Readers Edition Werden Sie Reporter!



Politik + Wirtschaft

Hartz IV und Arbeitspflicht: Offener Brief an Roland Koch

Samstag, den 23. Januar 2010 um 15:49 Uhr von Heinz-Peter Tjaden

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Koch,

Macht Hartz IV faul?” hat gestern die “Bild”-Zeitung getitelt, die sich offenbar immer zu Ihnen gesellt, wenn Sie ein so genanntes “heißes Eisen” angefasst haben. Das war bei den “zu vielen kriminellen Ausländern” so, das ist bei der von Ihnen geforderten Arbeitspflicht für Alu-II-Empfängerinnen und -Empfänger wieder so. “Brutalst möglich” reagierte darauf inzwischen eine Gruppe, die sich “Morgenlicht” nennt. Als Warnung ließ sie Ihnen gestern eine Bombenattrappe zukommen, die Nachricht lautete laut heutigen Medienberichten: “Wenn Sie Ihre Äußerungen wiederholen, wird eine scharfe Bombe ´im Umfeld Ihrer Besitztümer´ gezündet.”

Bombendrohungen halte ich für noch dämlicher als manche Ihrer Statements. Doch dieses Mal nehme ich Sie beim Wort und arbeitsverpflichte mich bei Ihnen im hessischen Ministerium für Arbeit und Soziales. Dort hätte ich gern ein Büro mit Schreibtisch, PC und Telefon.

Sie vermuten richtig: Auch ich bin Hartz-IV-Empfänger. Seit 2005. Ineinander verwobene Ereignisse haben dazu geführt. Über ein Jahrzehnt lang war ich verantwortlicher Redakteur einer Wochenzeitung im Altkreis Burgdorf bei Hannover. Als Berichterstatter ließ ich mich in kein politisches Lager ziehen. Das sollte sich 2002 ändern. Meine Verlegerin und ihr Sohn schnappten sich in meiner Abwesenheit meine Artikel über Ratssitzungen und andere kommunalpolitische Ereignisse und trimmten sie auf CDU-Nähe. Meine Proteste fruchteten nicht, die Gegenseite vertrat die Auffassung: “Wir bestimmen!”

Behindeter wird verhöhnt

Anfang 2003 kam es zur Eskalation. Der Vorsitzende einer gemeinnützigen Organisation, der seit geraumer Zeit körperbehindert ist, wurde in meinem Beisein verhöhnt. Wieder erschien unter meinem Namen ein Artikel, den ich kaum noch wieder erkannte. Vor dem Arbeitsgericht in Hannover wurde mein Vertrag im so genannten “gegenseitigen Einvernehmen” aufgelöst.

2003 und bis Mitte 2004 lebte ich von der Abfindung und von der Rückkaufsumme meiner Lebensversicherung. Dann gründeten wir in Wilhelmshaven eine Wochenzeitung, die per Anzeigenpreisdumping und mit Gerüchten über meine Person wieder vom Markt gefegt wurde.

Da blieb mir nur noch der Weg zum Jobcenter. Dort wurde mir sogleich mitgeteilt, dass man für mich als Redakteur nichts tun könne. “Fördern und fordern” gelte für mich nicht. Also richtete ich im Netz Seiten ein und berichtete fortan dort nicht nur über lokale Ereignisse, sondern auch über die Arbeit von Jugendämtern, Familiengerichten und Gutachtern. Bei mir meldeten sich nicht nur verzweifelte Mütter und Väter, bald stellten sich bei mir auch ehemalige Heimkinder mit ihren Anliegen ein. Nächstes Thema wurden Einrichtungen, die Menschen eigentlich helfen sollten, dies aber nicht tun.

Von Faulheit keine Rede

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident, Sie sehen also, Faulheit kann man mir nicht vorwerfen. Außerdem trage ich die Kosten meiner Arbeit, weil die meisten Betroffenen finanziell gar nicht in der Lage sind, mir Geld zukommen zu lassen.

Würden Sie mir nun ein Büro mit Schreibtisch, PC und Telefon zur Verfügung stellen, hätte ich einige Kosten vom Hals. Mit einem Umzug nach Wiesbaden hätte ich keine Probleme, ich kenne die Gegend, habe in Mainz Volkswirtschaftslehre und Publizistik studiert.

Ich bin gespannt, wann ich im hessischen Ministerium für Arbeit und Soziales mein Büro beziehen kann.

  • diesen Artikel drucken
  • E-Mail This Post/Page
5.3
  • derzeit 5.31 Sterne
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
 
 

Schlagwörter

Share it!

22 Reaktionen zu “Hartz IV und Arbeitspflicht: Offener Brief an Roland Koch”

Kommentare für diesen Artikel als RSS-Feed abonnieren.

  1. OpBHX

    am 23. Januar 2010 um 20:24 Uhr | Link | Kommentar melden

    Danke,
    das haut in die richtige Kerbe.
    Man halte Ihnen/Denen den “Eulen”-Spiegel vor das Gesicht.

    Schreiben Sie weiter so!

    ‘We have to show them - there is a difference between planet “politics” and
    planet Earth. We - so far - do live on the latter one.’

