Mit einem lachenden und einem weinenden Auge ging Robert Basic den Verkauf seines Twitter-Accounts “@RobGreen” Mitte Dezember an. Er tut es schon wieder, tönte es da aus den Weiten der Medienlandschaft. Darf er das?, fragten die einen. Kriegt er den Hals nicht voll?, die anderen. Er selbst sah die Angelegenheit pragmatisch: “Twitter erweist sich als ein zunehmend beliebtes Medium, um Menschen zügig und prägnant auf dem Laufenden zu halten. Es wird verstärkt von Unternehmen unterschiedlichster Branchen als ein idealer Kanal wahrgenommen, um ihre Kunden zu erreichen. Weitaus mehr als es bei Blogs der Fall war. Es handelt sich um ein junges aber zunehmend populäres Medium. Mit dem Kauf des Accounts ‘@RobGreen’ bietet sich eine sehr gute Chance an, um nicht von Null anfangen zu müssen und um erhebliche Kosten einzusparen”, versprach er seinen Lesern. Rund 12.000 Tweets, dazu noch knapp 5000 Follower hatte er zu bieten. Vom 18.12.2009 bis zum heutigen Dienstag, 12.00 Uhr sollte eine Angebotsabgabe möglich sein.
“Mission overcomplished!”
Doch so erfolgreich wie die Veräußerung seines bekannten Blogs basicthinking.de war das Vorhaben diesmal wohl nicht. “Es gab zwar Anfragen hinsichtlich des Verkaufs des Accounts ‘@robgreen’, doch haben mich weder die preislichen Vorstellungen noch die Informationsmodelle (…) angesprochen. Sprich, ich verlängere den Verkaufszeitraum bis ins nächste Jahr hinein”, lässt er nun alle wissen, die auf einen weiteren Coup im Hochpreissegment gewartet hatten.
Enttäuscht zeigt sich der als Alphablogger bekannte Basic allerdings nicht: “Mission failure oder mission accomplished? Die Antwort ist einfach: Mission overcomplished! Mehr Buzz hätte ich nicht haben können. Unter dem Strich war der Buzz mindestens genauso hoch wie damals zum Verkauf des Basic Thinking Blogs. Ob ich nun den Account verkaufe oder nicht, spielt eine sekundäre Rolle.” Sein eigentliches Ziel sehe er vielmehr im voranbringen des Projekts “Buzzriders”.
Kritik samt der Aufkündigung der Gefolgschaft einiger Twitter-Nutzer hatte er seit der Verkaufsankündigung hinnehmen müssen. Befremdlich scheint die Verlängerung des Angebots auf einige Blogger hingegegen nicht zu wirken. So schreibt etwa André Vetter: “Damit bricht er nicht die Regeln, schon in den Bedingungen zur Versteigerung war von einem nicht weiter bezifferten Mindestpreis die Rede. Sofern dieser nicht erreicht wird, würde das Konto ‘an keinen Bieter gehen’.” Andere sind jedoch skeptisch. So wird auf mapumedia.de gefragt: “Sollte die Verkaufsankündigung nur ein Fake gewesen sein, um genügend Buzz für BUZZriders zu erzeugen?”
Keine bahnbrechenden technischen Innovationen
Jürgen Vielmeier sieht allerdings einen größeren Zusammenhang und widerspricht damit der obigen Einschätzung Basics in Gänze. Bereits am 21. Dezember titelt er: “Ein turbulentes Jahr für Twitter, aber jetzt ist die Luft raus” Immer weniger Tweets, Retweets, dafür jedoch mehr Spam, nur noch Verbesserungen am alten System, aber keine bahnbrechenden technischen Innovationen, lautet seine Diagnose der Twittersphäre 2009. “Mit einer gänzlich neuen Technik im Hintergrund, besseren Funktionen à la Facebook und einem Exta-Service, der mehr als 140 Zeichen erlaubt, könnte Twitter noch die Kurve kriegen”, ist er überzeugt, räumt aber zugleich ein: “Aber irgend etwas wird man sich im Hauptquartier in Kalifornien einfallen lassen müssen, wenn man einen drohenden Massenexodus der User stoppen will. Vielleicht käme aber sogar das schon zu spät.”
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