China ist aufgrund der massiven Expansion der Staatsausgaben gekoppelt mit einer Politik des leichten Geldes rasant wieder aus der kurzfristigen Wachstumskrise aufgrund eines zunächst dramatischen Exporteinbruchs hervorgegangen. Soweit die gute Nachricht. China ist voraussichtlich mit knapp neun Prozent Wirtschaftswachstum im Jahr 2009 zur Wachstumslokomotive der Weltwirtschaft avanciert. Im letzten Quartal 2009 wurde nach vorläufigen Schätzungen ein Wachstum von 10,7 Prozent erreicht. Diese expansive Geld- und Fiskalpolitik, die einerseits ein staatliches Konjunktur- und Investitionsprogramm von rund 400 Mrd. Euro sowie einer inländischen Kreditexpansion von rund 440 Mrd. Euro die Wirtschaft aus einer möglichen Rezession herausriss, hat zu massiven spekulativen Investitionen insbesondere im Immobiliensektor geführt. Droht jetzt demnächst ein Absturz à la USA?
Chinas Expansionskurs birgt auch hohe Risiken
Um den Wirtschaftsaufschwung nicht zu gefährden und die chinesische Exportwirtschaft zu stützen, hat die chinesische Regierung erneut nach dem Ausbruch der globalen Krise eine strikte Kopplung an den US-Dollar wieder durchgesetzt. Damit sichert sie kurzfristig die Wettbewerbsfähigkeit der chinesischen Exporte, aber sie häuft umgekehrt weiterhin Währungsreserven in einmaliger Höhe von derzeit bereits 2,4 Billionen US Dollar an. über deren Werthaltigkeit können jedoch aufgrund der Wechselkursrisiken insbesondere gegenüber dem US-Dollar erhebliche Zweifel angemeldet werden. Um wenigstens einen Teil dieser Gelder in realen Gütern anzulegen, versucht man nun massiv sich in Rohstoffmärkten langfristige Vermögenswerte unabhängig von Wechselkursrisiken zu schaffen. Das hat insbesondere auch Australien rasch aus der Rezession herausgeholfen, da China einen derzeit ungesättigten Hunger auf Rohstoffe zeigt. Der Export von Eisenerzen, etc. nach China boomt. Allerdings kann einer Hortung von Rohstoffen und die dadurch erzeugte überhitzung hinsichtlich der Rohstoffpreise sich später als Nachteil erweisen. Sinkt diese Sondernachfrage nach Rohstoffen nach einiger Zeit, dann fallen auch wieder die Rohstoffpreise. Der Verlust ergibt sich dann daraus, dass man später die Rohstoffe billiger hätte kaufen können als es derzeit der Fall ist. Statt Wechselkursverluste werden diese nur als Wertberichtigung auf Rohstoffbestände transferiert.
Carry Trade nach China boomt
Da Geld weltweit durch die nahezu Nullzinspolitik der Zentralbanken billig zu haben ist, hat sich auch erneut ein Karussell von Carry- Trades in Gang gesetzt. Ausländische Investoren spekulieren mit diesem billigen geliehenen Geld auf eine Yuan-Aufwertung gegenüber dem US-Dollar. Dadurch wird jedoch die Liquidität in China noch zusätzlich rapide vergrößert. Da trotz offizieller Kapitalverkehrskontrollen dieser Zufluss nur schwer aufgrund vielfältiger Umgehungswege zu stoppen ist, droht in China eine gewaltige Finanzblase. Der Autor hat darauf bereits frühzeitig hingewiesen.
Jetzt ist guter Rat teuer. Die chinesische Regierung fühlt sich zunehmend als Zauberlehrling, der die Geister die er rief nicht mehr los wird. Er droht immer drastischere Maßnahmen insbesondere hinsichtlich der Kreditvergabe in China an. Allerdings haben die Drohungen bisher, d.h. auch im Januar 2010 wenig bewirkt, allein in diesem Monat expandierte das Kreditvolumen erneut um 100 Mrd. US Dollar. Das Kreditvolumen soll nach Vorstellung der chinesischen Regierung jedoch aus das ganze Jahr bezogen auf 7.5. Billionen Yuan (ca. 1.1 Bill. US Dollar bzw. 750 Mrd. Euro) beschränkt werden. Gelingt eine sanfte Rückführung der Kreditvergabe nicht wie geplant, dann dürfte es in diesem Jahr zu einer Kreditklemme in China kommen, wenn die Spekulanten feststellen, dass ihre Finanzierungsmöglichkeiten unerwartet drastisch eingeschränkt werden. Das Ergebnis ist vorhersehbar. Pleiten, Pleiten, Pleiten. Die Verluste dürfte jedoch nicht nur die chinesische Wirtschaft hart treffen und das jetzige Wachstum dämpfen, sondern dürfte wegen der massiven Beteiligung ausländischer Spekulanten wieder andere Länder insbesondere in Asien, USA und Europa in Mitleidenschaft ziehen. Viel zu viele sind derzeit auf den Zug eines scheinbar sicheren China-Booms aufgesprungen. Wann platzt also nun die China-Blase?
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Vielen Dank! für diesen Artikel. Hatte den ganzen Tag schon auf die Erscheinung eines solchen Inhaltes hier gewartet. Passt zur bildhaften Publikation bei welt-online. Hätte mir noch eine Kommentierung der gestrigen Merkeldebatte im Bundestag als Vorspeise gewünscht. Denke das kommt noch, oder überlesen? Bitte mehr davon.