Der Erfolg fährt immer mit, auch wenn es nur ständig im Kreis ist, aber ankommen muss man als erster, denn nur der erste Platz zählt bei der Formel 1 und anderswo. Auf dem Treppchen winkt die große Kohle und die Ehre. Doch auch hier gibt es Unterschiede, denn wer durch Muskelkraft die Nummer 1 wird, ist nicht so in Gold aufgewogen, wie einer, der im Verbrennungsmotor alle andern an seinem Auspuff schnüffeln lässt.
Nicht zufällig erzielt der umweltschädlichste Sport die höchsten Gagen. Man kann schon sagen, das Umweltschädliche wird zur Droge: der Sprit selbst ist das Dopingmittel. Benzin und die Sehnsucht nach Weltmeisterschaft sind hier die Droge. Er geht ab wie eine Rakete, sagt man nicht zu Unrecht über Schuhmacher. Nur diese Droge macht es möglich, die Macht des Benzins schafft darüber hinweg zu täuschen, dass man wie eine Besinnungsloser eigentlich nur im Kreis fährt. Zur Begeisterung aller.
Schumacher
Richtig: Die Rede ist hier von Michael Schumacher dem dressierten Hamster des Motorsports und anderen Bezinschnüfflern. Doch reden wir ihn zuerst einmal nicht schlecht, den menschlichen Trieb der Erste sein zu wollen, Weltmeister zu werden. Nichts zählt ja mehr in der Gesellschaft als der erste Platz. Ob das eine genotypische oder phänotypische Angelegenheit ist, sei mal dahin gestellt, jedenfalls lebt der Rennsport wie andere auch von dieser Sehnsucht: Weltmeister. Um diese Krone zu erreichen, wird alles getan, aber auch alles. Und wenn man kein Naturtalent ist, wie dieser Schumacher, der wie kaum ein anderer die Kurven schnippeln kann, denn was anderes kann es ja nicht sein, denn eine Grade ist eine Grade, da wirkt ja nur die Schubkraft, hilft man auch mit jedweden Mitteln nach.
Also, es ist ein berechtigtes Ziel einmal Weltmeister zu werden. Dass man dabei soviel Benzin verbrennt, in einer Zeit der zunehmenden Umweltschädigung ist peinlich, wenn nicht sogar zynisch, aber dass es soviel Geld bringt, ist wirtschaftlich vernünftig. So vernünftig wie die Tatsache, dass Kernkraftwerke CO2 freie Energie liefern.
Weltmeister ““ wie oft noch
Schumacher ist aber nicht nur ein Ausnahmetalent, sondern auch ein Sinnbild für eine Zwangsneurose. Mag das Erreichen eines Weltmeistertitels ein berechtigtes Ziel sein, so ist das Erreichen des zweiten, dritte bis siebten Weltmeistertitels das Erreichen der Grade der Ziellosigkeit und ein Indikator für eine Reproduktion. Es offeriert ein freudloses mechanisches Muster und zeigt die Pathologie des Erfolgs. Häufig auch in der Musik zu sehen. Einmal einen Sound kreiert, auf den Hunderttausende klatschen, klingt alles Nachfolgende ähnlich. Der Interpret hat Blut geleckt. Falsch verstanden nennt man das dann Stil. Siebenmal war Schumacher Weltmeister. Wie langweilig. Es gab doch andere nach ihm. Er hätte ja auch das Feld früher räumen können. Ob ich nun 50 Millionen habe oder 500, beides lässt sich ja in einem Leben nicht ausgeben, wenn man nicht allzu blöd ist.
Silberpfeil
Nicht zufällig werden wir Schumacher im Mercedes Silberpfeil nun wieder sehen. Die sterbende Autoindustrie und der Untergang des Verbrennungsmotors greift noch einmal verzweifelt in die Geschichte ihrer Benzindroge: Mercedes SSK: Die deutsche Legende. Besetzt mit dem blonden, blauäugigen Schumacher. Ein Symbol für Wille und Sieg mitten in der Finanzkrise. Na, Malzeit. Die Wahrheit scheint zu sein: es stößt eher ab. Ein Rentner soll die Zukunft retten: Schumacher. Für Sieben Millionen im Jahr soll er im Kreis zum Sieg rauschen, Weltmeister werden, mitten in der Krise und Sparmaßnahmen bei Mercedes, vorbei an den Kurzarbeitern und Arbeitslosen an den Bildschirmen. Der Rentner Schuhmacher soll das Image des Sterns retten, vielleicht wie Müntefering die SPD.
Kurzum, vielleicht sollte man das auch verbieten: einmal Weltmeister und das war”™s. Der nächste bitte. Sonst wird es so pathologisch wie bei der Haribowerberung: heute schon einen Gottschalk gekaut. Wie eklig.
der f1 geht es wohl kaum ums satanische entfachen des heiligen höllenbenzinfeuers. die würden auch mit alk, koks, wasser, notfalls mit urin fahren, wenn man damit schneller fahren könnte. es geht in diesem wettbewerb um die effektivste beantwortung einer technologischen frage.
die f1 ist superreglementiert, jedes jahr gibt es unzählige neuerungen, die die teams beachten müssen. die f1 dient im übrigen auch der forschung …
ob das superhypermost tatsächlich noch zukunftsfähig ist … wird man sehen. ich vermute ein evolutives grundprinzip dahinter: deren plot dreht sich um entwicklung und nicht um stagnation.
in ein paar jahren fahren dann vielleicht ökorenner – die pläne (patente) dafür liegen längst in den schubladen. so besehen ist es schon okay, dass hier gelästert wird.
sport hat noch nie der reinen körperertüchtigung gedient. er ist die fortsetzung des kriegs mit anderen mitteln. menschen werden darin optimiert – nicht umsonst ist der sportheld ein nachfahre des (antiken) kriegshelden.
schumacher kann man mögen oder nicht – für mich ist er einer der wenigen prominenten, den ich einmal kennenlernen wollte.
ihn als blond und blauäugig zu bezeichnen, verfolgt wohl ein ziel: seine fans zu provozieren. alles nur ps-geile pseudonazis. f1 also als kürzel für faschismus1? ich finde das albern, aber die CO2-fixierten brauchen halt ihr feindbild.