Gedankenkonstrukt: Premiere für Bundespasswortvergabestelle

Großer Bahnhof bei der Eröffnung der Bundespasswortvergabestelle heute in Pasewalk, dem Standort der neuen zentralen Bundesbehörde für die Ausreichung der neuen alphanumerischen Buchstabencodes, die der Gesetzgeber zur Identifizierung von Handlungen im Internet ab kommendem Monat vorschreibt. Neben Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble, der direkt von der Vorstellung des neuen Rekordschuldenhaushaltes ins strukturschwache

miett.jpgGroßer Bahnhof bei der Eröffnung der Bundespasswortvergabestelle heute in Pasewalk, dem Standort der neuen zentralen Bundesbehörde für die Ausreichung der neuen alphanumerischen Buchstabencodes, die der Gesetzgeber zur Identifizierung von Handlungen im Internet ab kommendem Monat vorschreibt. Neben Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble, der direkt von der Vorstellung des neuen Rekordschuldenhaushaltes ins strukturschwache Vorpommern reiste, eilten auch Innenminister Thomas de Maiziere, Arbeitsministerin Ursula von der Leyen und die als Familienministerin praktizierende Doktorin Kristina Köhler in die Fritz-Reuter-Straße, um den Meilenstein “bei der weiteren Durchsetzung der Digitalisierung Deutschlands” (dpa) mitzufeiern.

Bundespasswort.JPG“Ein historischer Moment”, freut sich der Bundestagsvizepräsident und Ex-Bürgerrechtler Wolfgang Thierse schon beim Betreten des völlig sanierten und streng gesicherten (Foto oben) ehemaligen Gebäudes der MfS-Kreisdienststelle, das durch einen großzügigen, lichtdurchfluteten Neubau (unten) um 250.000 Quadratmeter Bürofläche erweitert wurde. Unter einer sieben Meter starken Betonschicht, verstärkt mit Bleibitumen, schlägt das Herz des Amtes, das künftig alle Passworte aller Deutschen zentral und sicher verwahren und verwalten wird: Ein 50 Tetrapack-Rechner, wie er bislang nur für militärische Zwecke oder zum Nachweis der Klimaerwärmung in Betrieb war.

bupwa.jpgVon hier aus wird das neugegründete Amt am Anfang Februar sukzessive jedem Deutschen ein Einheitspasswort zuteilen, das dank kryptologischer Verfahren aus Raumfahrt und Tierzucht (Verteilungsschema oben im Bild) analog und digital sicher ist. Auch bei Telefonaten können unter pflichtgemäßer Verwendung des neuen alphanumerischen Buchstabencodes in Zukunft Datum, Uhrzeit und Rufnummer beider und eventueller weiterer Gesprächspartner zuverlässig auf Bundeszentralrechnern gespeichert werden. “Bei Mobilfunkverbindungen”, so lobte Wolfgang Schäuble in seiner Eröffnungsansprache, “wird auch der Standort zu Beginn des Gesprächs gesichert.” Die Bevölkerung, beunruhigt durch Pornogerüchte, falsche Paris-Hilton-Nackt-Fotos und illegale Dateidownloads aus dem Netz, könne künftig wieder beruhigt schlafen, die Regierung sorge für totale Sicherheit. Dafür werde die Kommunikation über das Internet grundsätzlich komplett erfasst, so dass Bundespasswortinhaber stets nachweisen können, was sie wann wo und warum mit wem getan haben. “Gespeichert werden die Anschlusskennung, die Zugangsdaten des Computers, Alter und Haarfarbe des Nutzer, Schuhgröße, Ernährungszustand sowie Beginn, Verlauf und Ende der Internetnutzung”, versicherte auch der amtierende Innenminister de Maiziere den aufmerksam lauschenden Premierengästen, die Gelegenheit erhielten, ihr funkelnagelneues Bundespasswort sofort nach Hause mitzunehmen.

Wolfgang Schäuble hatte sich als einer der ersten Deutschen mit dem Bundespasswort ausstatten lassen, nachdem sich herausgestellt hatte, das sein Internetauftritt mit der Software Typo99 gestaltet worden war, die eine Sicherheitslücke aufweist. Durch diese hatte ein Hacker im vergangenen Jahr eine Datei abgerufen, in der auch Schäubles streng geheimes Innenminister-Passwort versteckt war. Dem Unbekannten gelang es so, die Homepage von Schäuble, für deren Gestaltung der greise Minister zuvor viel von seiner knappen Freizeit geopfert hatte, zu zerstören. Die Entwickler von Typo99 warnten daraufhin selbst vor der Lücke und empfahlen die Nutzung des Bundespasswortes, das es Polizei und Staatsanwaltschaft gestattet, in Echtzeit Zugriff auf alle Daten zu nehmen, sobald durch die Zugriffsgenehmigungsstelle im Kreispolizeiamt vorbeugend ein entsprechender Beschluss ergangen ist.

Zur Anmeldung bei der Bundespasswortvergabestelle (Gebäude in Pasewalk im Bild oben) geht es hier.

Quelle: politplatschquatsch.com

Kommentare

Dieser Artikel hat einen Kommentar. Was ist Deiner?

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

  1. Eine tolle Phantasie? Eine Utopie? Aber nicht doch, das ist die auf uns wartende Realität! Man kann den Nutzen des Bundespassworts gar nicht hoch genug einschätzen. Natürlich wird Bargeld abgeschafft und man kann nur noch unter Verwendung seines Bundespassworts bezahlen (falls Geld auf dem Konto ist). Das Bundespasswort wird natürlich als RFID subkutan platziert (beim Versuch der Entfernung wird ein tödliches Nervengift freigegeben).

    Ist der RFID-Chip einmal eingesetzt, braucht man sich um nichts mehr zu kümmern. Verloren gehen kann man auch nicht mehr, weil man über Galileo an jedem Ort der Welt zentimetergenau zu orten ist und über Google-Street jederzeit gesehen werden kann. Natürlich kennt einen auch sein Auto und registriert, wann man wo in ihm gesessen und was man dort gemacht hat.

    Man könnte sagen, dass ganz nach Murphy’s Gesetz wird schiefgehen, was schiefgehen kann. Aber nicht doch! So wie die Engländer sich wahnsinnig gefreut haben, als in allen ihren Städten alle öffentlichen Straßen polizeilich wüberwacht wurden, werden es weltweit die Menschen genießen, dass da immer jemand ist, der an sie denkt und über sie wacht. Ist das nicht auch das Geheimrezept der Religionen?