Dem Christkind das Fürchten lehren

Mit “Time to scream again” läutete der Verein zur Förderung von Jugendveranstaltungen e.V. die Feiertage gewohnt unorthodox ein Alles andere als besinnlich haben die Organisatoren der dritten Winterkonzertreihe im Jugend- und Kulturzentrum Bad Kissingen den Jahresabschluss 2009 am vergangenen Samstag angekündigt. Und vorweg: Das ehrenamtliche Team hielt ““ gemeinsam mit

dan1.jpgMit “Time to scream again” läutete der Verein zur Förderung von Jugendveranstaltungen e.V. die Feiertage gewohnt unorthodox ein

Alles andere als besinnlich haben die Organisatoren der dritten Winterkonzertreihe im Jugend- und Kulturzentrum Bad Kissingen den Jahresabschluss 2009 am vergangenen Samstag angekündigt. Und vorweg: Das ehrenamtliche Team hielt ““ gemeinsam mit den insgesamt fünf angetretenen Bands ““ was es versprochen hatte. Bei eisigen Temperaturen haben sie es geschafft, die Gemüter der jugendlichen Gäste zu erhitzen und nicht nur einen Blick zurück in den Sommer zu werfen. Auch, wenn dazu im Vorfeld manch Stoßgebet nötig gewesen war…

Dem lautstarken Treiben waren nämlich scheinbar endlose Minuten des ratlosen Schweigens vorausgegangen. Gute minus 15 Grad hatten dazu geführt, dass das so dringend benötigte Bühnen-Equipment zwischen Hammelburg und Bad Kissingen festsaß. So gut wie keinen Millimeter bewegte sich der LKW, in dem sich die unerlässlichen Utensilien für den donnernden Sound des Abends befanden. Doch während sich die ersten Musiker sichtlich irritiert via Twitter an die Netzgemeinde wandten, hatte das unerschrockene Team rund um seine Vorsitzenden Ralf Stierstorfer und Tobias Schneider alle Hände voll zu tun. Denn: Aufgeben kam ihrer Meinung nach so gar nicht in Frage. Binnen kürzester Zeit hatten sie eine Lösung parat und beförderten Boxen, Mischpult und Co. so schnell wie möglich in Richtung JuKuZ. Das Spektakel konnte beginnen und fast noch pünktlich dem Christkind das Fürchten gelehrt werden.

Mit der noch jungen Formation [cerpin.taxt], dem energiegeladenen Quartett “Adieu OK!“, den vielen Besuchern noch sehr gut vom letzten Umsonst und Draußen bekannten Bands “At the farewell party” aus Frankfurt a. M., “Kings Are Better Queens” aus Würzburg sowie schließlich “Rising Sunset” aus Bad Neustadt, war das mehr als nur gelungen. Denn in einem schweißtreibenden Kraftakt zwischen leidenschaftlichen Schreien, unerbittlichen Schlagzeughieben und überraschenden Showeinlagen wurde über Stunden alles aufgeboten, was ein gelungener Start in die Weihnachtsfeiertage braucht. Ohne Unterlass zeigten die jungen Künstler, was es heißt, die eigene Musik vollends auszuleben, den Spaß am gemeinsamen Schaffen über den Bühnenrand hinaus direkt ins Publikum zu transportíeren und auch zu zeigen, dass bei so viel brachialer Tongewalt durchaus sentimentale Züge nicht zu kurz kommen. Denn viel hat sich seit den Tagen Ende Juni, als das Bad Kissinger Publikum sie zum letzten Mal zu Gesicht bekam, getan.

