Gruppe Die Linke: Erst droht er vermeintlich mit einem Boykott der Afghanistan-Konferenz im Januar. Dann heißt es, der Eindruck sei so “nicht richtig“. Dennoch, wenn es nur um Truppenentscheidungen ginge, wäre Guido Westerwelle die Angelegenheit zuwider. Er möchte lieber über zivile Wege der Friedensschaffung reden. Unterdessen peilt US-Präsident Barack Obama bereits den kommenden Juli für einen Truppbenabzug vom Hindukusch an. Doch ist dieser Schritt wirklich sinnvoll? Die StudiVZler sind sich uneins.
Ein Kommentator hält einen abrupten Abzug nicht für sinnvoll. Er schreibt: “Was dann mit den Afghanen passiert, ist den ‘oh das arme Kind in Afrika muss verhungern’ im Chor singenden Leuten hier praktisch völlig Wurscht… Das Land braucht Aufbau, den es ohne Stabilität nicht geben kann, unter einer Taliban nicht geben kann. 90% der Frauen sind Analphabeten und werden es auch bleiben, wenn die Truppen abziehen. Nach dem Talibanregime wurden wenigstens Schulen aufgebaut. Dass in den 90igern etliche Menschen einfach verhungert sind, ist auch nicht so wichtig… Hier gilt erstmal die Prämisse: ‘USA ist Kapitalismus und deswegen böse’ und dem wird alles andere untergeordnet, was heißt, dass alles falsch ist, was die Amis machen. Nach 89 haben die Amis nicht für Stabilität gesorgt
-> Amis blöd Nach der Absetzung der Taliban 2001 versuchen sie jetzt für Stabilität zu sorgen -> Amis blöd Amis versuchen (!) dem Land eine Zukunft zugeben. Und zwar eine unter demokratischen und humanen Verhältnissen, haben aber auch eigene Interessen.”
Völlig anders sieht das jedoch sein Mit-Diskutant. Die pauschale Behauptung, es herrsche Desinteresse über die Zukunft der Menschen vor Ort kann er nicht teilen. Ebenso wenig unterschreibt er die Auffassung, die Amerikaner hätten für eine stabile Lage gesorgt – eher das Gegenteil sei der Fall. Er mahnt: “(…) einen Völkerrechtswidrigen Angriffskrieg zu führen und das halbe Land in Schutt und Asche zu legen hat nix mit human zu tun und demokratische Verhältnisse wirst du auf die Weise in 50 Jahre noch nicht haben….das hat, wenn ich mich net irre z.T. sogar schon der Guttenberg eingesehen.” Seine Schlussfolgerung lautet daher: “(…) ein baldiger Abzug ist durchaus sehr sinnvoll, da eine zunehmende Militarisierung nur zu einer weiteren Eskalation führen wird, was ja aktuell der Fall ist, momentan wird mit dem Militär nur ein koruptes Marionettenregime aufrechterhalten, das auch nur über einen Bruchteil von Afghanistan reell regiert und das wird auch zunehmend schwieriger.”
“Derzeit ist Afghanistan nur ein Spielplatz für die verschiedenen Lobbys und Konzerne”
Doch ist dieses Szenario wirklich richtig? Ein VZ-Nutzer stimmt seinem Vorredner zu. Er ist der Ansicht, dass Afghanistan Stabilität nur aus eigener Kraft erreichen könne und schreibt: “Es wird weiteres Blutvergießen geben, doch wenn dann erstmal die Taliban oder die Warlords wieder die Macht im Land übernommen haben, dann kann es sich endlich entwickeln. Wir sollten nicht vergessen, dass die Taliban schon einmal an der Macht waren und die USA es unterbunden haben, als sie versucht haben einen Kurs der Aufklärung und Bürgerrechte einzuschlagen. Was danach kam wissen wir, geistige Stagnation und Hass gegen den Westen. Derzeit ist Afghanistan nur ein Spielplatz für die verschiedenen Lobbys und Konzerne, von Black Water über Krupp und Shell bis zu Coca Cola. Es ist doch bei jedem Krieg das gleiche. Also raus da mit den Soldaten und rein mit ihnen in richtige Jobs.” Unterschreiben kann dies auch ein weiterer Diskutant der Runde. So schnell und so geordnet wie möglich sollte der Rückzug angetreten werden. Das “globale Helfersyndrom”, wie er es nennt, und die damit einhergehende militärische Intervention habe die Lage eher verschlimmert, denn verbessert.
“Es geht wie immer um Wählerstimmen, nicht um Sinnhaftigkeit.”
Er konstatiert: “Was wurde in Afghanistan aktuell erreicht die letzten 8 Jahre? Man hat heute genauso wenig Land unter Kontrolle, wie 2002. Die Sicherheitslage ist heute wieder ähnlich labil, wie sie 2001 kurz nach dem Einmarsch war. Täglich sterben dort Menschen – und es wird nicht besser. Man hat eine Warlord-Regierung eingesetzt, die sich nur mit Wahlbetrug an der Macht halten konnte. Wir haben diesen Wahlbetrug zwecks ‘Stabilisierung der Region’ akzeptiert, womit wir letztlich das Ziel, Demokratie in dieser Region zu etablieren, völlig vor die Wand gefahren haben.” In Anbetracht der sich derzeit bietenden Optionen glaubt auch er: “Der Rückzug ist die einzige Möglichkeit.” und fügt mit Blick auf das Ignorieren der Warnungen von Seitens der Linken an: “Politik ist leider wie so oft das genauer Gegenteil von Verstand. Es geht wie immer um Wählerstimmen, nicht um Sinnhaftigkeit.”
eine Volksbefriedigungsaktion der LINKEN…
Afghanistan ist mit 1000 Mrd. Jahreseinnahmen aus dem Heroinhandel der CIA für die USA unverzichtbar, ganz abgesehen von der Pipeline aus dem Baikalraum und der strategischen Nachbarschaft zu einem der wenigen verbliebenen Dissidenten-Staaten der FED-Rothschild-USA
Fordern kann man viel… insbesondere wenn man weiss, dass es ohnehin nie passieren wird !