Ägypten: Das Naga Hammady Massaker

Die koptischen Christen feiern Weihnachten am 7. Januar. In Ägypten gehen die Kopten am Vorabend der Feiern in die Kirchen und feiern das heilige Ereignis. In diesem Jahr jedoch ereignete sich ein unerwarteter Zwischenfall in Naga Hammady, Oberägypten, als unbekannte Kriminelle wahllos auf die Menschen schossen, nachdem sie ihre Gebete

eput.jpgDie koptischen Christen feiern Weihnachten am 7. Januar. In Ägypten gehen die Kopten am Vorabend der Feiern in die Kirchen und feiern das heilige Ereignis. In diesem Jahr jedoch ereignete sich ein unerwarteter Zwischenfall in Naga Hammady, Oberägypten, als unbekannte Kriminelle wahllos auf die Menschen schossen, nachdem sie ihre Gebete beendet hatten und auf dem Weg nach Hause waren.

Zeinobia schrieb einen neuen Blog über dieses Massaker und meinte:

“Es tut mir wirklich sehr leid und ich bin sehr aufgebracht über das, was gestern in Naj Hammadi geschah. Es tut mir mehr weh, als den ägyptischen Christen, weil das, was da passiert ist, sich gegen alle Ägypter richtet Mein Beileid an die Familien derer, die bei diesem widerwärtigen Vorfall getötet und verletzt wurden.”

In einem anderen Blog, Coptic File, wurde über den Vorfall geschrieben:

“Aus einem Wagen (grüner Fiat) wurde wahllos geschossen, wobei acht Menschen getötet und viele andere verletzt wurden. Alle hatten an den Gebeten zum Heiligabend in der Kirche teilgenommen.”

Bei Misr Digital veröffentlichte Wael Abbas auf seinem Blog ein Video von der Schießerei von Naga Hammay.

Das Innenministerium sagte, dieser Angriff gehe auf einem früheren Zwischenfall zurück, als in der gleichen Stadt ein 12-jähriges muslimisches Mädchen von einem Christen vergewaltigt wurde.

Zeinobia kann aber nicht einsehen, wie ein solcher Vorfall als Entschuldigung für die Erschießungen akzeptiert werden kann. Sie hält auch das Innenministeriums für das Ganze verantwortlich:

“Und mit allem Respekt finde ich es lächerlich, ein Verbrechen mit einer Gruppe anderer Verbrechen zu bekämpfen. Ich schreibe die Schuld an dieser ganzen Sache dem Innenministerium zu. Gäbe es wirklichen Respekt und Furcht vor dem Gesetz, dann würde so etwas nicht passieren.”

Nawara äußert ähnliche Gefühle. Zu der Pressemitteilung des Innenministerium bezüglich der Schießerei sagt sie:

“Die merkwürdigste Erklärung, die ich je in meinem Leben gelesen habe. Ich habe noch nie eine Pressemitteilung gelesen, welche die Schuld den Opfern zuschreibt und Massenbestrafung ermutigt.”

Nawara beschuldigte auch die ägyptischen Medien:

“Die inaktiven ägyptischen Medien ignorieren den Vorfall, als ob diejenigen, die gestern getötet wurden, Schafe waren.”

Die Cat of the Desert beschuldigte die Gesellschaft und die Extremisten für alles.

“Sieben junge, christliche Kinder wurden getötet, und viele andere verletzt.  Sie stahlen ihre Weihnachtsfeier und Glückseligkeit und töteten sie mit ihren Kugeln. Und sie weinen noch immer über den Märtyrer am Kreuz und sie nannten ihn den Märtyrer der Hijab.

Warum wartest du noch nach all diesem Unwissen und Rückstand? Was glaubst du, was die anderen jetzt von uns halten?

Möge Gott alle verdammen, welche die anderen als Ungläubige bezeichnen, vor allem die Al Quaradawy, El Huwainy und Hassaaan.”

Er veröffentlichte dann ein Video über Abu Is-haq El Huwainy, wie er die Leute vor den Christen und ihren bösen Plänen gegen Ägypten warnt!

Der ägyptische Blogger Te3ma andererseits glaubt, dass einige ausländische Organisationen hinter solchen Ereignissen stehen:

“Ich bin absolut sicher, dass die, die hinter diesem Massaker stehen, von außen kommen und nicht von hier.”

Dieser Beitrag erschien zuerst auf Global Voices. Die übersetzung erfolgte durch Hans H. Knauf, Teil des “Project Lingua“. Die Veröffentlichung auf der Readers Edition erfolgte mit freundlicher Genehmigung von Global Voices.

Kommentare

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  1. Die Kopten sind eine äusserst einflussreiche Minderheit in Ägypten.

    Sowohl im Militär als auch der Verwaltung sowie in der Politik halten koptische Christen eine Schlüsselrolle inne.

    Das hat auch in der Vergangenheit immer wieder zu Spannungen und übergriffen geführt.

    über die Jahrhunderte hat das zusammenleben mit den Moslems und anderen Minderheiten z.B. den Juden sehr gut funktioniert, besser als in Palästina.

    Nun sollen diese übergriffe von den westlichen Medien und denen die sie lenken instrumentalisiert werden.

    Immer das gleiche Spiel!

    Araber ( Ägypter, die keine Araber sind) schlecht, westliche Kultur gut.

    Irgendwie erinnert mich das Medien Getröte an die Kreuzzüge im Mittelalter , oder?

    Die Motive sind auch fast die gleichen.