StudiVZ Startseite: “Bist du zwischen 20 und 35 Jahre alt? Dann brauchen wir deine Hilfe!”, ist seit heute auf der Startseite des sozialen Netzwerks zu lesen. Dahinter verbirgt sich eine interessante Umfrage, initiiert von der Berlin Media Professional School (BMPS), der Freien Universität Berlin, die nun gemeinsam mit myspace sowie schüler und studiVZ umgesetzt wird.
Bereits seit 2007 untersucht hier ein Forscherteam “Jugendkulturen als Medienkulturen im 21. Jahrhundert“. Unbedingt dazu gehören hier natürlich auch die vielen Tausend Nutzer dieser Plattform. Sie möchten wissen, wie das “studiVZ-Leben” der Mitglieder aussieht, welchen Stellenwert Freundschaften für sie haben und welchen Bezug sie zu bestimmen Jugendszenen oder auch -gruppen haben. Die Befragung findet anonym statt und ist daher zu keinem Zeitpunkt zurückverfolgbar.
Schon jetzt weißt das Forscherteam jedoch zu berichten: “Jugendkulturen, wenn überhaupt noch differenzierbar und systematisiert darstellbar, finden heute nicht mehr ‘live’ statt, sondern manifestieren sich inzwischen primär in und über neue(n) Medien. Jugendkulturen sind offenbar zu Medienkulturen geworden. An diesen Medienkulturen, die sich insbesondere in den durch die Digitalisierung stark anwachsenden virtuellen Gemeinschaften bzw. Online-Communities etablieren, kann heute altersunabhängig potentiell jeder teilhaben, solange er die entsprechenden Kommunikationscodes beherrscht. Jugendkulturen, sprich Medienkulturen finden nicht mehr nur über Faktoren wie bspw. Mode- oder Musikgeschmack, sondern über vielfältigste Themen und ‘Spezialinteressen’ zueinander.”
Jetzt gilt es herauszufinden, wie diese genau aussehen. Welche Themen stehen im Mittelpunkt und welche Werte und Einstellungen sind für sie prägend? “Wie wirkt sich digitales Socializing auf das ‘Social Self’ aus? Und was bedeuten inflationär verwendete Begriffe wie ‘Freund’ in diesem Kontext eigentlich genau ?”
Ausgehend von gesicherten Forschungsbefunden zu Jugendkultur und Mediennutzung werde nun erstmalig im Rahmen des Forschungsprojekts versucht, eine systematische, typologisierende, qualitative Erforschung jugendlicher Medienkulturen zu entwickeln. Das Projekt verstehte sich deshalb auch als Beitrag zu einer qualitativ bestimmten medien- und kulturwissenschaftlichen Community- Forschung “auf der Basis einer vollzogenen Medienkonvergenz und Medienintegration in realalltägliche Lebenszusammenhänge”. Doch mit dieser Befragung ist das Team noch nicht am Ende der Fahnenstange angelangt. Sie berichten weiter: “Es stellt die Vorstudie zu einer Gesamtanalyse von ‘Jugendkulturen als Medienkulturen’ dar, die in einer zweiten Stufe mit dem Bereich ‘Game Studies’ in einem internationalen Forscherverbund fortgeführt werden soll.”
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