Während die zehn ersten Teams also mehr oder weniger offen mit dem Aufstieg spekulieren, führt Werder Bremen II als 11. die untere Hälfte des Tableaus und damit die Reihe der Mannschaften an, die um das Überleben in der Liga kämpfen. Wenig überrascht dabei die Tatsache, dass alle vier Zweitvertretungen oder Junioren der Bundesliga-Größen Bremen, Stuttgart, München und Dortmund darin auftauchen. Die großen Traditionsteams aus dem Osten, Dynamo Dresden und Carl Zeiss Jena balancieren neben dem sportlichen auch noch auf einem finanziellen Drahtseil.
Kampf der “Bubis”
Der Altersdurchschnitt bei den Zweitteams beträgt etwa 20 Jahre, viele hochtalentierte, fußballerische Grünschnäbel, die sich für einen Platz bei den Profis empfehlen wollen, denen im grauen Liga-Alltag jedoch manchmal etwas die sportlichen Perspektiven fehlen. Aufsteigen dürfen diese Mannschaften per Statuten nicht, für den Abstieg ist die Qualität des Kaders normalerweise zu hoch – so ist eine sorgenfreie Saison im Mittelfeld das höchste der Gefühle und mag die tägliche Motivation erschweren. Am Gefährdetsten ist Dortmund II, derzeit Tabellenschlusslicht. Der Aufsteiger beklagt dazu zahlreiche Ausfälle von Schlüsselspielern und benötigt dringend erfahrene Verstärkung in der Winterpause, ansonsten ist der Abstieg nicht zu vermeiden.
Jena und Dresden in Not
Die Sorgenkinder der Liga sind wieder einmal Carl Zeiss Jena und Dynamo Dresden. In Jena herrschte bis zur vergangenen Woche totales Führungschaos, nach zahllosen Querelen wurde schließlich ein neues Präsidium bestätigt. Es bleibt eine Finanzlücke im Etat, die bis zum Saisonende geschlossen werden muss, um neben der sportlichen Qualifikation, auch im nächsten Jahr 3. Liga Fußball zu garantieren.
Noch beunruhigender geht es in Dresden zu, wo mittlerweile zwar ein erstklassiges Stadion steht, allerdings hält die sportliche Kompetenz mit dieser Entwicklung nicht annährend Schritt. Wollte man zu Saisonbeginn noch um den Aufstieg mitspielen, so ist davon auf Rang 18 nichts mehr zu hören. Auch hier drückt der Schuh, neben dem aubleibenden sportlichen Erfolg, an den Finanzen. Allerdings wurden beide Traditionsvereine stark vom Verletzungspech gebeutelt und könnten in der Rückrunde die Wende auf dem Platz schaffen. Sorglos zurücklehnen jedenfalls kann sich noch keine der zehn Mannschaften aus der unteren Tabellenhälfte, die drei Absteiger sind noch völlig offen.
Marc Strasser arbeitet in einer Sportredaktion und bloggt für betfair.
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