KONZERTFOTOGRAFEN boykottieren RAMMSTEIN-Fotobedingungen in HH
“Wir stellen uns quer!”, heißt es ansonsten bei Atommülltrasporten nach Gorleben. In den Müll geworfen wissen wollten die Hamburger Fotografen geschlossen die Fotoverträge der Band Rammstein, die zur Zeit auf ihrer Tournee “Liebe ist für alle da!” unterwegs sind.
Ansonsten stehen die Fotoleute eher in einem verbissenen Konkurrenzkampf an der Heimatfront, da ist es nicht gerade konjunkturförderlich, solche Verträge abzuschließen.
Die Band selbst hatte ganz andere Probleme zu bewältigen. Keyboarder Flake Lorenz hatte eine Virusinfektion mit Fieber aus den Stiefeln gehauen und der Rest der Tour drohte im Nichts zu versinken. Gitarrist Paul Landers fragte bei Bandkollege Alf Ator von Knorkator an, ob es ihm möglich wäre, einzuspringen und die klaffende Musikantenwunde notdürftig zu schließen. In einem stundenwährenden Probenmarathon gelang es beiden Protagonisten sich dem Thema zu widmen.
Den Abend in der Color Line Arena meisterte Alf Artor mit der für ihn bekannten Gründlichkeit und Talent wunderbar.
Die Fotorebellen von der Waterkant, blieben dennoch stur und boykottierten das ausverkaufte Rammstein-Konzert, mit den Worten: “Irgendwo ist mal Schluss! Drei Songs ohne Blitz, das ist schon hart genug.”
Hintergrund:
Hamburger Konzertfotografen boykottieren das Rammsteinkonzert am 14.12.2009 aufgrund von Knebelvertraegen. Stellvertretend auch für viele weitere Kollegen trafen sich spontan die Fotografen Philipp Szyza – 2-kameraden, Christian Fischer – Buehnenblicke, Rainer Merkel, Joerg-Martin Schulze – jms-photo, Carsten Schem – Concert Views, Marco Maas – Fotograffirma, Heiko Sehrsam – Pics Hamburg, Nicola Ruebenberg – Face To Face, Isabel Schiffler – Jazz Archiv, Markus Lubitz – Jazz Archiv zum gemeinsamen Protestfoto.
Der Vertrag der Rammstein GbR reduziert u.a. die Verbreitungsmöglichkeiten der Konzertfotos auf ein einziges, namentlich zu bezeichnendes Medium und beinhaltet, dass Rammstein die Bilder gratis für eigene Zwecke nutzen darf. Bildjournalistinnen und -journalisten sollen der Band gestatten, Fotos für die Nutzung auf Webpages von Rammstein oder dem Management der Band ohne gesonderte Vergütung nutzen.
Kann den Satz mal jemand in irgend eine verständliche Form bringen?
“In den Müll geworfen wissen wollten die Hamburger Fotografen geschlossen, die Fotoverträge der Band Rammstein die zur Zeit auf ihrer Tournee “œLiebe ist für alle da!” unterwegs sind.”