Eingreifen nur in Ausnahmefällen!

Junge Menschen nehmen Drogen, sind rechtradikal und im Osten auch noch arbeitsscheu – so der Volksmund. Aber in der Realität ist´s doch ganz anders. Volly Tanner traf sich mit Lukas Bennemann, dem Herausgeber einer kleinen Leipziger Literaturzeitschrift und dessen Freundin Juliane. Zum Plausch: Volly Tanner: Highhow Lukas. Heutzutage ein Printliteraturzine

freid.jpgJunge Menschen nehmen Drogen, sind rechtradikal und im Osten auch noch arbeitsscheu – so der Volksmund. Aber in der Realität ist´s doch ganz anders. Volly Tanner traf sich mit Lukas Bennemann, dem Herausgeber einer kleinen Leipziger Literaturzeitschrift und dessen Freundin Juliane. Zum Plausch:

Volly Tanner: Highhow Lukas. Heutzutage ein Printliteraturzine herauszubringen ist ja schon fast marktverneinend. Im Internet gibt’s seitenweise LiteraturZSten – was ist es aber am Papier, das Dich hält?

Lukas: Für mich steht es nicht zur Debatte, ob man etwas Handschriftliches, für den kleinen Markt, mit dem Globalen des Netzwerkes austauschen kann, denn dies ist grundlegend unmöglich.
Etwas Handgeschriebenes sieht man heute – wie schon gesagt – leider immer seltener. Ich persönlich tendiere allerdings dazu, etwas in den Händen zu halten und nicht stundenlang auf den Bildschirm zu starren, um dann endlich ein Buch, oder sog. E-Book, gelesen zu haben. Papier ist einfach und handlich und kann immer und überall mit hingenommen werden. Insofern ist es wahrlich einfach viel praktischer als immer mit dem Internet verbunden zu sein.

Sinn und Zweck des FreiDenkers ist es auch nicht, international aufzutreten, sondern alles in einem gemäßigten kleinen Rahmen zu belassen. Des Weiteren ist es natürlich auch für alle Altersgruppen zutreffend oder anwendbar und die älteren Generationen vertreten mit Sicherheit größtenteils eine ähnliche Meinung, wie ich sie gerade beschrieben habe.

Volly Tanner: Gibts denn Kriterien, nach denen Du die zugeschickten Texte zur Veröffentlichung aussuchst?

“Ein sehr guter Weg um etwas seine Stimme zu erheben”

Lukas: Eigentlich nicht. Es kann grundsätzlich jeder etwas einsenden und drucken lassen, insofern es nicht zu stark in eine politische Richtung abdriftet.

Genau aus diesem Grund entstand auch der FreiDenker: Es sollte jedem, der schreibt, die Option zur Veröffentlichung gegeben sein. Es ist sozusagen eine Art Plattform für junge Autoren. Und genau das realisiere ich dadurch.

Natürlich steht es jedem frei seine Werke zu veröffentlichen, doch ist dies ein sehr guter Weg um etwas seine Stimme zu erheben, Kritik zu üben und dass alles ohne sich selbst zu zeigen.

Volly Tanner: Verstehe ich das richtig? Es gibt keine qualitativen
Kriterien?

Lukas: Das ist richtig. Die Einschränkungen beziehen sich wirklich lediglich darauf, dass die Jungautoren keine großen Veröffentlichungen gemacht haben, wie beispielsweise die Veröffentlichung eines Buches. Es soll wahrlich als Basis und als Start in eine mögliche Karriere dienen. Natürlich läuft man damit Gefahr, dass sich einige schlechter fühlen als andere, doch kann ich eine qualitative Einschätzung nicht entscheiden lassen, da diese gänzlich subjektiv wäre und ein Anderer hätte einen von mir nicht veröffentlichten Text womöglich als einen der Besten erachtet. Daher habe ich zwar die Möglichkeit einzugreifen, würde dies aber wirklich auf Ausnahmefälle reduzieren, welche dann auch mit dem Autor abgesprochen werden.

Volly Tanner: Alles klar – wie siehts dann aber mit Format und Seitenzahl aus, wenn Du jetzt von Einsendern nur so zugeschüttet wirst?

Lukas: Das bisherige Format, welches wir bisher genutzt hatten war A4. Die nun folgenden Ausgaben werden auf A5 reduziert, da dies einfach handlicher und besser zu lesen ist. Die Seitenzahlen variieren natürlich ständig, da ich nie weiß, wie viele Texte ich bekomme und welchen Umfang diese besitzen. Insofern kann ich darüber keine klare Aussage machen. Grundsätzlich versuche ich natürlich immer den Ansprüchen der Autoren und natürlich der Leser gerecht zu werden, doch muss es auch überschaubar bleiben. Aber ich kann nur immer wieder sagen: Wir freuen uns immer über jeden uns zugesandten Text und die Bereitschaft und Mut der Autoren.

Volly Tanner: Und wie kommen Interessierte an den FREIDENKER heran?

Lukas: Bisher wurde der FreiDenker nur an drei Schulen verkauft. Ab der nächsten Ausgabe, die im Februar fertig sein wird, wird er auch in vereinzelten Läden und Lesecafés zu sehen und erhältlich sein. Des Weiteren besteht auch vorerst noch die in den Anfängen stehende Möglichkeit, sie per Post zu ordern – also per E-Mail usw. – wofür auch bald wahrscheinlich noch ein Online-Versand entstehen wird. Dort wird dann das Nähere erläutert. Man braucht sich demnächst quasi nur in vereinzelten Läden umschauen und dort sollte man ihn dann entdecken.

FreiDenker -  ein eigentständiger kultureller Beitrag

Volly Tanner: Bei der nächsten Nummer wird deine Freundin Juliane für das Coverartwork zuständig sein. Der Bruch mit der goldenen Regel im Kulturbetrieb: Never fuck the community? Was erwartet uns denn da???? Und wer hat bis jetzt das Cover gestaltet???

Lukas: Das bisherige Cover wurde von einem Spanier gestaltet. Da ging es eigentlich nur um einen kleinen Wettbewerb unter Freunden. Er fand die Idee gut und daher durfte ich es übernehmen. Zukünftig wird das Cover variieren und selbst gezeichnet sein. Dies macht es uns insofern einfacher das Cover den Inhalten der Texte etwas anzupassen und macht es auch ansprechender. Des Weiteren ist auch dies ein eigenständiger kultureller Beitrag, sowie es der FreiDenker gänzlich verkörpert, somit passt es auch wieder sehr gut dazu.

KONTAKT ZUM FREIDENKER:

Lukas Bennemann

FreiDenker: Kreativclub_RHS@gmx.de
Tel.: 0341/3588474
Handy: 0176/70108652

Kommentare

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  1. Wäre es nicht doch von Interessse, den FREIDENKER auch ins Netz zu stellen? Der Satz: “Sinn und Zweck des FreiDenkers ist es auch nicht, international aufzutreten, sondern alles in einem gemäßigten kleinen Rahmen zu belassen” ist doch kein Dogma.
    Wenn die Beiträge der jungen Autoren im deutschsprachigen Raum sichtbar machen, ist das doch regional begrenzt genug. Was ist denn anders an den Problemen junger Leute in Leipzig als in Berlin, Dresden, Hamburg, Köln oder München?

    Wenn es nur darum geht, Geschriebenes in Händen halten zu können, kann man die Texte doch auch vom Bildschirm her ausdrucken lassen.