“Aufhübschen” oder abnehmen – StudiVZ und die Werbung

Gruppe Die Linke: Während die einen sich speziell auf Coca Cola konzentrieren, beschäftigt sich ein anderer Teil der Diskutanten innerhalb der Gruppe generell mit dem Phänomen “Werbung auf StudivZ”. Einige Diskutanten können darüber ganz locker hinwegsehen. Für manch Nutzer stellt die zunehmende Präsenz schillernder Anzeigen jedoch eine echte Störung dar.

Gruppe Die Linke: Während die einen sich speziell auf Coca Cola konzentrieren, beschäftigt sich ein anderer Teil der Diskutanten innerhalb der Gruppe generell mit dem Phänomen “Werbung auf StudivZ”. Einige Diskutanten können darüber ganz locker hinwegsehen. Für manch Nutzer stellt die zunehmende Präsenz schillernder Anzeigen jedoch eine echte Störung dar.

“(…) 1 Monat bis 16 kg abnehmen (…) Bist Du hübsch? Lass Dich entdecken! (…) Die Linke im Bundestag. Für eine neue soziale Idee. (…) Abnehmpflaster – 30kg/10€”, eine StudiVZlerin hat genug von solchen Botschaften. Sie fragt in die runde: “Ich guck mir das jetzt schon seit Wochen an und langsam hab ich wirklich genug (…) Was können wir tun gegen nicht nur kommerzielle (das muss offenbar halt sein), sondern auch sexistische und Krankheiten fördernde Werbungen auf dieser Plattform?” Als besonders störend empfindet sie einschlägige Fotowerbung am Rand der Seite, die regelmäßig halb nackte Frauen anzeigen würden. Doch damit nicht genug: “Abgesehen davon, wie man die Betreiber stören könnte: Wie wäre es, die Linke darauf aufmerksam zu machen, mit wem sie sich da einreiht??? Und überhaupt find ichs nicht ok, wenn sich die Partei in diese Form der personalisierten (inwiefern eigentlich, ich habe bestimmt noch nie nach Abnehmen gegoogelt…!) Werbung engagiert. Da kann man sein Geld doch nützlicher investieren!”

Ein Mit-Diskutant klärt jedoch auf: “Welche Werbung du angezeigt bekommst hängt nicht davon ab, was du googelst – StudiVZ berechnet das wohl eher nach bestimmten Schlagworten in Gruppen, denen du angehörst, oder die in deinem Profil vorkommen.” Die so gennante Google-Ads Werbung funktioniere seines Wissens nach  über Crawler, die die Seite auslesen, auf der die Werbung angezeigt wird, und dort entsprechende Werbung einblenden. “Wenn du also in einem FDP-Propaganda-Thread bist, in dem immer vom ‘schlanken Staat’ gesprochen wird, kann’s schonmal passieren, dass du Bulemie-Seiten angezeigt bekommst *g* ”

In Bezug auf das Auftauchen einer Werbung für die Linke innerhalb solcher Anzeigen sagt er: “Das mit dem ‘Einreihen’ ist so eine Sache. Ich hab’s damals bei der Seite npdblog.info schon angesprochen, da dort teilweise über google ads Anzeigen reinkamen, die ausgesprochen Rechts waren (…). Insgesamt dürfte es kaum eine Partei geben, die nicht bei Google Ads mitmacht – es ist einfach eine verdammt große Werbeplattform. Und wenn man’s ganz genau nimmt, ist die Werbung der Google Ads nichtmal personalisiert (…), sondern objektiviert (…, von daher sehe ich hier nicht so das Problem…”

Ein Problem habe man hingegen, wenn ein Google-Konto oder eine Toolbar benutzt würde, fügt ein anderer Kommentator hinzu. Er schreibt: “Mir ist das aufgefallen, als ich auf You Tube plötzlich informiert wurde, das jemanden meiner Freunde/Emailbekannten auch ein Konto bei You Tube hat. Nur weil ich dem mal eine Email geschrieben habe über mein googlemail Konto. (…) Google durchsucht auch neuerdings Blogs, Myspace, Twitter, Facebook Einträge.” In diesem Zusammen hang verweist ein Schreiberling auf “google accounts“. “Hier kannst du alles einsehen was google über dich weiß. Unter Webprotokoll kannst du auch sehen was du so getrieben hast im netz. Reicht von Bilder die du gesucht hast bis hin zu Bücher.”

Während sich die Gruppe austauscht und manch Funktionsweise klärt, zeigt sich ein Teilnehmer resigniert. Was man in seinen Augen dagegen tun könne? “Na was schon – nichts. (…) eher wird Merkel Außenministerin unter Lafontaine, als dass ein so großes Internetportal wie StudiVz aufhört, Werbung mit halbnackten Frauen zu zeigen.”

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