Wer viel verdient leistet viel – Stimmt das so?

Gruppe Die Linke: Es gibt Berufsgruppen, zu denen sieht das Gros der Gesellschaft auf. Anzug samt Schlips spielen hier eine nicht unwichtige Rolle. Tragen Menschen dagegen eher einen Arbeitskittel, neigen die meisten von uns eher weniger zur Bewunderung. Soweit zu den Klischeevorstellungen. Ein StudiVZ-Nutzer bringt nun völlig neue Sichtweisen ins

Gruppe Die Linke: Es gibt Berufsgruppen, zu denen sieht das Gros der Gesellschaft auf. Anzug samt Schlips spielen hier eine nicht unwichtige Rolle. Tragen Menschen dagegen eher einen Arbeitskittel, neigen die meisten von uns eher weniger zur Bewunderung. Soweit zu den Klischeevorstellungen. Ein StudiVZ-Nutzer bringt nun völlig neue Sichtweisen ins Spiel.

“Sind Putzfrauen und Müllmänner wichtiger für die Gesellschaft als Banker? Das behaupten jetzt britische Ökonomen – und brechen mit dem alten Lehrsatz: Wer viel verdient, hat auch viel geleistet. Die schlimmsten Wertvernichter sind der Studie zufolge Steuerberater”, wirft der Thread-Eröffner in die Runde. Anlass ist für ein Artikel auf Spiegel Online. Der Titel: “Ökonomen preisen die Putzfrauen“.

Der Beitrag stößt in der Runde auf Zustimmung. “Wow, Ökonomen mit Vernunft ;) Sowas gibts selten. Der Artikel hätte auch in der Wunsch-Zeit von attac stehen können ;) hätte nicht gedacht noch einmal so etwas von sich unabhängig schimpfenden Ökonomen zu lesen zu bekommen. Daumen hoch!”, ist ebenso zu lesen wie “Als aufgeklärter Linker sollte man das aber wissen. Jetzt isses halt mal endlich offiziell gemacht.”

Kritischer sieht das Ganze ein späterer Kommentator, dieser schreibt: “Ahja ok, da ist der Spiegel dann doch wieder die Wahrheit. Wird der Spiegel hier nicht als neoliberales Schundblatt klassifiziert, va. dann, wenn er was sagt, was euch nicht passt? Also erstmal ist jetzt garnichts offiziel, weil das nur ne Studie ist, die ich ehrlich gesagt eh nicht nachvollziehen kann. Kann mir da mal jemand helfen? ‘Im Falle der Banker verglichen sie deren Einkommen mit der Wirtschaftsleistung der Finanzexperten, also mit ihren Steuerzahlungen und der Anzahl der geschaffenen Jobs. Das Ergebnis fällt negativ aus: Für jedes Pfund, das die Spitzenbanker verdienen, zahlt die Gesellschaft sieben Pfund drauf.’ Was meint man denn damit? Ok er verdient 1P, aber wie kommt man auf die anderen 11P? (…)” Der Diskutant möchte wissen, welche Parameter hier eigentlich zu Grunde gelegt oder ausgelassen wurden. Denn je nach dem könnte die Studie völlig andere Ergebnisse liefern.

Wie die Wissenschaftler auf die Resultate kommen, wird kurz darauf dargelegt: “High-earning investment bankers in the City of London are among the best remunerated people in the economy. But the earnings they command and the profits they make come at a huge cost because of the damaging social effects of the City of London”™s financial activities. We found that rather than being “˜wealth creators”™, these City bankers are being handsomely rewarded for bringing the global financial system to the brink of collapse. While collecting salaries of between £500,000 and £10 million, leading City bankers to destroy £7 of social value for every pound in value they generate.” Doch auch hierauf wird eingewandt: “(…) Je nach Gewichtung würde ich es auch schaffen, vorauszurechnen, dass ich, wenn ich – ohne Arbeit – jeden Abfall in Mülleimer werfe, mehr erzeuge, als ein ein schuftender Arbeiter, der das nicht tut.”

Doch auch das will ein VZ-Nutzer nicht so einfach stehen lassen. Denn genau das wäre ja ein generelles Problem der empirischen Sozial- und Wirtschaftsforschung. Er schreibt: “Man sollte natürlich nicht so weit gehen unbd behaupten: ‘Seht her, dass Banker Wertvernichter sind, ist nun bewiesen.’ Trotzdem gibt die Studie aber doch immerhin einen Hinweis darauf, dass in unserer heutigen Gesellschaft viele nicht das kriegen, was sie für ihre Arbeit ‘verdienen’. Das ist aber natürlich auch eine Frage vom jeweiligen Gerechtigkeitsverständnis.”

Kommentare

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  1. Banker sind keine Wertvernichter.

    Die an den Schalthebeln sitzen, enteignen die Völker der Erde,um sich selbst zu bereichern.
    Das ist noch nicht das Schlimmste:
    Sie leben von Krisen, Kriegen, Blut, Tod, Hunger – je mehr davon, desto besser für’s Geschäft.

    Putzfrauen richten jedenfalls weit weniger Unheil an… soweit ich weiss.

    Aber SPIEGEL ist bekannt für unnütze, fruchtlose Diskussionen.