Twitter: War’s das schon mit dem Boom?

Unschuldig und mich wachen Augen blickt ein kleines Vöglein die Nutzer an, wenn sie auf twitter.com gelandet sind. “Komm!” scheint es allen Besuchern entgegen zu twitschern. Immer öfter aber verhallen seine Laute offenbar ungehört. Wie techcrunch.com jetzt berichtet, wächst die Anzahl der Nutzer nur noch um 3,5 Prozent pro Monat.

hupsp.jpgUnschuldig und mich wachen Augen blickt ein kleines Vöglein die Nutzer an, wenn sie auf twitter.com gelandet sind. “Komm!” scheint es allen Besuchern entgegen zu twitschern. Immer öfter aber verhallen seine Laute offenbar ungehört. Wie techcrunch.com jetzt berichtet, wächst die Anzahl der Nutzer nur noch um 3,5 Prozent pro Monat. Der Traffic fällt sogar ab. War’s das etwa schon mit dem großen Boom?

Autor Robin Waters hat sich am heutigen Dienstag die Zahlen von HupSpot, die bereits zum dritten Mal den Stand der Twittersphere untersuchen, angesehen. Mehr als fünf Millionen Accounts und sechs Millionen Tweets, die über ein so genanntes Twitter Grader Tool gesammelt wurden, liegen der nun vorliegenden Auswertung zu Grunde. Demnach erreichte der Microblogging-Dienst seinen Höhepunkt bereits im März vergangenen Jahres mit einer Zuwachsrate von 13 Prozent. Von da an ging es beinahe kontinuierlich bergab. “Twitter wächst immer noch”, betont der Autor, “doch von einem überwältigenden Wachstum kann nicht mehr gesprochen werden.” Darüber hinaus seien, wie er bereits berichtete, auch die Besuche auf Twitter.com zurückgegangen.

Die Twitter-Nutzer werden erwachsen

In den vergangenen sieben Monaten seit der letzten Untersuchung von HubSpot habe sich auch das Profil der Nutzer verändert. Diese seien im Laufe der Zeit erfahrener geworden und setze sich weniger aus Neulingen zusammen. Der durchschnittliche User folge demnach nicht nur anderen, sondern habe auch zunehmend Anhänger, die ihm und seinen Updates, die er oder sie nun öfter am Tag mache, folgen würden.

In Zahlen bedeutet das:

- Ein durchschnittlicher Twitter-Account hat rund 300 Follower, im letzten Juli waren es noch 70.
- Der durchschnittliche Nutzer folgt derzeit 173 anderen Accounts, im Juli 2009 waren es nur 47.
- Ein durchschnittlicher Account hat nun 420 Updates auf seiner Pinnwand. Zum Vergleich, im letzten Sommer waren es lediglich 119.

Doch die bessere Pflege der Accounts habe die derzeitige Entwicklung nicht bremsen können. Auf der anderen Seite muss jedoch festgehalten werden: “Der Bericht von HubSpot zeichnet eine langsame aber sichere Zunahme der internationalen Bedeutung”, so der Autor. Mehr und mehr Location, die auf der ganzen Welt verstreut seien, tauchten auf Twitter auf. Während noch im Juli 2009 lediglich 15 Prozent der so genannten “top Twitter locations” außerhalb Nordamerikas lagen, sind es im Januar 2010 bereits 40 Prozent. Aber nicht nur das: HubSpot fand heraus, dass Dienstag und Freitag wohl die aktivsten Tage innerhalb des Microblogging-Dienstes seien. Außerdem haben sich herausgefunden, dass die überwältigende Mehrheit der Twitter-Nutzer sich in einem Netzwerk von unter 100 Leuten bewege. “82 Prozent der Nutzer haben weniger als 100 Follower. Während 81 Prozent weniger als 100 Leuten folgen.”

Ein Kommentator fasst die vorgetragenen Ergebnisse unterdessen wie folgt zusammen: “Es passiert und es sollte auch passieren. Nichts ist konstant und genau das könnte Twitter helfen sich neu zu erfinden.” Dabei sollte es aber sicher nicht nur bei einer neuen Farbe für das eingangs erwähnte Vöglein bleiben.

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