Kaffeekultur: Meister der Mischung

Beim ersten Mal übersieht man die schmale, rot gestrichene Holzlatte leicht. Sie weist den Weg hinauf zu Wehner´s Rösterei, leicht zurückgesetzt, an der Hauptstraße in Euerbach im Landkreis Schweinfurt gelegen. Drei Stufen führen zur unscheinbaren Tür, hinter der Heinz Wehners Herz seit fünf Jahren schneller schlägt. Hier röstet und verkauft

kkfe.jpgBeim ersten Mal übersieht
man die schmale, rot gestrichene Holzlatte leicht. Sie weist den Weg hinauf zu Wehner´s Rösterei, leicht zurückgesetzt, an der Hauptstraße in Euerbach im Landkreis Schweinfurt gelegen. Drei Stufen führen zur unscheinbaren Tür, hinter der Heinz Wehners Herz seit fünf Jahren schneller schlägt. Hier röstet und verkauft er seine mittlerweile zwanzig Sorten, allesamt aus fairem Handel und in Bioqualität bezogen. Dem gelernten Bäcker ist die Herkunft seines Basismaterials wichtig, denn er weiß, dass Kaffee nicht nur Leidenschaft weckt, sondern auch Leiden schaffen kann bei den Ärmsten dieser Welt.

“Mir geht es in erster Linie um nachhaltiges und ethisches Wirtschaften, damit wir auch in Zukunft noch gute Kaffees genießen können”, bringt der Kaffeeexperte seine Überzeugung auf den Punkt, die sich auch in diversen Unterstützungsprojekten wie jüngst dem Bamberger Bistumskaffee niederschlägt, von dessen Verkauf ein Teil sozialen Projekten zugute kommt. Mit enormem Kaffeewissen und langer Erfahrung im schonenden Umgang mit der kostbaren Bohne hat Heinz Wehner im Laufe der Zeit seine Vorliebe für abgerundete, säurearme Kaffeemischungen entdeckt. Hierfür röstet er die von ihm für die jeweilige Mischung bevorzugten Bohnen nicht etwa einzeln und mischt sie nach dem zeitaufwendigen, da behutsamen Röstvorgang, der bis zu 25 Minuten pro Trommelladung dauern kann, zusammen. Nein, die unterschiedlichen Bohnensorten werden zusammen geröstet und das Röstprofil genau auf ihre Charakteristika abgestimmt.

“Wenn man es richtig macht, dann stimmt das Ergebnis”

Als Koch hat er erfahren, wie sich Geschmacksstoffe beim gemeinsamen Erhitzen miteinander vermischen und ein neues Geschmackserlebnis bescheren können. Weshalb sollte das bei Kaffee anders sein? “Wenn man es richtig macht, dann stimmt das Ergebnis”, lächelt der in allen Bereichen des Kaffees beschlagene Mann. Mindestens genauso wichtig wie die richtige Röstung sei die Zubereitung des Kaffees, für die es klar festgesetzte Werte gibt. So dürfe sich ein Espresso nur Espresso nennen, wenn circa 7,5 Gramm Kaffeepulver mit 25 bis 35 Milliliter Wasser zubereitet werde. Dazu müsse der Mahlgrad des Kaffees und die Temperatur des durchgeschleusten Heißwassers genauso passen. Den besten Kaffee erreiche man seiner Meinung mit einer guten Siebträgermaschine, aber auch herkömmlich gebrühter Filterkaffee entfalte sein volles Aroma, wenn man ihn mit einer idealen Brühtemperatur von 95 Grad übergieße und geduldig warten könne. Heutzutage eine Herausforderung in doppeltem Sinne.

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