Helles Land
(Prolog)
Schnee fiel,
bedeckte mit weißer Hand
Himmel und Land,
sang, im Lied klang
Wehmut.
Leise, bedächtig, mit Anmut
leckte die Flanke das leichte Tier.
Wald schwankte sacht,
es knisterte Stille,
leuchtete lind das Kind,
der Sehnsucht heißes Gemach.
Und nur der Rauch,
gewirbelt als graue Hoheit
spendete Mensch und Tier
Wärme und Freude.
Es liegen am Ofen Mann und Kind,
Lachen am Feuer, wenn Freunde erscheinen,
dann scherzen die Frauen,
das Wasser summt.
Denn der Tag ist gemacht für den stillen Frieden. -
Doch das Wasser,
der Baum, das Haus auf dem Wall,
der Flammenrufer,
das blinde Huhn,
der Marder, im Maul das Ei,
er trägt es, vergebens
rufst du die Wächter herbei.
Denn es waltet der Sturm,
es zeigt auf dem Turm der Hahn die heulende Bahn
und es rauscht:
” Ich weiß um den Hindernis bauenden Zwang,
der Tücher auf beißende Flammen legt.”
Da zwingt den Zwerg Sturm der Begierde,
Hilfe dem Pyromanen dann,
Hilfe der Frau am Brunnen dann,
es lachen die hellen Knechte.
Klaus Grunenberg
Kritik
Wie aus einem Märchen, einem ruhig sich entwickelndem zuerst, dann zu einem furiosen, unheilvollem hellen Schein (alles wird einmal hell in diesem Land) aufrauschenden Ende, in dem Gier und löschendes Wasser im Wettbewerb stehen und die Wächter versagen, geradezu lachend als sadistische Knechte daneben stehen.
Eine Entwicklung, die nicht zu stoppen ist? Das wäre schrecklich.
Ed Moercke
Wohl Wagner-Fan, der Autor, was?
Sieht sich bestimmt gerne Anselm Kiefer-Bilder an.
Mark Beil-Ritzi
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