Youtube versus Viacom: Auf zum letzten Akt?

Schöne, bunte Videowelt – ohne Ton oder gar ganz gesperrt kennen wir sie bereits. Klagen gibt es gefühlte alle Hand lang. Jetzt könnte auch ein seit Jahren andauernder Streit zwischen der Plattform Youtube und Viacom ein Ende finden. Wie unter anderem news.cnet.com berichtet, soll ein New Yorker Gericht derzeit mit

Schöne, bunte Videowelt – ohne Ton oder gar ganz gesperrt kennen wir sie bereits. Klagen gibt es gefühlte alle Hand lang. Jetzt könnte auch ein seit Jahren andauernder Streit zwischen der Plattform Youtube und Viacom ein Ende finden. Wie unter anderem news.cnet.com berichtet, soll ein New Yorker Gericht derzeit mit einer Voranhörung klären, ob die Voraussetzungen für eine Schadensersatzklage über saftige eine Milliarde US-Dollar von Viacom gegeben seien. Der Streit dauert schon mehrere Jahre.

Der Beginn des Konflikts reicht bereits in den März des Jahres 2007 zurück. Schon damals klagte der Entertainment-Gigant Viacom, zu dem unter anderem Paramount Pictures oder DreamWorks gehören, dass durch Youtube “massive Urheberrechtsverletzungen” begangen würden. In der Klageschrift hieß es seinerzeit, dass nahezu 160.000 unautorisierte TV- und Filmclips mit Viacom-Inhalten auf der Plattform kursierten und diese schon mehr als 1,5 Milliarden Mal angesehen wurden. Schon zu dieser Zeit ersuchte der Medienriese das Gericht um eine einstweilige Verfügung, um die vermeintlichen Urheberrechtsverletzungen zu unterbinden und forderte die Entfernung von rund 100.000 Videos. 2008 erreichte Viacom die Herausgabe von Daten über Millionen von User-Aktionen, die das Unternehmen als Beweismittel anführen wollte. Erst im Oktober 2009 erhärteten sich die Vorwürfe gegen Youtube. Angeblich würden aufgetauchte Emails darauf hin deuten, dass Youtube-Mitarbeiter urheberrechtlich geschützte Viacom-Inhalte ins Netz gestellt hätten.

Beschluss noch in diesem Jahr?

Jetzt soll das Hin und Her bald ein Ende haben. Beide Parteien haben nun um eine Anhörung gebeten, um die genauen Details für ein Urteil im Schnellverfahren zu klären. Dass die Streithähne ausgerechnet diesen Weg gehen, sei ein Zeichen, so Autor Greg Sandoval, dass der Disput bald beigelegt werden könnte. Rechtsexperten würden demnach noch in diesem Jahr einen Beschluss erwarten. Wann auch immer dieser jedoch kommen oder wie er auch ausgehen möge, eines sei klar: Dieser Fall könnte zu einem Präzedenzfall für alle Internetdienste, die Videos oder Musik anbieten, werden.

Eine unaufhaltsame Entwicklung

Allerdings: Noch beanspruchen beide Seiten das Recht für sich. Google argumentiert in seiner Stellungnahme, dass Youtube durch das Urheberrechtsgesetz DMCA aus dem Jahr 1997, das Plattformen davor bewahrt für Urheberrechtsverletzungen durch die User geradezustehen, geschützt sei. Dabei beziehen sie sich auf das Urteil “Veoh/Universal Music Group“, das diese These stützt. Viacom hingegen führt an, dass sie 63.000 unautorisierte Clips aus mehr als 3000 Filmen und TV-Sendungen gefunden hätten. Das Unternehmen bestreitet vehement den Schutz Youtubes durch den “Millenium Copyright Act”.

Doch die Worte von Google-Chef Eric Schmidt, der schon vor fast drei Jahren prophezeite, dass diese Entwicklung nicht aufzuhalten sei, klingen noch immer im Ohr: “Wir glauben, dass das Wachstum von YouTube, von Online, so fundamental ist, dass all diese Firmen gezwungen sein werden, in oder mit dem Internet in irgendeiner Form zu arbeiten.” Ob er Recht hat, wird sich nun zeigen.

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