Einstimmen auf Weihnachten

Intensiv duftet der Glühwein in den Kesseln. Vom Fackelschein begleitet locken die ersten Weihnachtsmärkte hinaus in die Winternächte. Die Zeit der Einstimmung auf das Heilige Fest hat begonnen. Auch in der als abgeschieden geltenden Rhön im Norden Frankens laufen die Vorbereitungen für das Christkind. Wie das im Laufe vieler Jahrzehnte

kriep.jpgIntensiv duftet der Glühwein in den Kesseln. Vom Fackelschein begleitet locken die ersten Weihnachtsmärkte hinaus in die Winternächte. Die Zeit der Einstimmung auf das Heilige Fest hat begonnen. Auch in der als abgeschieden geltenden Rhön im Norden Frankens laufen die Vorbereitungen für das Christkind. Wie das im Laufe vieler Jahrzehnte ausgesehen hat, das zeigt die Veranstaltungsreihe Rhöner Krippenweg 2009, die kürzlich im Kloster Wechterswinkel mit zahlreichen Künstlern eröffnet wurde.

Von Handwerkskunst bis zu feierlichen Klängen

Hier im Kloster ist auch die zentrale Krippenausstellung mit mehr als 60 Werken von sieben Künstlern zu bewundern. Bis zum 10. Januar sorgen mehr als 20 Ausstellungen, Konzerte, Lesungen, Führungen, Wanderungen und Krippenspiel im ganzen Landkreis Rhön-Grabfeld für eine stimmungsvolle Advents- und Weihnachtszeit. Veranstalter des 2. Rhöner Krippenwegs sind die Kulturmanagerinnen Kersten Keller-Pallor und Dr. Astrid Scherpf von der Kulturagentur Rhön-Grabfeld. Diese haben ein umfassendes Paket für alle jene geschnürt, die sich nicht nur an traditioneller Handwerkskunst, sondern auch an weihnachtlichen Klängen und historischen Exkursen erfreuen. Vom Kunsthandwerkermarkt über ein Weihnachtsoratorium und Mundart-Geschichten bis hin zu einer weihnachtlichen Burgserenade oder einer Wanderung zum Krippenaufbau nach Frickenhausen ist ein weiter Bogen gespannt. Zahlreiche Kirchen der Region, wie zum Beispiel in Bischofsheim, Kreuzberg, Ostheim oder Münnerstadt beteiligen sich mit echten Rhöner Krippen.

“Von kunstgeschichtlicher wie religiöser Seite wird versucht, das Thema ‘Krippe’ zu erschließen” erklären Thomas Habermann, Landrat Rhön-Grabfeld und Johann Böhm, Lantagspräsident a.D. Daneben gebe es aber auch Gelegenheit zu eigener, persönlicher Kreativität für alle Altersgruppen: einmal selbst beim Aufbau einer Kirchenkrippe mithelfen, singen und musizieren oder ab Weihnachten eine individuelle oder geführte Rhöner-Krippentour durch die Kirchen der Region. “Wir würden uns freuen, wenn es auch mit der diesjährigen Veranstaltungsreihe gelänge, wieder viele Besucher auch über die Region hinaus für die heimischen Bildhauer und deren einzigartigen Krippen in unseren Kirchen zu begeistern.”

Hartes Rhöner Leben künstlerisch umgesetzt

Die ersten “echten” Rhöner Krippen gibt es seit Ende der 30er Jahre des letzten Jahrhunderts. Der Stangrother Holschnitzmeister Gebhard Kessler war der erste, der das Geschehen der Weihnachtsgeschichte driekt in die Rhöner Landschaft transferiert hat. Seine Figuren sind gezeichnet vom harten, bäuerlichen Leben, das diese Region einst prägte. Selbst die Heilige Familie wird da in ihrer Tracht nicht ausgenommen. Die als Heimatkrippen geltenden Werke zeichnen sich durch liebevolle Details aus, einhergehend mit großem erzählerischem Reichtum in der Darstellung. Die Rhöner Wirklichkeit findet sich in ihnen wieder. Die Identifikation des Betrachters mit dem Gesehenen galt und gilt als oberstes Primat.

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