“Wie Arbeitgeber Gehälter schleifen”

Gruppe Die Linke: “Arbeitsmarkt = Sklavenmarkt” titelt seit heute morgen RE-Autor Rolf Ehlers. Seit dem vergangenen Wochenende setzen sich bereits die VZ-Diskutanten mit dem Thema “Schlecker” auseinander. Zu Beginn der Auseinandersetzung steht der Artikel von Ole Reißmann und Anne Seit, der schon am 23. Dezember auf Spiegel Online erschienen ist.

Gruppe Die Linke:Arbeitsmarkt = Sklavenmarkt” titelt seit heute morgen RE-Autor Rolf Ehlers. Seit dem vergangenen Wochenende setzen sich bereits die VZ-Diskutanten mit dem Thema “Schlecker” auseinander.

Zu Beginn der Auseinandersetzung steht der Artikel von Ole Reißmann und Anne Seit, der schon am 23. Dezember auf Spiegel Online erschienen ist. Darin heißt es unter anderem: “Wie geschickt Unternehmen (…) vorgehen, wenn es darum geht, die Lohnkosten zu drücken, zeigt das Beispiel Schlecker. Der Drogeriediscounter hat dieses Jahr rund 800 kleinere Läden geschlossen, dafür werden größere XL-Märkte eröffnet. Oft in direkter Nachbarschaft zu den ehemaligen Geschäften. Hunderten Mitarbeitern, die gerade noch Tariflohn bekommen haben, wurde betriebsbedingt gekündigt. Dann wurde ihnen angeboten, in den XL-Märkten tätig zu werden – aber nicht länger für Schlecker, sondern für die Zeitarbeitsfirma Meniar.” Die Ausführungen der Autoren zur Vorgehensweise des Unternehmens kommentiert der Thread-Eröffner wie folgt: “Eine solche Vorgehensweise ist mal wieder ein Beispiel für den maßlosen Charakter des kapitalistischen Systems. Eine solch sadistische Menschenverachtung ist schon nahezu pervers!”

Seinen Einschätzungen wird in der Folge zugestimmt. Die Einsparung von Personalkosten, um Gewinne zu erhöhen kann noch nachvollzogen werden. Die Art und Weise hingegen nicht. Ein VZ-Nutzer spinnt den Faden weiter. Was würde passieren, wenn noch mehr Firmen den Weg über eigene Zeitarbeitsfirmen gehen würden? Er schreibt: “Es würde zu ner geringeren Kaufkraft der Arbeitnehmer die auch gleichzeitig logischerweise konsumenten sind führen. darauß folgt, ohne kaufkraft weniger verkäufe -> weniger geld in den kassen der unternehmen -> entlassungen -> noch weniger kaufkraft in der gesamtwirtschaft … und am ende resultieren schließungen/Insolvenzen von unternehmen -> Niedergang der wirtschaft in deutschland. Und das alles nur damit diwe unternehmen mehr ‘gewinn’ für den moment erwirtschaften, auf lange sicht gesehen habe unternehmen (alle) davon rein gar nichts, sondern blos kurz weil sie am ende evtl selbst blos von insolvenzen betroffen sind.” Der Kommentator will es daher mit Henry Ford nehmen. Er zitiert: “Die wichtigste unternehmerische regel lautet: mache möglichst gute produkte zu möglichst geringen preisen und zahle möglichst hohe löhne.”

Die Argumentationskette des Vorredners hat jedoch einen Haken: “Damit forderst du aber ein ‘makroökonomisch’ sinnvolles Verhalten der Unternehmen, was unrealistisch ist. Kein Unternehmen erhöht mal ebenso die Löhne, um den Binnenmarkt zu fördern. Du rennst ja auch nicht los und gibst dein Geld für irgendeinen Scheiß aus, um die Wirtschaft anzukurbeln ;-) Der Grund, warum das unten beschriebene Verhalten eher die Ausnahme als die Regel ist, ist: Ein Unternehmen kann es sich in der Regel langfristig nicht leisten, seine Mitarbeiter derart zu verprellen. Zum ersten schadet es dem eigenem Image, zum zweiten der Bereitschaft von qualifiziertem Personal, dieses Unternehmen als Arbeitgeber zu bevorzugen und zum dritten der eigenen Geschäftslage. Eine unzufriedene, mit Dumpingkonditionen abgespeiste Belegschaft verursacht auf kurz oder lang eine unzufriedene Kundschaft und sinkende Umsätze.”

Seiner Meinung nach liegen die wahren Schwachstellen an anderer Stelle: Geringqualifizierung und dringend nötige gesetzliche Korrekturen in Bezug auf die Zeitarbeit. Hierauf wird von einem Forums-Teilnehmer entgegnet: “Die Korrekturlösung seh ich im Mindestlohn und dem Verbot von Leihfirmen.” Ob dies jedoch des Rätsels Lösung ist, wird an anderer Stelle stark angezweifelt. Ausreichende Kündigungsfristen müssten eben her wie eine gewisse Entlohung der Zeitarbeiter durch die Leihfirmen bei schlechter Auftragslage. Auch das Thema Pro und Contra Mindestlohn kommt hier erneut zur Sprache.

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