Wo auch immer es um Ruhm, Ehre und vor allem Geld geht, schert sich der Mensch selten um Skrupel, Moral oder Gewissen. Korrupte Politiker, gierige Manager und erfolgsbesessene Sportler füllen die Schlagzeilen der Titelseiten landauf, landab. An dieser Stelle ein kleiner Rückblick auf die zahlreichen Skandale in der Welt des Profisports.
Rekordolympionikin Claudia Pechstein versinkt im Dopingsumpf, ein neuer Wettskandal erschüttert die Fußballlandschaft, Manipulationsvorwürfe im bis dato als sauber geltenden Handballsport und Schummeleien in der Formel 1. Auch 2009 hielten erschreckende Enthüllungen die Sportwelt in Atem und ließen viele Ergebnisse in zwielichtigem Licht erscheinen.
Gold-Claudia wird zur Pechmarie
Der Begriff Retikulozyten beschert Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Claudia Pechstein schlaflose Nächte und wird zu ihrem persönlichen Albtraum. Obwohl die 37-Jährige nie positiv gestetet wird, erhält sie im Juli die schockierende Nachricht vom Weltverband ISU. Die erfolgreichste deutsche Winter-Olympionikin wird aufgrund auffälliger Blutwerte und Indizien für zwei Jahre gesperrt. Auch ein monatelanger Kampf zum Beweis der Unschuld und der Gang vor zahlreiche juristische Instanzen ändern nichts daran. Zwar erhält sie per Eilantrag vom Schweizer Bundesgericht ein kurzfristiges Startrecht für den Weltcup in Salt Lake City, doch ihr Traum von der 10. Olympiamedaille in Vancouver 2010 platzt. Im einzigen Wettkampf der Saison, unter enormen Druck der öffentlichen Berichterstattung verpasst sie die Qualifikationsnorm, zeigte sich danach jedoch kämpferisch: “Das war mit Sicherheit nicht mein Karriereende.”
Psychopharmaka gegen den nervösen Huf
Mit Isabell Werth stürzt ein weiteres Lieblingskind der deutschen Olympiaszene tief. Jedoch beklagt sie nicht den Fall von ihrem Pferd, sondern gerät in den Mittelpunkt von Dopinganschuldigungen im bis dato als sauber geltenden Dressursport: Ende Juni enthüllt der Reitsportverband FEI einen positiven Dopingtest bei ihrem Pferd Whisper. Dieses wurde mit einem Psychopharmaka behandelt, das zur Behandlung von Zitterkrankheiten eingesetzt wird. Werth, die für sechs Monate gesperrt wird, negiert, eine Leistungsförderung durch Verabreichen des Medikament herbeigeführt haben zu wollen: “Ich wollte keine Leistung manipulieren, es ging nicht um Fitspritzen. Es war eine therapeutische Maßnahme.”
Hoyzer reloaded
Im November bricht die vermeintlich heile Welt des Fußballs zum zweiten Mal nach dem Fall Hoyzer 2005 in sich zusammen und offenbart ihre tiefkriminelle Energie. Justiz und Verbände sehen sich mit Wettmanipulationen und Bestechung ungeahnten Ausmaßes konfrontiert. Ein global operierendes Netzwerk, das sich von Shaghai bis in die tiefste deutsche Provinz und die untersten Regionalligen erstreckt, zieht hinter den Kulissen die Strippen.
Weiter geht’s mit weiteren Skandalen und Manipulationen in Teil 2…
Marc Strasser arbeitet in einer Sportredaktion und bloggt für betfair.
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