Nachdem der Klimagipfel von Kopenhagen gescheitert ist, es ist zu keinem verbindlichen Abkommen gekommen, ist das angestrebte Ziel – nicht mehr als zwei Grad durchschnittliche weltweite Erwärmung ab der industriellen Revolution bis 2050 bzw. 2100 – praktisch nicht mehr erreichbar.
Die Zwei-Grad-Grenze als Kipppunkt für das Klima
Der Klimaforscher Mojib Latif weist auf die Folgen hin:
“Die Wissenschaft geht davon aus, dass bei einer Erwärmung von zwei Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit bis zum Ende des Jahrhunderts bestimmte Schwellenwerte nicht überschritten werden. Bei deren Überschreitung würden unwiderrufliche Dinge eintreten, zum Beispiel das komplette Abschmelzen des grönländischen Eispanzers mit einem langfristigen Meeresspiegel-Anstieg um etwa sieben Meter weltweit.”
H. J. Schellnhuber, der Klimaberater der Kanzlerin, sieht die Zukunft sogar noch düsterer:
“Nicht mehr als 2 Grad durchschnittliche weltweite Erwärmung ab der industriellen Revolution bis 2050. Selbst dieser Kompromiss bedeutet langfristig bereits einen Anstieg des Meeresspiegels um 20 Meter. Vergessen Sie Mumbay, vergessen Sie New York!”
Diese Zwei-Grad-Grenze ist nun praktisch nicht mehr zu halten. Den Prognosen nach wird es zu dramatischen Folgen für die Menschheit kommen. Der grönländische Eisschild und große Teile des westantarktischen Eisschildes werden abschmelzen. Das wird langfristig gesehen einen Meeresspiegelanstieg von bis zu 20 Metern mit sich bringen. Mit dem Abschmelzen gelangt das Eis in immer tiefer liegende und damit wärmer werdende Luftsichten, wodurch sich der Abschmelzvorgang und der Meeresspiegelanstieg noch einmal beschleunigen. Städte wie Mumbay und New York werden in den Fluten versinken.
Zudem sinkt mit dem Abschmelzen der Eismassen das Rückstrahlungsvermögen der Erdoberfläche. Weniger Sonneneinstrahlung wird in den Weltraum zurück gestrahlt, damit heizt sich der Erde weiter auf. Insbesondere die Arktis und die Bergregionen.
Bedingt durch die Erwärmung werden die Permafrostböden auftauen und Methangas in die Erdatmosphäre entlassen. Ein etwa 25 mal stärker wirksameres Treibhausgas als CO2. Der Point of no Return ist somit erreicht und die Klimaerwärmung wird zum Selbstläufer (Venus-Syndrom).
Ungeachtet dieses düsteren Prognosen wird ein neues Ziel ausgerufen. Die Drei-Grad-plus-Welt.
Der Klimaforscher Stefan Rahmstorf schreibt in seinem Tagebuch:
“Im ersten Szenario humpeln die Uno-Verhandlungen im bisherigen Schneckentempo weiter voran (“žgreen business as usual”œ hat der WBGU dieses Szenario in einem früheren Gutachten genannt), gelähmt von der Überkomplexität der Verhandlungen unter fast 200 Staaten, und wir landen in einer 3-Grad-plus-Welt.
Im zweiten Szenario bestimmen letztlich die größten Emittenten das Tempo beim Klimaschutz, vielleicht auch mit einer Einigung unter den 15 oder 20 wichtigsten Ländern (wovon der von rund 25 Ländern formulierte Copenhagen Accord einen Vorgeschmack lieferte).
Dann gibt es kein Stimmrecht der am stärksten Betroffenen (die zu den ärmsten Staaten gehören), und eine entsprechend schwache Therapie kommt sicher heraus – möglichst schmerzlos für die Großemittenten. Auch so landen wir wohl in einer 3-Grad-plus-Welt, die ich meinen beiden Kindern sehr gerne ersparen würde.”
Ziel ist es nun, eine anscheinend nicht mehr kontrollierbare Klimaerwärmung, auf 3°C zu begrenzen. Aber wie kann man auf ein außer Kontrolle geratenes Klima noch einwirken? Wenn der Schalter erst einmal umgelegt ist, dann kann weder das Abschmelzen des Grönlandeises verhindern werden, noch ein Meeresspiegelanstieg von bis zu 20 Metern. Die neue Grenze ist also nur marginal. Die schlimmsten Folgen können, den Szenarien nach, nicht mehr abgewendet werden.
Anstatt einen Schlussstrich zu ziehen und sich auf die prophezeiten Folgen des Klimawandels vorzubereiten, wird aber weiter gemacht wie bisher. Es wird daran festgehalten die CO2-Emissionen zu reduzieren. Komme was wolle. Milliarden werden in die CO2-Vermeidung investiert. Dieses Geld fehlt letztendlich den Schutzmaßnahmen, die getroffen werden müssten, oder sollten.
Denn sollten die Prophezeiungen eintreten, dann hilft eine auf 3°C eingegrenzte Klimaerwärmung letztendlich gar nichts, wir werden trotzdem in den Fluten versinken.
Quellen
Wir spielen russisches Roulette mit unserer Erde
Oh, Gott, solche Artikel kann man doch besser beim Spiegel oder bei der Zeit einreichen !
Mich würde Ihre Rechenbasis interessieren:
a) Gesamtoberfläche der Meere ?
b) Gesamtoberfläche des Eises auf der Welt ?
c) mittlere Höhe des Eises oberhalb des Wasserspiegels ?
wie KONKRET haben Sie diese “20 mtr”. errechnet ?
Da es seit 2001 definitiv weltweit 2 Grad kühler geworden ist, sollten wir erst mal abwarten, bis wir diesen Rückgang abgearbeitet haben, bevor man KATASTROPHEN an die Wand malt. Damit kann man zwar in Hollywood Geld verdienen, aber am Ende des Films sollte man verstehen, dass es nur KINO war!