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Politik + Wirtschaft

Obamas Angriff auf die Großbanken

Freitag, den 22. Januar 2010 um 18:07 Uhr von Georg Erber
Weiter so? Nicht mit Barack Obama.

Barack Obamas Ankündigung, die Rolle der Großbanken in den USA durch staatliche Regulierung hinsichtlich ihrer Größe und damit ihrer Ausnahmestellung beschränken zu wollen, hat ein deutliches Echo an den Aktienmärkten hinterlassen. Insbesondere die Kurse der amerikanischen, aber auch europäischer Großbanken brachen meist um sechs Prozent heute ein. Offensichtlich hat die Drohung Obamas, die Macht der Großbanken deutlich einzuschränken, in dem ihre Größe und Ausnahmestellung in der bisherigen Form durch regulatorische Eingriffe auf ein aus Sicht der Regulierer erträgliches Maß reduziert werden soll, zu Unbehagen bei deren Managern und Shareholdern geführt.

Auslöser dieser Überlegungen war der Zustand, dass Großbanken sich als Too-big-to-fail auf eine Staatshaftungsgarantie verlassen konnten. Insbesondere Paul Volcker, als Obamas Berater in Fragen der Reregulierung der Finanzmärkte, hat sich damit durchgesetzt. Der ehemalige Chef der US-Fed zweifelte bereits zuvor öffentlich an dem volkswirtschaftlichen Nutzen der Großbanken, die nicht zuletzt durch die von ihnen kreierten Finanzinnovationen wie Verbriefungen zum Auslöser der weltweit größten Finanzkrise seit der Weltwirtschaftskrise von 1929 wurden.

Bonus-Bonanza der Großbanken

Die Ankündigung der großen amerikanischen Investmentbanken, dass sie sich trotz der Finanzkrise sehr rasch von ihren Verlusten erholt haben und aufgrund der staatlichen Hilfen und massiven Ausgabenprogramme mit hohen Gewinnen nun auch bereits wieder in der Lage wären ihren Mitarbeitern und insbesondere sich selbst als Spitzenmanager für ihre Leistung hohe Boni auszahlen würden, hat wohl die Stimmung endgültig zu Lasten der großen Investmentbanker, ob ihrer Unverfrorenheit umkippen lassen. Goldman Sachs hat mit einem Rekordgewinn und daraus resultierenden Bonuszahlungen im Vierten Quartal 2009 dabei den Vogel abgeschossen. Drohungen mit hohen Strafsteuern auf solche Bonusexzesse blieben bei den betroffenen Bankmanagern ohne Wirkung. Stattdessen drohte man mit Abwanderung an andere Offshore-Finanzplätze. Der unerschütterliche Glaube der Finanzmanager und Investmentbanker, dass sie einen legitimen Anspruch auf eine Belohnung für ihre Geschäftserfolge in Milliardenhöhe hätten, nachdem sie zuvor die Weltwirtschaft in ein Finanzdebakel in Billionen Höhe getrieben haben, ist nur der letzte Ausdruck für ihr fehlendes Verantwortungsbewusstsein.

Schrottpapiere ausgelagert und das Kasino neu eröffnet

Nachdem aufgrund lauten Wehklagens über den nahen Bankrott ihrer Institute die Staaten und die Zentralbanken diese den Banken mit hohen Fehlbewertungsrisiken zu Lasten der Steuerzahler abgenommen haben, fiel denen nichts weiter ein als den Wettsaloon des spekulativen Derivatehandels sofort wieder zu eröffnen, sich als Finanzierer der durch sie verschuldeten Staatsschulden eine goldene Nase zu verdienen und ansonsten der übrigen Wirtschaft durch Zurückhaltung bei der Kreditvergabe die kalte Schulter zu zeigen. Dort waren ihnen die Risiken zu groß und die Gewinnmargen zu klein. Dies führt zu einer von ihnen heftig bestrittenen Kreditklemme, die jedoch insbesondere viele kleine und mittlere Unternehmen in den Konkurs treibt sowie Haushalte in die Insolvenz.

