussehen; wie “Abweichler”, welche die These von der menschengemachten Klimaveränderung nicht unterstützen, öffentlich gezielt persönlich diffamiert und in ihrer wissenschaftlichen Reputation herabgesetzt werden; wie die mittelalterliche Warmzeit verschleiert wird und dass einige der Forscher Teile ihrer Erkenntnisse intern anzweifeln, dies aber gegenüber der Öffentlichkeit verheimlichten. [1] [2] [3]

Stefan Rahmstorf schlägt zurück

Die “taz” vom 23.11.2009 berichtet:

“‘Die Klimaskeptiker laufen jetzt zur Hochform auf und versuchen ein Klima-Abkommen in Kopenhagen mit allen Mitteln zu verhindern’, sagte Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) der taz. ‘Dabei schrecken sie offenbar auch vor kriminellen Methoden und haarsträubenden Vorwürfen nicht zurück’, sagte Rahmstorf, der als einer der führenden Klimaforscher zu den Leitautoren des Klimaberichtes des UN-Weltklimarates IPCC gehört.

‘In dem illegal verbreiteten Material findet sich nichts, was die Vorwürfe der Manipulation erhärten würde’, sagte Rahmstorf. Die Anwürfe entsprächen dem ‘üblichen Hype’, den Klimaskeptiker seit Jahren verbreiten würden. Ähnlich und schon fast ironisch kommentierten Klimaforscher am Montag in einer Erklärung auf www.realclimate.org den Vorgang: ‘Das Material enthält keinerlei Belege für eine weltweite Verschwörung…, keine Hinweise darauf, dass die Theorie der Erderwärmung ein Betrug sei und keinen Beleg dafür, dass Klimadaten gefälscht oder ‚Marschbefehle‘ von unseren sozialistischen/kommunistischen/vegetarischen Anführern erteilt wurden’.

‘Die gehackten Dokumente ändern nichts an der erdrückenden wissenschaftlichen Belegen, die aus unterschiedlichsten Quellen stammen und nachweisen, dass die gegenwärtige Erderwärmung zum allergrößten Teil durch menschliche Aktivitäten versursacht wird’, sagte Stefan Rahmstorf der taz.” [4]

Die “Süddeutsche Zeitung” vom 24.11.2009 berichtet:

“Auch Stefan Rahmstorf verteidigt den englischen Kollegen. ‘Was da mit den Daten passiert, wird in dem späteren Papier genau erklärt. Nur benutzt man eben in einer E-Mail einen lockereren Ton als in einer wissenschaftlichen Publikation.’ Auch seine eigenen E-Mails seien offenbar authentisch, sagt der Potsdamer Forscher. So kurz vor Kopenhagen schreckten die Klimaskeptiker ‘auch vor kriminellen Methoden nicht zurück’. Er hält es prinzipiell für ‘illegitim, persönliche E-Mails zu lesen, nur weil sie im Netz stehen’, aber er müsse sich auch nicht schämen. ‘Die Korrespondenz zeigt zum Beispiel die lebendige, kontroverse, aber sachliche Diskussion darüber, wie man die publizierte Fachliteratur am besten für den IPCC-Bericht zusammenfasst.’”[5]

DERWESTEN vom 25.11.2009 berichtet:

“Stefan Rahmstorf, Forscher des Potsdam Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) und einer der IPCC-Hauptautoren, sieht nichts, was den Vorwurf einer Manipulation erhärten würde. ‘Auch wenn es illegal ist, persönliche Mails zu stehlen und zu veröffentlichen: Ich habe gar nichts dagegen, wenn die Menschen meine jetzt im Netz veröffentlichten Mails lesen’, sagte er der WAZ. ‘Sie werden feststellen, dass hinter den Kulissen unter Klimaforschern vor allem offene, sachliche und kontroverse Diskussionen ablaufen, genau wie es sein sollte.’

‘Das ist ein neuer Tiefpunkt’

Laut Rahmstorf bestehe in der Forschung ‘Einigkeit, dass die Daten einen vom Menschen verursachten Erwärmungstrend um rund 0,2 Grad Celsius pro Jahrzehnt zeigen, überlagert von kurzfristigen natürlichen Schwankungen.’ Eine ‘außergewöhnliche’ Pause sei aktuell nicht zu beobachten. Die Hacker-Attacke sei ein neuer Tiefpunkt. ‘Die Klimaskeptiker haben keinerlei stichhaltige Sachargumente mehr auf ihrer Seite.’” [6]

In seinem Blog KlimaLounge schreibt Stefan Rahmstorf am 24.11.2009:

“PS Noch ein Lesetipp zu einem ganz anderen Thema, das gerade in den Medien zirkuliert: dem Diebstahl von tausenden persönlichen Mails aus einem britischen Klimainstitut. Dazu trifft Christopher Schrader in der Süddeutschen heute mit seiner Analyse genau ins Schwarze: Ein Fest für Klimaskeptiker.

‘Den sogenannten Klimaskeptikern sind diese Einblicke ein Fest. Sie versuchen schließlich seit langem, Zweifel an dem in Fachkreisen anerkannten Wissen über den globalen Klimawandel zu schüren. Die persönliche Integrität der Forscher anzugreifen, haben sie schon öfter versucht. Diesmal machen sie sich den Reiz der persönlichen E-Mails zunutze, um die öffentliche Meinung über die Klimaforschung zu diskreditieren – ausgerechnet zwei Wochen vor dem Klimagipfel in Kopenhagen.’

Und zum Inhalt der geklauten Mails (übrigens sind da auch etliche von mir dabei – die wegen mir auch jeder gerne Lesen darf) schreibt Schrader:

‘In diesen Diskussionen setzen sich die am Mailverkehr beteiligten Forscher auch immer wieder mit Veröffentlichungen und Anfragen ihrer Kritiker auseinander, die gerne mit öffentlichen Beschuldigungen, politischer Einflussnahme und zusammengeschusterten Aufsätzen agieren. In diesem Zusammenhang fällt auch gelegentlich ein böses Wort.’

‘Groß entschuldigen müssen sich die Forscher allerdings nicht. Zeugen der bitteren Auseinandersetzungen, in die sie verwickelt waren, verwundert eher, wie beherrscht die Wissenschaftler sogar in E-Mails an Freunde mit Skeptikern umgehen.’” [ 7]

Ich frage mich

Herr Rahmstorf, was machen Sie da?

Quellen

[1] Hacker stehlen Daten von Klimaforschern

[2] Die Tricks der Forscher beim Klimawandel

[3] Cyberkrieg unter Klimaforschern

[4] “Die Dokumente ändern nichts”

[5] “Das ist eine Atompilzwolke”

[6] Hacker-Angriff auf Klimaschützer schlägt Wellen

[7] Die Kopenhagen-Diagnose

Photo Quelle/Copyright: University of Copenhagen, cc creative commons, Bestimmte Rechte vorbehalten, via flickr

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