Das weitgehend unabhängige Forschungszentrum AREU hat eine kleine aber feine Studie herausgegeben, in der sie der Frage nachgehen, haben die Wahlen und der sie begleitende Prozess eigentlich Karzais Legitimation geschadet? Sie kommt zu einem erstaunlichen Ergebnis:
“Die Reputation Karzais in den Gemeinschaften, die wir unter die Lupe genommen haben, scheint kaum gelitten zu haben, jedenfalls viel weniger als das, was die jetzige internationale Presse suggeriert. Mit der Ausnahme einiger Tadschiken, die früher für Karzai stimmten, dann aber abgewandert sind zu Abdullah, gibt es eigentlich kaum größere Meinungsverschiebungen innerhalb des Wahlprozesses. Die meisten, die Karzai früher stützten, stützen ihn auch heute, diejenigen die ihn früher ablehnten, lehnen ihn nach wie vor ab und nutzen die Wahlen nur als einen weiteren Beweis seiner Probleme, ein Land zu führen.
Die meiste Kritik jedoch wurde an Karzais politischen Allianzen laut. Ein Wähler in Qarabagh meinte, ‘Sein Bruder ist der Führer aller Schmuggler und sein (Karzais) erster Assistent der Mafiakönig in Afghanistan.’ Ein ander sagte: ‘Die Regierung Afghanistans ist in der Hand von Hinterhältigen, von Schmugglern, Dieben, und der Mafia.’ Karzai wurde auch kritisiert wegen der Art seiner Beziehungen zum Ausland, dafür dass er kaum etwas gegen die sich häufende Anzahl von zivilen Opfern unternimmt, dafür dass er die konservativen religiösen Führer so stark kritisiert, was viele Glauben nur auf Geheiß der Internationalen Gemeinschaft hin geschieht. ‘Wenn Karzai weiterhin seine frühere Strategie betreibt, dass ausländische Soldaten nicht zur Verantwortung gezogen werden, wenn sie sich an zivilen Leuten vergehen, und wenn Karzai weiterhin alle religiösen Führer Afghanistans ‘Al Qaeda’ nennt, dann wird seine Regierung noch schwächer.’ Andere haben weiterhin eine recht positive Meinung zu Karzai, weil dieser wenigsten etwas Stabilität und ökonomisches Wachstum bringen würde und vor allem, weil er bisher alle ethnischen Konflikte unterdrücken konnte. Einer drückte es so aus: ‘Die meisten sind hier für Karzai, weil dieser als ein Symbol der Vereinigung aller Ethnien Afghanistans gilt. Er ist der einzige, der Frieden und Sicherheit für Afghanistan bringen kann, da er mit allen Ethnien in gutem Kontakt steht.’”
Soweit die Einschätzung des Forscherteams, dass sich in einigen Teilen Afghanistans unter den Leuten umgehört haben. Wie sie das angestellt haben, welche Methoden sie benutzen, damit ihre Studie nicht nur das Sammeln diverser Einzelmeinungen darstellt, der lese bitte in der nur 11 seitigen Studie selber nach.
Diese Meldung erschien zuerst auf tethys.caoss.org, einem inhaltlichen Partner der Readers Edition.
Karsai wird von der Bevölkerung als ein von der Nato gestützter Sammesfürst gesehen, nicht als demokratisch legitimierter Präsident des Landes. Die Möglichkeit zu wählen hat die Stammesgesellschaft gar nicht erreicht.
Lassen wir doch endlich den Afghanen ihr eigenes Leben. Demokratie kann man niemandem aufdrücken, besonders nicht in einem Land, in dem die Muslime in der Mehrheit sind.
Deutsche in Uniform haben in Afgahnistan nichts zu suchen. Wenn Afgahnistan wieder
frei ist, wird die Formation, die dann regiert ist, gern jede zivile Hilfe von uns annehmen. Aber dann haben wir bestimmt kein Geld mehr dafür.