Schillernd und manchmal einen Hauch übertrieben – das ist das Musikgeschäft seit je her. Der Erfolg eines Künstlers wird angetrieben durch viele schlaue Köpfe. Aufwendige Marketingstrategien und jede Menge Kapital, das gerade die Plattenverkäufe in die Höhe schnellen lassen soll, gehören unweigerlich dazu. Wirklich?
Marius Müller-Westernhagen, einer der bekanntesten Sänger und Schauspieler Deutschlands, sieht das plötzlich ganz anders. Schon 1986 besang er die “Freiheit“. Heute, über 20 Jahre später, nimmt sich der Künstler mit der unverwechselbar rauchigen Stimme, diese auf unkonventionelle Weise. Statt teurer Regisseure und einer ganzen Filmcrew, lässt er nun die Fans ein Video drehen – Der Rebell ist zurück.
über fünf Minuten erzählt Müller-Westernhagen auf dem achten Titel seines kurz vor Platin stehenden Albums “Williamsburg” wovon man die Schnauze voll haben kann. Dope und Alkohol, Elvis, Scientologen, Medienpolitik und vieles mehr kommt zur Sprache. Schnell wird klar: Auch er selbst hat die Schnauze voll. Von der Musik? Oh nein, sondern von den immer wieder gleichen Mechanismen des Pop-Geschäfts. Dazu gehört auch das Promotion-Video. Ein solcher Clip steht unausweichlich an, sobald man eine Single veröffentlicht. Der übliche Gang, eben. Ende Februar wird Westernhagens Single “Wir haben die Schnauze voll” ausgekoppelt. Doch Westernhagen spielt jetzt, immerhin bei seinem 26. Video-Clip, das Spiel nicht mehr mit und dreht den Spieß einfach um.
Mission “Wir haben die Schnauze voll”
“Haben Sie auch die Schnauze voll?” lässt er stattdessen die Fans fragen und fordert sie auf, seinen Video-Clip für sich selbst als Plattform zu nutzen. Sie sollen die Kamera in die Hand nehmen, zeigen wovon sie die Schnauze voll haben und damit Star seines Videos werden. Verwackelt? Unscharf? Technisch minderwertig? Alles kein Problem für die Mission “Wir haben die Schnauze voll”. Hauptsache die Videos sind ehrlich und originell. Marius Müller-Westernhagen freut sich darauf mit ungewöhnlichen Bildern und Ideen zu seinem Song konfrontiert zu werden, diese auszuwählen und zu montieren.
Der Upload der eigenen Aufnahmen kann bereits ab diesen Sonntag, den 10.01. auf www.wir-haben-die-schnauze-voll.com vorgenommen werden. Dort kann man sich auch in die Community der Wütenden einreihen. Auch wer keine Videoidee beizutragen hat, kann dort natürlich diskutieren, wovon er oder sie “die Schnauze voll haben”. Einen Lohn für die Mühen gibt es obendrein. Denn die Fans, die zu Regisseuren wurden und zum Clip beigetragen haben, werden den Künstler bald wiedersehen. Sie werden alle zu seiner Tour im Herbst dieses Jahres eingeladen um lauthals im Publikum mitzusingen “Wir haben die Schnauze voll”.
Ihr Werk werden die Fans in der Premiere am 19.02. bei Oliver Pocher und danach auf Videoportalen wie YouTube bewundern können. Bis dahin gibt’s die reine “Ton-Version” als Inspiration:
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