Neue Alben, neue Konstellationen ““ seit dem Sommer ist viel passiert

danmat.jpgSo haben “At the farewell party” intensiv an ihrem am zweiten Oktober erschienenen Debüt-Album “Infinity is miles away” gearbeitet und sich voll und ganz der ebenfalls seit Oktober laufenden Deutschland-Tour gewidmet. Trotz einiger Höhen und Tiefen und vielen tausend Kilometern Strecke sei das insgesamt eine wirklich “coole Sache” gewesen, stellte Schlagzeuger Buddy resümierend fest. Kein Wunder, dass das hessische Quintett, das der zehnten Generation des Bandpools der Popakademie Mannheim angehörte, nun auch dem Bad Kissinger Publikum die Ergebnisse der letzten Monate nicht vorenthalten wollte. Als sie zu später Stunde die Stage betraten, leuchteten die Augen der vornehmlich weiblichen Zuschauer. Der Sommer und damit das U&D waren plötzlich wieder ganz nah. Und als sich schließlich Matt, Sänger von “Kings Are Better Queens”, zu einem Duett auf die Bühne begab, war es wohl auch um den letzten Anwesenden geschehen.

athe.jpgGemeinsam zollten die beiden Sänger der zusammen absolvierten Tour Tribut. Auch seine Band hat bewegte Zeiten hinter sich gebracht, die sie teils bis an den Rand des Weitermachens gebracht hatte. “Diese beiden Bands sind ein richtig gutes Package”, brachte Matt nun umso freudiger die Verbindung zwischen Frankfurt und Würzburg auf den Punkt. Weitere Pläne, die beide Formationen eventuell sogar auf CD vereinen sollen, seien daher nicht ausgeschlossen. Bevor es jedoch soweit ist, präsentierten sich auch “KABQ” dem schon sehnlichst wartenden Publikum. Der “typische Bad Kissinger Halbkreis”, wie Matt die Anordnung nannte, entstand schon während der ersten Stücke wie von Zauberhand und bot erste Einblicke in die im kommenden März erscheinende EP mit sieben Songs, die sie sichtlich “erwachsener” daher kommen lassen wird, wie der junge Mann im weiteren Verlauf des Gespräches verriet. “2009 war sehr aufschlussreich”, fasste er am Ende zusammen. Nun seien sie “ready” und gingen gestärkt und mit klarem Kopf ins Neue Jahr.

“Es fühlt sich richtig an!”

Mit viel Elan waren auch Rising Sunset in die zweite Jahreshälfte gestartet. Noch vor ihrem Auftritt als Headliner des Abends zogen Sänger Martin und Bassist Simon Bilanz. So berichteten sie unter anderem von ihren intensiven Probenphasen und konnten so auch einen neuen Song in Bad Kissingen vortragen, der untypisch für sie, mit dem so genannten “Clean-Gesang” also weit abseits von Schreiattacken daher gekommen war.
marti.jpgNichtsdestotrotz wollen sie auch künftig ihrem so ganz eigenen Stil treu bleiben, dessen Definition ihnen selbst denkbar schwer fiele. “Harte Musik, aber mit viel Spaß” stehe eben weiterhin im Vordergrund, stellte Martin denn auch fest. Doch auch sie hätten Pläne für eine erste eigene EP. T-Shirts zur Finanzierung der Ganzen Sache hätten sie bereits an den Start gebracht. Und genauso wollen sie auch weiter machen ““ einfach sie selbst sein und ihre Freude am eigenen Tun hinaustragen. Denn “es fühlt sich richtig an!”

Unterschreiben konnte das auch Ralf Stierstorfer am Ende der Veranstaltung. “Wir haben es dann doch noch ganz gut hinbekommen”, stellte er in Anbetracht der Turbulenzen vom Nachmittag erleichtert fest. Dank eines kühlen Kopfes und jeder Menge körperlichen Einsatzes hätte schließlich alles geklappt. Wie das genau vonstatten ging, das wollte er allerdings nicht verraten. “Ein guter Zauberer behält seine Tricks für sich”, schmunzelte er.

Nun kann Weihnachten kommen. Erholung ist jedoch nicht lange angesagt. Bereits am neunten Januar geht es im Kissinger JuKuZ mit einem Newcomer-Wettbewerb weiter.

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