Haiti ausgeplündert und vergessen

Haiti hat in seiner Geschichte fortlaufend weit Schlimmeres erlebt als das heutige verheerende Erdbeben mit zigtausend Toten und Millionen Menschen ohne wirtschaftliche Existenz. Das Land ist seit seiner Entdeckung durch Kolumbus im Jahre 1492 bis zum Jahre 1957, als es der Vergessenheit anheimfiel und vollends zusammenbrach, jahrhunderetlang Opfer der Gier

sfgfdsg.jpgHaiti hat in seiner Geschichte fortlaufend weit Schlimmeres erlebt als das heutige verheerende Erdbeben mit zigtausend Toten und Millionen Menschen ohne wirtschaftliche Existenz. Das Land ist seit seiner Entdeckung durch Kolumbus im Jahre 1492 bis zum Jahre 1957, als es der Vergessenheit anheimfiel und vollends zusammenbrach, jahrhunderetlang Opfer der Gier der Kolonialmächte Spanien und Frankreich gewesen. Die folgende Bevormundung durch die amerikanische Hegemonialmacht USA hat nur Schaden angerichtet. Die nur überschaubaren Bemühungen der UNO schließlich waren der Größe des Problems nicht angemessen.

Frankreich plündert nachträglich seine ehemalige Kolonie

Eine Aktion ist allerdings unter den vielen unmenschlichen und unvernünftigen Einflussnahmen von außen hervorzuheben: die dem Lande nach der Erlangung seiner Unabhängigkeit vom ehemaligen Kolonialherrn Frankreich abgepressten unglaublich hohen Reparationen. Schade, dass die Franzosen diesen Fehler nicht früher erkannt und dann in Versailles nach knappem Obsiegen über ihren ewig langen Erzrivalen Deutschland wiederholt haben.

Die U.S.A. demonstrieren ihre Arroganz statt wirksam zu helfen 

Heute scheint die französiche Politik über mehr Einsicht zu verfügen. Der ganz gewiss nicht rassistische halbschwarze Präsident der USA Obama und der halbungarische nicht nur engstirnig französiche denkende französische Präsident Sarkozy haben immerhin erklärt, dass sie sich der Verantwortung ihrer Länder gegenüber Haiti stellen wollen.

Hier ein kurzer geschichtlicher Abriss der Aktionen, die Haiti systematisch in den Ruin geführt haben:

1. 1492 – 1804: Ausrottung der Urbevölkerung der Arawaks durch die Spanier binnen weniger Jahrzente nach der Entdeckung Hispaniolas durch Kolumbus. Etwa ab 1675 Wiederbevölkerung mit afrikanischen Sklaven für Zuckerrohrplantagen. Konsequente Ausbeutung Haitis durch die neue Kolonialmacht Frankreich von 1697 bis 1804 – Frankreichs reichste Kolonie. 1791 Sklavenaufstand unter Führung des späteren schwarzen  “Kaisers” Dessaline. Erbitterter Krieg mit Frankreich bis zur Erreichung Unabhängigkeit 1804.

2. Landreform nach 1804: In der Landreform Anfang des 19. Jahrhunderts erhalten Bauernfamilien je 15 ha Farmland. Die Nachkommen dieser Landerben teilen das Land in immer kleinere Stücke auf. 1971 hat eine normale Bauernfamilie nur noch knapp 1.5 ha (schlechtes) Farmland. Um zu überleben, muss das Land übernutzt werden. Starke Erosion ist die Folge, der Boden wird unfruchtbar. Die verarmten Nachkommen auf diesem Land ziehen bis heute in immer steilere Hänge, wo der Boden noch schneller erodiert. Der frühere dichte Regenwald existiert praktisch nicht mehr. Er wurde erst von Spaniern und Franzosen insbesondere im Interesse des Schiffsbaus gnadenlos abgeholzt und musste dann dem Landbau weichen.

4.1825 – 1915: Frankreich erzwingt durch Drohung mit militärischer Intervention, als Gegenleistung für eine Anerkennung Haitis und als Entschädigung für enteignete Plantagenbesitzer, die Zahlung von 90 Millionen Francs d’Or. Nach heutiger Währung entspricht das etwa 17 Milliarden Euro. Dieser Betrag wird vollständig unter größten Entbehrungen der Bevölkerung und durch Plünderung aller Ressourcen des Landes über viele Jahrzehnte hinweg bezahlt. Eine Gewaltherrschaft durch ausbeuterische, kleptokratische Regierungen im hoffnungslos verarmten Land folgt der anderen. Das Land hat keine Ressourcen mehr und ist unregierbar geworden.

6. 1915 -1957: Besetzung durch die USA. Verschiedene Versuche der Besatzer, das Argrar- und Bildungssystem, sowie die Infrastruktur zu reformieren scheitern an einer zu geringen Rücksichtnahme auf die haitianische Kultur und  deren Traditionen und Bräuche. Die amerikanische Besatzung wird zum Trauma, der Widerstand wird immer stärker. Zwar bauen die Amerikaner (unter Zwangsverpflichtung der Bauern) Straßen, Krankenhäuser und Telefonanlagen. Doch mit ihrem rassistischen Hochmut gegen Schwarze und Mulatten demütigen sie die Bevölkerung. Der Kampf gegen die “Caco”-Rebellen fordert zudem das Leben Tausender Haitianer. Der in der Bevölkerung tief verankerte Voodoo-Glaube wird von den Amerikanern als “Satanskult” unterdrückt. Nach dem Abzug der amerikanischen Truppen 1934 bleibt das Land Protektorat der U.S.A.

7. 1957 – heute: “Papa Doc” Francois Duvalier übernimmt die Macht. Er und nach seinem Tode  sein Sohn Jean-Claude “Baby Doc” halten das Land diktatorisch mit den berüchtigten Todesschwadronen “Tontons Macouts” im Griff.  1987 Militärputsch und Militärregierung. 1990 auf internationalen Druck Wahlen mit den Hoffnungsträger Jean-Bertrand Aristide als Sieger. Schon 1991 neuer Militärputsch durch General Raoul Cèdras. Aristide im Exil in Florida. 1994 neue amerikanische militärische Intervention. Aristide ist zurück, die U.S.A. setzen aber die amerikafreunliche Politik von Cèdras weiter durch. Von 1995 – 1997 steht  Haiti unter den Schutz eines UNO-Mandats. 1997 gewinnt Aristide gewinnt erneut die Wahlen und wird wieder Präsident. Er verlangt die Rückzahlung der dem Land von Frankreich abgepressten Milliarden. Es folgen Unruhen mit Beteiligung des Militärs. Aristide wird vertrieben. Seither verfällt das Land rapide weiter. Die Regierung (zuletzt Aristide/Preval) ist  instabil und unfähig.

Quellen: wikipedia.org/wiki/Haiti, silbersdorf.de

Fazit: Die haitianische Regierung wird die Erdbebenkatastrophe und den Aufbau des Landes nicht in den Griff bekommen, auch nicht mit finanzieller Hilfe von außen, die versickern wird. Das Land braucht bis zur Installation einer soliden landeseigenen Regierung einen unbestechlichen Verwalter unter der Regie der UNO. Alle leistungsfähigen Länder der Erde, allen voran die, die das Elend verschuldet haben, sind aufgerufen, ihre Beiträge zu leisten.

Kommentare

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  1. Gute Schlussfolgerung…

    Auch wenn die Befürchtung bestehen bleibt, dass auch der Verwalter das Problem der Kleinstlandbesitzer nicht lösen wird und somit die einzige Chance, die Rückkehr zur Agrar-Supermacht, nicht umsetzbar ist.