Teamgeist 2.0: netzpublik.de verschmilzt Wiki und Blog zu neuem Online-Magazin

Die Medienlandschaft hat ein neues Kind geboren. Sein Name: netzpublik, geboren in München. Es gehört in die Familie des Web 2.0. netzpublik.de ist ein Magazin, das in einer rein web-basierten Redaktion entsteht und ganz in Nutzerhand liegt: Im Redaktionsbereich der Webseite schlagen Besucher Themen vor, diskutieren und bewerten sie, organisieren

retew.jpgDie Medienlandschaft hat ein neues Kind geboren. Sein Name: netzpublik, geboren in München. Es gehört in die Familie des Web 2.0.

netzpublik.de ist ein Magazin, das in einer rein web-basierten Redaktion entsteht und ganz in Nutzerhand liegt: Im Redaktionsbereich der Webseite schlagen Besucher Themen vor, diskutieren und bewerten sie, organisieren Schwerpunkte, schreiben und recherchieren gemeinsam Texte und prüfen Artikel, bevor sie im Leserteil erscheinen.

Inhaltlich geht es bei netzpublik um Wirtschaft, Medien und Politik. Beiträge sollen eine breite Masse ansprechen (Publikumsmagazin), unterhaltsam aber auch informierend sein und weder Nischen bedienen noch wissenschaftlich angehaucht sein. Präsentiert werden sollen vielmehr ausgefallene Themen, neue Sichtweisen und eigene Analysen. Das Angebot ist keine News-Seite wie z. B. wikinews, statt tagesaktueller Berichterstattung will man Hintergründe und Zusammenhänge zeigen.

“Wir beteiligen viele an der Entstehung unserer Artikel, weil wir glauben, dass durch die Ideen, die Ansichten und das Wissen vieler unsere Beiträge interessanter werden und gemeinsames Schreiben mehr Spaß macht”, erläutert der Gründer des Magazins seine Idee. Seine Vision: netzpublik soll die Weisheit eines Wikis, die Authentizität eines Blogs und die Markenstärke eines klassischen Magazins vereinen und eine Lücke zwischen persönlichem Blog und klassischem Online-Verlagsprodukt besetzen.

Autoren, Blogger und alle anderen, die sich für Wirtschaft, Medien und Politik begeistern, will das Magazin anlocken, indem es ihnen ein technisch und qualitativ hochwertiges Umfeld bietet und vorallem den Ideenschatz und die gebündelte Kompetenz seiner Mitglieder-Gemeinschaft. Ein integriertes soziales Netzwerk könnte helfen, Kontakte zu Autoren und Experten mit ähnlichen Interessen zu knüpfen. Alle Mitwirkenden werden zudem anhand eines Punktesystems an den Werbe- und Lizenzeinnahmen des Magazins beteiligt.

Anders als bei anderen Bürgerjournalismus-Sites (opinio, suite101 oder die readers-edition) steht bei netzpublik die gemeinsame Arbeit an einzelnen Artikeln im Vordergrund, die auch zu Schwerpunktthemen gebündelt werden können. Redaktions-Mitglieder müssen also nicht unbedingt eigene Beiträge schreiben, sondern können auf vielfältige Weise mithelfen, etwa indem sie fremde Texte ergänzen und prüfen oder ihr Wissen oder zusätzliche Quellen zu Artikeln beisteuern oder einfach nur Themen vorschlagen.

netzpublik ordnet die Beiträge auf der Startseite und auf den Ressort-Seiten automatisch an: Das System präsentiert dabei Beiträge umso prominenter, je besser das Ergebnis der redaktionsinternen Mitglieder-Bewertung war, je jünger die Beiträge sind und je höher das Interesse der bisherigen Leser an dem Beitrag.

netzpublik will sich an den journalistischen Grundsätzen der Wahrhaftigkeit, Objektivität, Transparenz und dem Gebot der Trennung von Meinung und Tatsachen messen. Mitglieder prüfen und bewerten Artikel vor ihrer Veröffentlichung gegenseitig mit Hilfe eines Bewertungsschemas nach folgenden Kriterien: Themenattraktivität (z.B. Originalität, Relevanz, Nutzwert), Darstellung (z. B. Sprache, Verständlichkeit), Inhalt (z.B. Richtigkeit, Recherche, Objektivität). Mitgliedern steht hierfür ein Online-Formular zur Verfügung.

Laut Angaben auf der Webseite werden Themen ausschließlich von den Mitgliedern in der Online-Redaktion organisiert und geplant. Der Betreiber von netzpublik nimmt nach eigener Aussage keinen Einfluss auf Inhalt oder Gewichtung. Das Twitter-Account von netzpublik verrät, dass Google einer Aufnahme von der Beiträge in den google news-Dienst grundsätzlich zugestimmt hat.

Der Programmsatz von netzpublik, “gemeinsam ein Magazin”, birgt Potential und der Zeitpunkt ist gut für neue Konzepte in der Medienlandschaft. Bleibt abzuwarten, ob es gelingt, das Wissen vieler zu nutzen, in einem Magazin zu bündeln und die richtigen Themen zu finden. Erfolg wäre dem Medien-Neuling jedenfalls zu wünschen.

Zum Magazin: www.netzpublik.de

Kommentare

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  1. Sehr spannend, endlich mal was Neues in Sachen Web 2.0. Die Idee der Zusammenarbeit ist gut, entweder man schreibt einsam und alleine oder kämpft sich bei Wikipedia rum aber ein Magazin zum gemeinsam schreiben find ich gut. Allerdings konkurriert das Angebot mit vielen anderen Sites, sodass es sicherlich kein einfacher Start ist.