Derzeit weiß niemand genau wo wie viel mit welchen Risiken noch in der Finanzwelt herumgeistern. Dank Lockerung der Bilanzierungsregeln hat man den Banken Spielräume eröffnet, die es ihnen ermöglicht bei Bedarf Scheingewinne auszuweisen weil erforderliche Wertberichtigung auf die falsch bewerteten toxic assets vertagt werden. Mit solchen Manipulationen werden dann Gewinne als Grundlage für erneute hohe Bonuszahlungen herangezogen. Dreister geht’s nicht. Kritikern an diesem Verhalten wird mit einer weiteren Kreditverknappung gedroht, sollte man den Großbanken strengere Regeln insbesondere zur Risikovorsorge aus Eigenkapital auferlegen. Irgendwann in diesem Prozess muss es auch Obama klar geworden sein, dass es mit solchen Partnern keine einvernehmliche Lösung der Regulierungsprobleme der Finanzmärkte mehr geben kann. Deren Vision ist ein Weiter so und Business as usual. Im Schadenfall wende man sich gefälligst wie gehabt an den Staat und seine Steuerzahler.

Photo Quelle/Copyright: nasa hq photo, cc creative commons, Bestimmte Rechte vorbehalten, via flickr

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7 Reaktionen zu “Obamas Angriff auf die Großbanken”

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  1. Frank

    am 22. Januar 2010 um 18:46 Uhr | Link | Kommentar melden

    Jetzt fliegen im Saloon die Fäuste. Arm gegen Reich, nun sind sie wieder gleich. Naja manchmal reinigt ein Gewitter ja die Luft so, das man wieder atmen kann. Wenns schlecht läuft ist am Montag der Euro nur noch historisch, gehts gut dann bekommen wir wieder Arbeit. Nach der Ansage machen die Banker am Wochenende tabula rasa.
    Die Bibel sagt du sollst nicht falsch zeugnus reden wider deines nächsten, aber wer soll das denn noch unterbinden, wenn es die Kirche nicht kann? hat hier einer ne Idee?

  2. Joss

    am 22. Januar 2010 um 20:28 Uhr | Link | Kommentar melden

    Nur als Tipp: der oft etwas komischen Berichte wegen ist wohl die Huffington Post
    als Medium zu empfehlen. Informationen aus erster Hand sind da wohl am
    interessantesten.
    http://www.huffingtonpost.com/

  3. Ernst Flinscher

    am 23. Januar 2010 um 06:29 Uhr | Link | Kommentar melden

    Nicht so große Töne spucken ! Auch einen Obama machen die Herrschaften der Ostküste schnell ganz klein, wenn er ihnen in die Suppe spucken will.

  4. Guillaume

    am 23. Januar 2010 um 12:31 Uhr | Link | Kommentar melden

    Der letzte Präsident der das ernsthaft versucht hatte, wurde kurz darauf ermordet.

  5. Frank

    am 24. Januar 2010 um 00:22 Uhr | Link | Kommentar melden

    So liebe Leser.
    Und ein weiterer Beweis, übrigens schwer, wenn man es auf Deutsch übersetzt haben will, das es verdammt ernst ist für Obama und Co.
    Offenbar gibt es bereits eine saftige Bürgerbewegung gegen die Finanzindutrie. Das würde auch die Wahlschlappe von Obama neulich erklären.
    Wenn das Schule macht.
    Auf dem Buchmarkt sind übrigens Bücher über die Zeiten des letzten Crashs im 20. Jhdt. der Renner und zwar wie man ohne Geld überleben kann.
    Wer googled der findet.
    http://www.sein.de/gesellschaft/neue-wirtschaft/2010/move-your-money-
    organisierter-bankrun-in-den-usa.html

  6. Frank

    am 27. Januar 2010 um 13:55 Uhr | Link | Kommentar melden

    Wie der Angriff auf die Großbanken verpuffen wird und was tatsächlich schon an Luftnummern in der Buchhaltung seit 2009 steht, wird an diesem kleinen Artikel wunderbar nüchtern aus einer Finanzanalyse einer privaten freien Agentur erläutert.
    Thema: “Staatsbankrott 2010″
    http://www.mmnews.de/index.php/200912194482/MM-News/Staatsbankrott-2010.html
    Lassen sie sich Zeit beim Studium der wirtschaftlichen Künste und bleiben sie aufmerksam auf der wirtschaftlichen Bühne. Es geht munter weiter in den Ausverkauf voran.

  7. rex maxima pax christi

    am 30. Januar 2010 um 17:56 Uhr | Link | Kommentar melden

    The Beasts are waked up by criminal human beings. Now he will destroy the mankind. all prophetics are fullfilled. but you cant see it, the beast are blending with his icons.
    the beast will at now have a short big kingdom of terror, but the deep impact is on the way. noone will see again the sparkling stars, the green, the water, the sun.
    dont forget these last words.

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