Ammann mit neuem Schanzenrekord

Was für ein Neujahrsspringen in Garmisch Partenkirchen. Wenn das Jahr 2010 sich so fortsetzt wie das Festival in Bayern, dann braucht man sich gar keine Sorgen um die Zukunft unserer Sportler zu machen. Erst der Schanzenrekord von Simon Ammann, dann der Gewinn von Gregor Schlierenzauer. Dieser Neujahrstag hatte alles zu

4wik.jpgWas für ein Neujahrsspringen in Garmisch Partenkirchen. Wenn das Jahr 2010 sich so fortsetzt wie das Festival in Bayern, dann braucht man sich gar keine Sorgen um die Zukunft unserer Sportler zu machen. Erst der Schanzenrekord von Simon Ammann, dann der Gewinn von Gregor Schlierenzauer. Dieser Neujahrstag hatte alles zu bieten: von Spannung bis Dramatik war alles drin.

Am Ende hieß der Sieger Gregor Schlierenzauer. Der 19-jährige Österreicher gewann mit Sprüngen auf 136,5 sowie 137,5 Metern. Er wusste sich auch zu bedanken: “Es war heute ein Traum-Tag. Nach Oberstdorf, nach der Krankheit, wieder zurückzukommen verdanke ich dem Doktor.” Dahinter reihten sich Vorjahressieger Wolfgang Loitzl und Simon Ammann ein. Vierter wurde der weiterhin Gesamtführende Andreas Kofler. Janne Ahonen lieferte einen sauberen zweiten Sprung ab und landete auf Platz 6.

Das Team um Bundestrainer Werner Schuster blieb weit hinter den Erwartungen zurück und enttäuschende auf ganzer Linie.

Bester DSV-Springer war wie in Oberstdorf der Newcomer Pascal Bodmer mit Rang 16, vor Michael Neumayer. Andreas Wank fand sich auf Position 20 wieder. Für Michael Uhrmann, Severin Freund, den 19-jährigen Richard Freitag und Maximilian Mechler war der Tag schon nach dem 1. Flug beendet. Sie schafften es nicht ins Finale der besten 30.

Routinier Uhrmann gab sich aber kämpferisch: “Irgendwann werde ich schon wieder besser springen, auch wenn mir das momentan keiner glaubt.” Auch Thomas Morgenstern fiel zurück. Der Doppel-Olympiasieger aus Turin kam mit Weiten von 130,0 und 132,5 nicht an seine Normalform heran und landete somit abgeschlagen auf dem 9. Rang. Simon Ammann blieb zwar nur der 3. Platz, doch das war dem Schweizer herzlich egal. Er stelle mit 143,5 Metern einen neuen Rekord auf der großen Olympiaschanze auf und konnte einige Punkte gegenüber der Gesamtwertung aufholen.

Es keimten aber Zweifel auf, ob der Wind nicht Ammanns Flug positiv beeinflusste, und somit ein Satz für eine utopische Weite nicht mehr so schwer sei. Sei’s drum. Im Nachhinein kann sowieso nichts mehr geändert werden. Die 25 000 Zuschauer kamen auf ihre Kosten und applaudierten mit stehenden Ovationen demüberglücklichen Ammann.
Wolfgang Loitzl, der Sieger der Tournee 2009 überraschte als er im Finaldurchgang wie schon im ersten Durchgang auf 135,0 Meter den Telemark ansetzte. Trotz der vielen Meter, die zu Ammanns Schanzerekord fehlten, ging der Österreicher zwischenzeitlich in Führung. Das hatte er seiner sauberen und fast perfekten Landung zu verdanken; die Jury vergab ihm die besten Haltungsnoten des Tages. Dennoch musste er sich am Schluss seinem Landsmann Schlierenzauer geschlagen geben.

Aus deutscher Sicht kann man nur hoffen, dass es auf den Schanzen in Innsbruck und Bischofshofen besser läuft.

Trainer Werner Schuster wusste, woran es heute haperte: “Wir schauen momentan ziemlich alt aus, weil wir keinen haben, der in die Spitze reinspringen kann. Die Arrivierten wie Martin Schmitt springen zurzeit einfach weit unter ihren Möglichkeiten.” Im Endeffekt war es ein wunderschöner Tag in Garmisch – nur nicht aus der Sicht des deutschen Teams.

Morgen geht’s schon weiter. In Innsbruck findet um 13.45 Uhr die Qualifikation für das 3. Springen statt. Der Wettkampf steigt dann am Sonntag ebenfalls um 13.45 Uhr. Den Abschluss bildet die Paul-Ausserleitner-Schanze in Bischofshofen am Dreikönigstag um 16.45 Uhr.

Der Artikel erschien zuerst auf: aufgeschriebensportundpolitik.wordpress.com

Foto: Tadeusz Mieczyński; wikipedia.org

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