“Höchstqualifiziert, ausgebeutet und unterbezahlt”

Gruppe Bündnis 90/Die Grünen: “Lehrjahre sind bekanntlich keine Herrenjahre. Forschungsjahre des wissenschaftlichen Nachwuchses in meist recht eng gefasster universitärer Freiheit offenbar auch nicht”, läutet Dagmar Deckstein ihren Beitrag auf sueddeutsche.de am vergangenen Sonntag ein. Sie beschreibt die Situation für Doktoranden an deutschen Hochschulen. Die StudiVZler greifen ihren Artikel und mit

Gruppe Bündnis 90/Die Grünen: “Lehrjahre sind bekanntlich keine Herrenjahre. Forschungsjahre des wissenschaftlichen Nachwuchses in meist recht eng gefasster universitärer Freiheit offenbar auch nicht”, läutet Dagmar Deckstein ihren Beitrag auf sueddeutsche.de am vergangenen Sonntag ein. Sie beschreibt die Situation für Doktoranden an deutschen Hochschulen. Die StudiVZler greifen ihren Artikel und mit ihm das Thema auf.

Deckstein macht klar: Während Studenten derzeit im ganzen Land auf die Straße gehen würden,täten es die fortgeschrittenen Kommilitonen dagegen nicht. Sie leiden, so die Autorin, still vor sich hin. Auf “Generation Praktikum” folgt nun also “Dr. Prekär”, was nun auch durch eine Studie der Gewerkschaften belegt wurde. Und so hangeln sie sich “zwischen Karriereaussichten und Abbruchtendenzen”, “von Befristung zu Befristung” und haben doch wenig rosige Aussichten für die Zukunft.

Ein StudiVZler reagiert auf das zuvor Gelesene wie folgt: “Wie wäre es mit einem Streik? Mal die Gemeinschaftskasse darauf aufmerksam machen, dass wir uns Doktoranden vielleicht etwas mehr Geld kosten lassen können, bzw. uns die Frage stellen, ob wir die ganzen Doktoranden überhaupt brauchen…” Ein anderer beschreibt die Situation etwas ausführlicher: “Naja, 90% der Promovierten entscheiden sich gegen eine Hochschulkarriere. Tolle Aussage, wenn man weiß, dass für Ärzte und Juristen die Promotion eigentlich die Arbeitsvoraussetzung ist. Ähnlich bei den Chemikern. Außerdem sollte man beachten, dass viele Doktoranden keine Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter haben, sondern extern promovieren. So schlimm ist die Lage dort auch nicht. Aber man muß in der Tat sehen, dass jemand, der 6 Jahre an der Promotion und dann noch mal 6 an der Habil gearbeitet hat, möglicherweise keine seinen Fähigkeiten entsprechende Stelle finden wird. Er ist dann möglicherweise 40 und hat keine Aussichten auf eine Professur, aber wenig Berufserfahrung außerhalb der Hochschule, außerdem eine für viele Berufe zu hohe theoretische Qualifikation, sprich wäre bei vielen Jobs unterfordert.”

Ein Dritter in der Runde malt noch schwärzer. Er schreibt: “In Deutschland studieren ist eh Mist, will nicht wissen wie viele Studienabbrecher Bologna produziert. Aber was sollen die jungen Menschen auch sonst machen? Azubi Plätze und Lehrstellen sind ja auch nicht unbegrenzt vorhanden.” Er hofft allerdings: “Immerhin schrumpft die Bevölkerung Deutschland jedes Jahr, vielleicht entschärft dass den Konkurrenzdruck auf dem Arbeitsmarkt, wenn die kinderschwachen Jahrgänge von der Uni abgehen.” Hierzu ergänzt der Thread-Eröffner mit ein paar Zahlen aus der FAZ. Er zitiert: “Während das Betreuungsverhältnis an renommierten Hochschulen in Großbritannien und in den Vereinigten Staaten bei 1:10 liegt (ein Professor für zehn Studierende), bewegt sich die durchschnittliche Betreuungsrelation in Deutschland bei 1:66. In manchen Fächern sieht es noch schlechter aus, in kleineren Fächern besser. Deutschland liegt bei den Ausgaben je Student nach Angaben der OECD gerade noch vor Mexiko und Nigeria………Es fehlen den Hochschulen keineswegs nur zwei bis drei Milliarden Euro, wie damals bekanntgegeben wurde. Tatsächlich liegt der Bedarf viel höher,…”

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