Facebook – Wenn private Daten davonfliegen

Groß hatte Facebook-Gründer Mark Zuckerberg in der vergangenen Woche die neuen Einstellungen für eine bessere Privatsphäre angekündigt. Die Nutzer sollten künftig ganz gezielt entscheiden können, wer welche Inhalte auf dem eigenen Profil zu sehen bekommt und wer eben nicht. Ein guter Plan, der sich nach Meinung einiger Portale nun ins

devil.jpgGroß hatte Facebook-Gründer Mark Zuckerberg in der vergangenen Woche die neuen Einstellungen für eine bessere Privatsphäre angekündigt. Die Nutzer sollten künftig ganz gezielt entscheiden können, wer welche Inhalte auf dem eigenen Profil zu sehen bekommt und wer eben nicht. Ein guter Plan, der sich nach Meinung einiger Portale nun ins Gegenteil verkehrt.

“Wer bei der Überprüfung seiner Sicherheitseinstellungen nicht aufpasst, findet seine Profil-Informationen und Statusmeldungen plötzlich im freien Internet wieder”, ist heute zu lesen. Und das, wo Facebook doch seit gestern dabei ist mehr als 350 Millionen User auf der ganzen Welt per Meldung auf deren Startseite darum zu bitten, ihre Einstellungen zu prüfen und gegebenenfalls upzudaten. Nach ersten Kritiken soll dies nun ganz einfach, intuitiv und vor allem schnell zu machen sein.

Facebooks Antwort auf Twitter

Aber was so simpel klingt, hat scheinbar auch einen Haken. Das so genannte “Transition Tool”, das im Zuge dessen ebenfalls angeboten wird, stimmt einige Redakteure nachdenklich. So meint etwa Jason Kincaid vom einflussreichen Blog techcrunch.com, dass Facebook damit seinen bisherigen Ruf als “privates soziales Netzwerk” aufgegeben hätte. Schuld sei der von Facebook voreingestellte “Everyone“-Button, der in seinen Augen die Antwort des Unternehmens auf Twitter darstelle. Denn hiermit können die Mitglieder ihre Statusmeldungen, Fotos und Videos allen Internetnutzern anzeigen lassen – und das, so warnt er weiter – oftmals unbewusst, da die wenigsten Nutzer genauestens auf die Einstellungen achten würden. So erklärt hierzu auch Claudia Frickel: “Wer nicht genau hinsieht und die Vorgaben bestätigt, macht seine jeweiligen Daten damit im gesamten Internet öffentlich. Vermeintlich private Statuseinträge oder Kommentare könnten dann theoretisch über die Google-Suche auffindbar werden, und jeder kann sie ansehen.”

Wettbewerbsfähigkeit versus Datenschutz

Alles Berechnung meint hierzu auch Brad Stone von bits.blogs.nytimes.com. “Das ist ein kalkulierter Schritt des Unternehmens, um einige Probleme zu beheben, die im Zuge des massiven Wachstums des Portals aufgetreten sind. Und diese Veränderungen könnten Facebook dabei helfen auf Augenhöhe mit Rivalen wie Google und Twitter darum zu wetteifern der führende Aufbewahrungsort für Informationen der Menschen und dessen, was sie gerade tun, zu werden.” Diese Ansicht teilt auch das Electronic Privacy Information Center. Diese Änderungen führten in deren Augen dazu, dass die Facebook-Nutzer künftig mehr Informationen als jemals zu zuvor teilen würden. Die Kontrolle über die eigenen Daten werde dadurch nicht etwa gefördert – nein, sie gehe zunehmend verloren: “Das Facebook Datenschutz-Fiasko beginnt.”

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  1. Dass die Privatsphäre bei Facebook durch die neuen Regelungen verbessert wurden ist definitiv nicht wahr. Mein Profilbild und mein gesamter Freundeskreis ist für alle öffentlich ersichtlich. Selbst für nicht angemeldete bzw. registrierte User. Dies war zuvor nicht so, und genau das war der Grund, warum ich mich bei Facebook angemeldet habe. Die gute und durchdachte Privatsphäre …
    Ändern läßt sich das auch nicht.
    Es ist eine Frechheit, was Facebook mit seinen Mitgliedern gemacht hat.
    Ich ziehe jetzt die Konsequenzen, und werde mich abmelden.