Torsten Frings: “Ausgelutscht” beim DFB

Torsten Frings, aufgrund seines natürlichen Drangs, immer möglichst nah in den Hacken der Gegenspieler zu kleben, “Lutscher” genannt, wurde am Mittwoch von Bundestrainer Joachim Löw endgültig aus der Nationalmannschaft verbannt. Der Kapitän von Werder Bremen absolvierte sein 79. und wohl letztes Länderspiel am 9. November in Düsseldorf bei der peinlichen

frings.jpgTorsten Frings, aufgrund seines natürlichen Drangs, immer möglichst nah in den Hacken der Gegenspieler zu kleben, “Lutscher” genannt, wurde am Mittwoch von Bundestrainer Joachim Löw endgültig aus der Nationalmannschaft verbannt. Der Kapitän von Werder Bremen absolvierte sein 79. und wohl letztes Länderspiel am 9. November in Düsseldorf bei der peinlichen 0:1-Niederlage gegen Norwegen und stand seither auf dem Abstellgleis.

Enttäuscht, aber nicht überrascht

“Dieser Schritt kommt für mich jetzt nicht völlig überraschend. Damit musste ich ja rechnen, wenn man alle Vorzeichen gesehen hat. Mir bleibt nichts anderes übrig, als das zu akzeptieren, auch wenn ich völlig anderer Meinung bin als Joachim Löw”, sagte ein sichtlich enttäuschter Frings nach der Ausbootung. Aus Löws Sicht jedoch ist diese Entscheidung durchaus nachvollziehbar, drängen doch gerade einige jüngere Spieler verstärkt in den Fokus im Kampf um den freien Platz neben Kapitän Michael Ballack im zentralen, defensiven Mittelfeld.

Nachfolger längst gefunden

In erster Linie Bastian Schweinsteiger, der von Bayern-Trainer Louis van Gaal von der ungeliebten offensiven Außenposition in die Mitte gezogen wurde und dort neben Kapitän Mark van Bommel den offensiveren Part in Bayerns Doppel-Sechs gibt. In der Nationalmannschaft hat er diesen Part zwar noch nicht bekleidet, denkbar wäre diese Konstellation aber durchaus, allerdings wohl eher für die Zeit nach Ballack, da dieser gerne Drang nach vorne entwickelt und wohl nur ungern nach Mesut Özil einen weiteren Spieler absichern will. Wahrscheinlicher erscheint derzeit die Option mit Simon Rolfes, der mit Bayer Leverkusen eine bisher überragende Saison spielt und auch zuletzt in der Nationalmannschaft im entscheidenden Qualifikationsspiel in Russland (1:0) auf dieser Position überzeugte. Mit Sami Khedira und Thomas Hitzlsperger verfügt Löw zudem über weitere Alternativen, die zudem als pflegeleichter als Frings gelten, dem wohl letztendlich seine Unmutsäußerungen nach einigen Nichtberücksichtigungen zum Verhängnis wurden.

Konzentration auf den Liga-Alltag

Wer Torsten Frings kennt, weiß, dass ihn die Versetzung in den Ruhestand zutiefst verletzt hat und es wäre wenig überraschend, wenn der zeit seiner Karriere als Kämpfertyp in Erscheinung Getretene in den kommenden Wochen noch einmal allen zeigen wollen wird, dass die Entscheidung Löws eine falsche oder zumindest diskussionswürdige war. Bereits am kommenden Wochenende, wenn die kriselnden Bremer die wiedererstarkten Bayern empfangen, kann man einen äußerst entschlossenen und kampfeslustigen Frings erwarten. Obwohl auch eine überragende Rückserie nichts mehr an der Entscheidung ändern wird, so will sich Frings nicht zum Vorwurf machen, nicht durch Leistung überzeugen zu können.

Marc Strasser schreibt Fußball-Blogs und befasst sich mit dem Geschehen rund um die WM in Südafrika

Kommentare

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  1. Egal ob T.Frings der Meinung ist, falsch behandelt worden zu sein,so ein Mann kann ganz schnell die Mannschaft auf Null schalten mit ständigem Gemeckere.
    Er kann ansonsten noch so gut sein, in der Mannschaft müssen alle in die gleiche Richtung laufen, und nicht ständig mit irgendwelchen Launen belastet werden.
    Das erleben wir doch alle in unserem Berufsleben, wenn ein Querschläger schon am hellen Morgen den Laden still stehen lassen.