Ein schweres Erdbeben hat Haiti erschüttert. Dessen Epizentrum lag nur etwa 15 Kilometer unter der Erdoberfläche. Die Stärke des Bebens auf der Richterskala: 7. Die Hauptstadt Port-au-Prince soll dabei fast völlig zerstört worden sein. Es wird befürchtet, dass bei dem Naturereignis bis zu 100.000 Menschen ihr Leben verloren haben könnten. Unzählige Menschen sind verschüttet, schwer verletzt bzw. irren unter Schock umher, um nach vermissten Familienmitgliedern zu suchen. Die Infrastruktur der Stadt ist zerstört. Die Wasserversorgung funktioniert nicht, es gibt keinen Strom und die diversen Kommunikationsverbindungen sind weitgehend unterbrochen. In den Weltnachrichten heißt es in den Unglücksmeldungen meist lapidar: Haiti sei eines der ärmsten Länder auf dem amerikanischen Kontinent. Das ist richtig. Wir erfahren jedoch selten bis nie, warum das eigentlich so ist.
Hunger und Not sind ständige Begleiter der Haitianer
überhaupt: Haiti taucht meist sowieso immer nur dann in den Nachrichten auf, wenn es Katastrophen zu vermelden gibt. Ältere von uns werden sich vielleicht noch dunkel daran erinnern, wie schwer die haitianische Bevölkerung dereinst unter den Diktaturen “Papa Doc” und “Baby Doc” zu leiden hatte. Die Menschen auf Haiti sind jahrzehntelang härter wie Zitronen ausgepresst und bis aufs Blut geschunden und schikaniert worden. Auch in den letzten Jahren nach den Diktaturen hat sich ihre wirtschaftliche Lage kaum verbessert. Hunger und Not sind die ständigen Begleiter der meisten Haitianer. Wenige Reiche leben dagegen in Saus und Braus. Wer die Möglichkeit dazu erhielt, ging ins Ausland.
Ein Erdbeben ist ein Naturereignis…
… und unabwendbar. Armut und Rechtlosigkeit dagegen sind, wie wir alle wissen, durchaus vermeidbar. Auch auf schlimme Katastrophen kann sich ein Land gewisserweise vorbereiten. Doch weder gibt es auf Haiti – außerhalb der Hauptstadt schon gar nicht – eine nennenswerte Infrastruktur noch einen Katastrophenschutz bzw. unabdingbar dazugehörige Notfallpläne. Weil Haiti arm und rückständig ist. Wie es in den Nachrichten heißt. Nur warum ist das so? Das ist nämlich nur die halbe Wahrheit. Beispielsweise ist etwa auch Kuba nicht gerade reich und fast alljährlich von Wetterunbilden betroffen. Doch die Zuckerrohrinsel hat einen funktionierenden Katastrophenschutzplan und entsprechende Evakuierungspläne. Ebenso existiert dort ein hervorragendes Gesundheits- und Bildungssystem. Deshalb kommen dort z. B. etwa bei Hurricans auch zumeist weit weniger Menschen zu schaden, als anderswo in Süd- und Mittelamerika. Zum Beispiel auf Haiti. Freilich ist nun ein Erdbeben nicht mit einem Hurrican zu vergleichen. Die Frage jedoch bleibt: Warum ist Haiti denn nun ein so armes Land? Schließlich ist Armut ja kein gottgegebenes Schicksal!
Hintergrundinformationen von der A.N.S.W.E.R – Coalition
Die US-amerikanische Organisation A.N.S.W.E.R (Act Now To Stop War and End Racism) ruft nun nicht nur zur Hilfe für die haitianischen Erdbebenopfer auf, sondern uns gleichzeitig auch ins Gedächtnis, warum das vom “Schicksal” so arg gebeutelte Haiti so arm und zurückgeblieben ist. Die bereits seit fast zehn Jahren engagiert operierenden A.N.S.W.E.R – Aktivisten erinnern daran, dass französische wie US-amerikanische Imperialisten ganz gut vom armen Haiti profitierten. (Lesen Sie die interessanten Ausführungen und Hintergrundinformationen – auf Englisch – dazu hier.) Weshalb sie die fürchterlichen Diktatoren “Papa Doc” und “Baby Doc” auch unbehelligt schalten und walten ließen. So viel zum Thema Menschenrechte und Demokratie. Auch hinter Haiti muss eben ein Ausrufezeichen gesetzt werden. Manchmal sind derartige Informationen über vergangene Zeiten ganz nützlich und eine hervorragende Lektion in Geschichte und Politik, um heutige Vorgänge und Ereignisse zu verstehen bzw. dementsprechend einzuordnen.
Deutsch-Haitianer äußerten in Funkhaus Europa, der Wiederaufbau ihres zerstörten Landes könnte 50 Jahre dauern. Was die Menschen auf Haiti jetzt brauchen, sind neben rascher Hilfe zum überleben, auf jeden Fall Spenden. Auf tagesschau.de finden Sie alle dazu nötigen Konten bzw. Adressen von Hilfsorganisationen.
Photo/Quelle: Thommy Weiss via Pixelio.de
Endlich ein Beitrag, der nicht nur die Katastrophe beschreibt, sondern die Gründe dafür nennt, dass die Folgen des Erdbebens in Haiti so ungeheuer sind. Hinter dem
schrecklichen Geschehen steht die Wurstigkeit der Welt gegenüber der seit vielen Jahrzehnten andauernden unsäglichen Armut des 9-Millionen-Volkes der Haitianer.
Aus angeblich humanistischen Gründen hat Deutschland den Völkerrechtsgrundsatz der Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten aufgegeben und hat den Teil Kroatien Jugoslawiens völkerrechtlich anerkannt. Um den dazu gar nicht bereiten Afghanen westliche Demokratie und Ordnung zu bringen, treiben sich Tausende deutscher Soldaten in Afghanistan herum und töten auch mal die dortigen
“Feinde.” In Zentralafrika, wo sich Hunderttausend massakrierten, engagiert sich kein westliches Land, weil das Problem angeblich unlösbar erscheint.
Dem kleinen Land Haiti hätte man aber schon immer helfen können, im Zweifel mit
einer konzertierten internationalen Aktion. Fast im ganzen Land gibt es bis heute kein Abwassersystem, sodass, wie ich es in Cap Haitien gesehn habe, die Fäkalien offen die Regenrinnen der Straßen herunter laufen. Der Durchschnitt der Bevölkerung hat keine 2 Dollar am Tag zum Leben. Das heißt, dass sehr viele absolut gar nichts haben. Es gibt kaum halbwegs stabile Häuser, keine Heizungen, selten Trinkwasser.
Wo die Staaten dieser Erde schon nichts tun – Merkel rückt gerade mal 1 Million EUR
heraus – wo sind denn die Kirchen, die über Milliarden an Vermögen verfügen?