Kurz vor dem ersten Gedenktag an das Messer-Attentat auf den Passauer Polizeichef Alois Mannichl meldet nun auch die Qualitätszeitung Die Zeit “mehrere Pannen” bei den Ermittlungen. Direkt nach der Tat hatte unser kleines Privatermittlerboard PPQ zwar schon auf die Ungereimtheiten hingewiesen, jetzt aber gab der Ermittlungsleiter zu, “sein Team habe kein DNA-Material bei dem Opfer gesichert” (Zeit). Obwohl Mannichl angegeben hatte, “er habe mit dem Täter gerangelt”, sei es versäumt worden, DNA-Material unter den Fingernägeln des Opfers zu sichern, schreibt “Die Zeit”.
Nicht erklärt wird, wie ein “Rangeln” Anfang Dezember aussieht, bei dem DNA-Spuren unter Fingernägel gelangen – war der rechtsextreme Täter im kurzärmligen Hemd erschienen? Rangelte Mannichl mit ihm durch beherzte Griffe ins Gesicht? Früheren Angaben nach trug der Täter ja Handschuhe, was erklärte, warum am zur Tat benutzten Lebkuchenmesser keine DNA-Spuren gesichert werden konnten. Aber wieso “rangelte” Mannichl plötzlich überhaupt? Wo er doch bislang stets angegeben hatte, der Angriff habe nur “Sekunden” gedauert. Gerade lang genug, ihn erkennen zu lassen, dass ein “Rechtsextremist” ihn angreife, nicht aber lange genug, dessen Gesicht zu beschreiben?
Nicht die fehlende DNA-Probe, sondern die fehlende Frage, wo denn Täter-DNA hergekommen sein sollte, fügt sich ein in das Bild einer Ermittlung, die vom ersten Moment an mehr politisches Kaspertheater war als ernsthafte polizeiliche Tätersuche, und die flankiert wurde von einer geradezu besinnungslosen Berichterstattung.
Festgenommen wurden angeblich dringend Tatverdächtige, die eine Nachbarin des Opfers vier Kilometer entfernt vom Tatort in lockerem Gespräch gesehen hatte. Gefahndet wurde nach einem Gesichtstätowierten, den sich eine Arbeitskollegin von Mannichls Frau ausdachte. Drei Wochen und drei schwere Schneefälle nach der Tat begann die Soko “Lebkuchenmesser” schließlich, Spuren in Tatortnähe zu sichern, darunter Zigarettenkippen und ein Kinderdreirad. Spuren, die später nie ausgewertet wurden, was allerdings mangels Nachfragen der Qualitätsmedien bei der Soko Lebkuchenmesser gar nicht auffiel.
Doch bei alledem handelte es sich offenbar nicht um “Pannen” im Sinne der “Zeit”, die Anfang des Jahres noch vermeldet hatte, “DNA-Spuren für einen Abgleich soll es immerhin geben”. Nun also doch nicht. Aus allem, was man bis heute nicht weiß, gehe nunmehr klar hervor, dass es sich nicht um eine geplante Tat einer politischen Organisation gehandelt habe, aber auch nicht um eine Beziehungstat. Eventuell, so hieß es, sei der Täter Österreicher gewesen. Eventuell war er aber auch Deutscher, Banat-Schwabe, deutschsprachiger Peruaner, Ägypter oder Maori-Häuptling aus Neuseeland. Dort zumindest gibt es eine große, stolze Tradition, Gesichtstätowierungen zu tragen.
Quelle: politplatschquatsch.com
Kommentare
Schreibe den ersten Kommentar für diesen Artikel.