Gruppe JuLis: Dem Detroit-Attentäter wird versuchter Mord in 289 Fällen vorgeworfen sowie versuchter Gebrauch einer Massenvernichtungswaffe. Der Nigerianer Abdulmutallab muss sich vor Gericht verantworten. Obama und sein versagendes System vor der ganzen Welt. So genannte Nacktscanner an Flughäfen sollen derweil für mehr Sicherheit sorgen. Eine Diskussion entfacht – nicht nur in den Medien, sondern auch auf StudiVZ.
“Im Zweifel für die Menschenwürde und gegen Scanner!“, lautet das Appell der JuLis bereits seit dem Silvestermorgen. Bundesvorsitzender Johannes stellt heraus: “Nur weil Nacktscanner jetzt Ganzkörperscanner genannt werden, lösen sich die Probleme und Bedenken nicht in Luft auf. Brisante Ware einfach umzuettiketieren, ändert an deren Inhalt nichts.” Das sehen auch die Diskutanten der Runde so.
“Wieviele Anschläge gab es im deutschem oder auch im europäischem Luftraum die letzen 10 Jahre? Kann mal jemand den Schnitt pro Flug ausrechnen oder Todeszahlen nennen? Was hat man von diesem Gerät, außer dass es Strahlen absondert, deren Langzeitwirkung nicht absehbar sind? Außer Mehr Kranke in Zukunft und höhere Krankenkassenausgaben sehe ich da nichts”, ist zu lesen. Sicherheit, das ist für den VZ-Nutzer ein relativer Begriff. Menschen, die bereit seien zu sterben, würden sich von einem derartigen Scanner ohnehin nicht abschrecken lassen. “Meint ihr, die hätten Skrupel anstatt dessen einfach Granaten in Menschenmassen zu werfen oder mit Raketenwerfern auf Flugzeuge oder Gebäude zu schießen?” Nein.
Der StudiVZler stellt das Paradoxon, das sich seiner Meinung nach rund um das Thema Sicherheit aufbaut, weiter heraus. Er verweist auf die schon jetzt bewaffneten Flugbegleiter, auf den Widerspruch Shampoo abgeben zu müssen, um sie hinterher im Duty Free Bereich wieder kaufen zu können, spinnt den Faden weiter und stellt derartige Geräte demnächst auch für Züge in Aussicht und was ist eigentlich mit Schiffen? “Nun gut, lässt man das alles außen vor und kümmert sich auch um die Menschenwürde nicht, dann fragt man sich doch trotzdem noch: ‘Was kann das Ding eigentlich’?” Erkenne es zum Beispiel Chemikalien, die hinter Weichteile geklebt oder verschluckt würden? “Was ist mit Zahnfüllungen? Was ist mit Protesen, die man hervorragend ‘bearbeiten’ kann? Was ich auf den Nacktscannbildern erkennen kann, deckt nicht eins von den genannten Punkten auf. Für mich ist daher das Ding reine Panikmache, Aktionismus und dient eher der Sicherheit einer Erkrankung an Krebs o.ä.”
Am heutigen Freitag dringt ein Diskutant zum eigentlichen Kern des Problems vor. Er schreibt: “Vielleicht wäre es besser mal nach Ursachen bzw. Drahtziehern (lol, was für ein Wortwitz) der Attentate zu fragen oder sich damit abfinden, dass statistisch gesehen, alle Nase lang, irgendein Fanatiker denkt, er müsse Rache verüben oder ein Zeichen setzt für irgendeine gerechte Sache…”
Interessant ist übrigens, dass Israel offenbar völlig ohne “Nacktscanner” auskommt, obwohl das Land stark von Terrorismus bedroht ist. Die israelischen Flughäfen gelten wohl als die sichersten der Welt. Die dortigen Sicherheitsbehörden gehen nach einem ausgeklügelten Sicherheitsregime vor, dass Attentäter schon frühzeitig entarnen soll. U. a. arbeitet man mit sogenannten “Profilern”, die die Passagieren nach einem ganz bestimmten System befragen. Sie stellen ausreisenden Passagieren Fragen zu ihrer Person und über ihren Aufenthalt in Israel.