Wer eine Jacke hat, braucht keine Wohnung – Eine eigene Betrachtung

Zwei Karten wie ein Mann: Links die Käuferdichte in Läden der “bei Rechtsextremen beliebten Bekleidungsmarke” (dpa) Thor Steinar. Und rechts die Quote des Wohungsleerstandes. Auffällig, wie sehr sich die Farbgebung gleicht. Wo viele Wohnungen keine Mieter haben, ist Thor Steinar sehr gefragt, wo Vollvermietung herrscht hingegen findet Thor Steinar kaum

Thor.jpgZwei Karten wie ein Mann: Links die Käuferdichte in Läden der “bei Rechtsextremen beliebten Bekleidungsmarke” (dpa) Thor Steinar. Und rechts die Quote des Wohungsleerstandes. Auffällig, wie sehr sich die Farbgebung gleicht. Wo viele Wohnungen keine Mieter haben, ist Thor Steinar sehr gefragt, wo Vollvermietung herrscht hingegen findet Thor Steinar kaum Anhänger. In München ist es dadurch beinahe genauso schwer, einen Thor Steinar-Laden zu finden wie eine bezahlbare Drei-Zimmer-Wohnung mit EBK und Fahrstuhl, in Cottbus dagegen kommt auf jeden Thor-Steinar-Outdoorjackenträger eine leerstehende Altbaubude mit Kohlenheizung, auf jeden Besitzer eines faschistischen Norwegerpullovers mit der eleganten Einstickung “Cuba Libre” eine unbewohnte Neubaublocketage.

Unklar ist Wissenschaftlern bisher noch die Antwort auf Lenins berühmte Frage “Wer – wen?” Ziehen Leute dort fort, wo viel Thor Steinar getragen wird? Oder ziehen Leute dort Thor Steinar an, wo kein Nachbar mehr im ganzen Neubaublock wohnt? Führt Entmietung zu sozialer Kälte, der die Menschen mit verstärkter Hinwendung zu mollig warmen Hosen aus der Steinar-Berglinie begegnen? Oder kommt die hohe Leerstandsquote in Thor-Steinar-Kerngebieten eher dadurch zustande, dass die Mieten niedrig und deshalb Geld übrig ist für den Kauf schwer überteuerter Markenware des arabischen Rechtskultlabels?

Klar ist allerdings, dass immer dort, wo Thor Steinar ein neues Geschäft eröffnet, wenig später die Leerstandsquote steigt. Meist müssen die Läden nach Protesten von Anhängern anderer Radical-Chic-Anbieter unter Mitnahme großer Abfindungssummen wieder schließen. Abschließend untersucht werden muss jedoch noch, ob dieser Effekt allein ausreicht, die hohen Leerstandsquoten in den Thor-Steinar-Hochburgen zu erklären. Oder ist es noch einfacher: Wer eine Jacke hat, braucht keine Wohnung mehr?

Quelle: politplatschquatsch.com

Kommentare

Dieser Artikel hat einen Kommentar. Was ist Deiner?

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

  1. “….Lenins berühmte Frage “Wer – wen?” ..”

    Allerdings wäre Lenins Frage heute nicht mehr zeitgemäß. Heute lautet die Frage: ” Ja
    oder Nein – und wenn Ja, warum “?