Wilhelmshaven: Brücken bringen Sozialdemokraten um/Werbung für ein tolles Möbelstück

Die bundesweite Forderung muss lauten: Jede Stadt sollte eine “Wilhelmshavener Zeitung” (WZ) haben. Überall wie weggeblasen wäre Trübsal an grauen Wintertagen, heiter wäre das Land auch im Dezember, jeden Morgen lauthals lachend. Was könnte es Schöneres geben, als in jeder Küche fröhliche Menschen am Frühstückstisch, die sich belustigen an Schlagzeilen

Die bundesweite Forderung muss lauten: Jede Stadt sollte eine “Wilhelmshavener Zeitung” (WZ) haben. Überall wie weggeblasen wäre Trübsal an grauen Wintertagen, heiter wäre das Land auch im Dezember, jeden Morgen lauthals lachend. Was könnte es Schöneres geben, als in jeder Küche fröhliche Menschen am Frühstückstisch, die sich belustigen an Schlagzeilen wie “Stadt will mehr Nieten einsetzen” und sich deshalb nicht darüber wundern, dass “jetzt im Bauausschuss die SPD-Vertreter insoweit Magenschmerzen (bekommen haben), dass sie am Ende Stimmenthaltung übten” – ohne allerdings bereits am Ende zu sein, denn bei Bauchgrimmen bleibt es nicht, der nächste Satz lautet wohl wegen der schweren Verdaulichkeit von Nieten: “´Die Brücken bringen uns um´, stöhnte Norbert Schmidt nicht nur mit Blick auf die KW-Brücke, sondern auch auf die fast gleich alte Deichbrücke.”

Da für Sozialdemokraten nach WZ-Erkenntnissen gilt, tot ist immer noch quicklebendig, darf dieses Ausschussmitglied im dritten Absatz sagen: “Letztlich werde man aber wohl nicht um Sanierungsarbeiten herumkommen.” Bis dahin übt die SPD Stimmenthaltung? Wie übt man die eigentlich?

Tisch mit Tellerrand

Auf Seite 7 ist Schluss mit Üben. Dort wird ein Möbelstück beschrieben, das in jede Wohnung und in jedes Haus gehört. Wie – siehe oben – die “Wilhelmshavener Zeitung”. Angepriesen wird dieses Möbelstück in einem Artikel über ein Treffen von Wirtschaftsförderern. Der erste Satz ist ebenso putzig wie die Überschrift. Die Würfel neigen sich zur Schlagzeile. Die lautet: “Runder Tisch schaut über den Tellerrand.” Trotz ständiger Beobachtung ist den Wirtschaftsförderern der Appetit aber nicht vergangen: “Der Allgemeine Wirtschaftsverband Wilhelmshaven-Friesland (AWV) lud am Dienstag Partner aus der Wirtschaftsförderung nicht nur zum deftigen Grünkohlessen – im ´Nautilus´ schaute man auch weit über den Tellerrand hinaus.” Weil am Nebentisch eine hübsche Frau gesessen hat?

Die brachte wahrscheinlich auch den Oberbürgermeister durcheinander. Denn der soll diesem Tellerrand-Artikel zufolge gesagt haben: “”¦dass noch vor Weihnachten der Arbeitsbeginn des neuen Wirtschaftsförderer der ´JadeBay´ feststehen werde, frühestens am 1. Februar, spätestens am 1. April.” Und wann ist Weihnachten?

Nachbarin als Strohhalm

Kaffeekanne leer, alle Brötchen verputzt – und nun? Tipp auf Seite 10: “Mobilitätstraining im Gelenkbus”. Das hält geschmeidig – und kann ruhig dauern, denn: “Abfuhrkalender kommt in Haushalte” (Seite 13). Die Nachbarin wird diesem Abfuhrkalender schon öffnen, sie erweist sich immer wieder als “Strohhalm der Hoffnung” (Seite 14).

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  1. Pingback: Wilhelmshaven - Blog - 10 Dec 2009