Das Aus für die Ampel? Lebensmittelkennzeichnung wohl weiterhin unübersichtlich

Die EU-Kommission steht mit dem vorliegenden Verordnungsentwurf zur Nährwertkennzeichnung von Lebensmitteln am Ende der zweijährigen Arbeit an einer verbindlichen Pflichtkennzeichnung für Lebensmittel. In dem nun vorliegenden Entwurf ist eine Kennzeichnung von Lebensmitteln im Sinne des Ampel-Modells nicht nur nicht vorgesehen ““ sondern sogar untersagt. Industriefreundliche Richtlinien erschweren weiterhin  ein gesundheitsbewusstes

9_Ampel_Stop.jpgDie EU-Kommission steht mit dem vorliegenden Verordnungsentwurf zur Nährwertkennzeichnung von Lebensmitteln am Ende der zweijährigen Arbeit an einer verbindlichen Pflichtkennzeichnung für Lebensmittel. In dem nun vorliegenden Entwurf ist eine Kennzeichnung von Lebensmitteln im Sinne des Ampel-Modells nicht nur nicht vorgesehen ““ sondern sogar untersagt. Industriefreundliche Richtlinien erschweren weiterhin  ein gesundheitsbewusstes Einkaufsverhalten für Verbraucher.

Freiwillige Kennzeichnung im Sinne der Ampel wird untersagt

Das übersichtliche Modell der Ampel-Farben, bei dem künftig ein farblicher Aufdruck auf der Vorderseite von Lebensmittel-Verpackung auf deren Gehalt an Salz, Fett, Fettsäuren und Zucker hinweisen würde, ist aus dem EU-Verordnungsentwurf ausdrücklich ausgeschlossen. Darüber hinaus kommt ein von dem Verbraucherverein  foodwatch in Auftrag gegebenes Rechtsgutachten zu dem Ergebnis, dass Abweichungen von der Verordnung im Sinne einer freiwilligen farblichen Kennzeichnung der Nährwertangaben mit den Ampelfarben sogar verboten wären. Damit wird eine Kennzeichnung von Lebensmitteln im Sinne des Ampel-Modells faktisch untersagt.

Schnelle Verbraucher-Orientierung beim Einkauf durch Lebensmittel-Lobbyisten unerwünscht

Offenkundig haben starke Interessengruppen seitens der Lebensmittel- (insbesondere der Süßwaren-)Industrie erfolgreich eine verbraucherfreundliche Kennzeichnung verhindern können ““ obwohl laut einer repräsentativen Emnid-Studie knapp 70% der befragten Bürger ein Ampel-Modell bei der Lebensmittelkennzeichnung begrüßen würden. Stattdessen soll nun das so genannte GDA-System durchgesetzt werden: Hierbei werden Angaben des prozentualen Gehaltes eines Nährstoffs in einem Lebensmittel im Verhältnis zu dem vom Verband der Europäischen Lebensmittelindustrie vorgeschlagenen Richtwert für die Tageszufuhr des betreffenden Nährstoffs angegeben ““ was zu den bekannten Kleinschrift-Tabellen auf der Rückseite der Verpackung führt bzw. zu Angaben wie: “ž100g enthalten 13% der empfohlenen Tagesdosis“œ. Verantwortliche Verbraucher müssten daher (weiterhin?) vor dem heimischen Fernseher 100g Chips mit der Digitalwaage abwiegen. Hierbei zeigt sich zugleich die deutliche Verbraucherunfreundlichkeit des Systems: Je nach Angabe der frei wählbaren Referenzgröße können für Fett, Salz und Zucker Prozentwerte von unter 15 angegeben werden, die psychologisch auf den ersten Blick klein wirken. Apropos klein: Eine verbindliche Mindest-Schriftgröße wird in dem Entwurf ebenfalls nicht vorgeschrieben.

Ernährungsbedingte Krankheiten werden gefördert

Salz-, fett- und zuckerreiche Ernährung fördert nicht nur Herz-Kreislauf-Krankheiten, die Entstehung von Gicht, Gallensteinen und Diabetes, sondern steht auch im Verdacht an der Entstehung von Krebserkrankungen beteiligt zu sein. Insbesondere Kinder sind davon zunehmend betroffen: Wie die ZEIT berichtet, zeigt ein gestern veröffentlichter Bericht der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), dass die Zahl der fettleibigen Kinder weiterhin ansteigt und hinsichtlich der Mädchen bereits über dem OECD-Durchschnitt liegt. Eine Ampelkennzeichnung wäre dafür nicht die Lösung gewesen ““ aber durchaus ein wichtiges Signal.

Bildquelle: pixelio.de (RainerSturm)

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  1. also ich weiß nicht.

    wer nicht weiß, daß süssigkeiten oder knabberartikel keine lebensmittel sind, der braucht auch eigentlich keine ampel.

    daß wir derzeit explodierende zahlen bei den sogenannten zivilisationskrankheiten haben, liegt am steigenden alter der bevölkerung.

    daß die menschen, trotz erkrankungen immer älter werden, galt lange zeit als ein indiz für eine technologisch und medizinisch fortschrittliche gesellschaft.

    wenn kinder an sogenannten alterskrankheiten (diabetes typ II hieß mal altersdiabetes) liegt das nicht an der bösen lebensmittelindustrie, sondern zum teil auch daran, daß in vielen schulen der schulsport aus kostengründen auf ein absolutes minimum reduziert wurde. teilweise findet schon gar keiner mehr statt.

    draußen dürfen die kinder auch nicht mehr toben und rennen, weil sich dann gleich die gesame nachbarschaft in ihrer persönlichen ruhe gestört fühlt, und das lärmschutzgesetz zu hilfe genommen wird, um spiel- und bolzplätze gerichtlich schließen zu lassen.

    und wenn dann noch väter und mütter in mies entlohnten berufen mehr als 8 stunden jeden tag arbeiten müssen, um überhaupt über die runden zu kommen, liegt es auf der hand, daß man dann eben mal eher auf fertigprodukte zurückgreift,
    alleine schon aus zeitmangel.

    und selbst wenn man eine ampel oder ähnliches hätte, würde das nicht unbedingt bedeuten, daß plötzlich alle tonnenweise gewicht verlören. denn wie z.b. bei den beliebten und so gesunden “zwergen” würden die überall einen grünen punkt bekommen, weil sie mit fruchtzucker zubereitet sind. der ist aber was die entstehung von diabetes betrifft genau so schädlich wie normaler zucker.

    das sind aber feinheiten, die dann schon viele nicht mehr wissen. wie soll denn dann so eine verpackung aussehen für so etwas. außen eine schachtel so groß wie für corn-flakes und innen drin 4 kleine düppchen? nur weil man sonst nicht alle warnhinweise draufbekommt? das wäre dann wiederum ein grund für foodwatch von “mogelpackungen” zu sprechen und erneut die produzenten an den pranger zu stellen.

    vielleicht kommen die menschen ja einfach mal wieder zurück auf das, was jahrzehntelang usus war. 3 mahlzeiten am tage und hin und wieder mal was anderes zwischendurch. also nicht an jeder ecke und mehrmals am tag, coffee, latte, sandwiches, bagels, hamburger, cola, etc. to go.

    würde sich vorteilhaft auf geldbörse und figur auswirken, aber dann wird der konsument wieder auf die bühne gezerrt, weil er den konsum verweigert.