  2. Rolf Ehlers

    am 23. Januar 2010 um 20:36 Uhr | Link | Kommentar melden

    Lieber Herr Tjaden,

    ich kann recht gut nachempfinden, was Sie da erlebt haben. Erst ist allerdings so, dass erst ein biographisches konfliktives Schockerlebnis für viele Menschen der Auslöser ist zur Selbstfindung und zum tieferen Verständnis von Problemen und den Möglichkeiten ihrer Lösung. Einiges darüber habe ich bei Herrn Professor Kruse gelernt, was ich in der RE gerade kurz wiedergegeben habe:

    http://www.readers-edition.de/2010/01/18/prof-kruse-kreativitaet-laesst-sich-foerdern/

    Hätte ich nicht als blendend verdienender Notar im sächsischen Annaberg-Buchholz
    durch die Schmutzkonkurrenz der öffentlichen Hand die von mir mit eigenem Geld ausgebauten Immobilienobjekte verloren, hätte ich die schöne Gegend nie verlassen. Bund, Land und Kreis schufen aber mit Fördermitteln Tausende von Quadratmetern vermietbaren Raums, den niemand brauchte. Er fand dennoch Mieter zu Dumpingmieten, die aber den freien Vermietern verlustig gingen. Wär ich in Sachsen geblieben, hätte ich bestimmt keine Veranlassung gehabt, auf neue Herausforderungen zu achten.

    Sehen Sie das Beispiel Ihres Kollegen Ulrich Tilgner, der Deutschland verlassen hat. In Deutschland gibt es keine freie Presse mehr. Zwar greift der Staat nicht direkt ein. Er ist aber der Diener der mächtigen Verleger, die den von ihnen beschäftigten Journalisten keine eigene Meinung lassen. Wer sich da nicht einfügt und mitmacht, wird frei auf anderen Feldern oder unter anderen Aspekten mehr zu
    leisten. Ich habe oft gesehen, dass sich nach einer Weile die Möglichkeiten mehren.

  3. togl

    am 23. Januar 2010 um 21:04 Uhr | Link | Kommentar melden

    … wollen Sie in so einer Klitsche wirklich arbeiten? Sie würden sich bestimmt langweilen bei dem vielen Herumsitzen und Nichtstun.

  4. Hartz IV News - Seite 83 - Augsburger Allgemeine Community

    am 23. Januar 2010 um 22:48 Uhr | Link | Kommentar melden

    […] Readers Edition Hartz IV und Arbeitspflicht: Offener Brief an Roland Koch […]

  5. Frank

    am 24. Januar 2010 um 10:02 Uhr | Link | Kommentar melden

    Wes Brot ich ess, dem Herrn ich dien. Einfach, logisch, konsequent.

  6. Ulrich Nagel

    am 24. Januar 2010 um 14:51 Uhr | Link | Kommentar melden

    Ich stimme dem Brief von Heinz-Peter Tjaden voll zu. Als ich vor 20 Jahren arbeitslos wurde, habe ich jederzeit intensiv versucht, wieder Arbeit zu finden. Mit vielleicht wenigen Außnahmen ist der Mensch dafür auf der Welt, um mit seiner Hände (oder Kopf-) Arbeit seinen Lebensunterhalt zu verdienen und in seiner Arbeit und Familie aufzugehen! Trotz meines Elektrikerberufes und meiner Ingenieurs- und später Fachschultätigkeit (Hochschul- u. Universitätsabschluß) habe ich keine Anstellung mehr gefunden. Auch meine 3 Umschulungen zum Sozialpädagogen, Netzwerkfachmann und Netzwerkinstallateur brachten nicht den erhofften Erfolg. Zumindest nicht hier in Sachsen bzw. den neuen Bundesländern, wo in den 90ern Jahren von kapitallysternen Kapitalisten die Wirtschaft vollständig ausgeplündert und zerstört wurde. Auch leider unser heute europaweit mit bestes Bildungssystem. Deswegen mache ich solchen in diesen Sachen ungebildeten Leuten auch keinen Vorwurf. Ich hatte allerdings zwischendurch 3 Jahre als einfacher Lagerarbeiter im Gerüstbau gearbeitet und mußte nach 4 Jahren mit kaputten Bandscheiben wieder ausscheiden , die aber nie als Berufsunfähigkeit anerkannt wurden.
    Viele solche Leute wie ich setzen sich meist sehr sozial ein, um überhaupt wieder einen Lebensinhalt zu finden. Wenn jetzt vorgeschrieben wird, dass die Menschen für wenig Geld für sie nicht akzeptable Arbeiten annehmen müssen, müßte der Bestand an Sozialpsychologen unermeßlich in die Höhe gehen, denn sie würden viel Arbeit bekommen!

  7. Andy

    am 24. Januar 2010 um 17:51 Uhr | Link | Kommentar melden

    Na endlich lassen hier mal zwei der Dauerjammerer die Hosen runter!

    Herr Tjaden nimmt seit 2005 H4 in Anspruch und sieht keineswegs das Problem darin, dass er seit 2002 an seiner “Berufung” als “unparteiischer” Redakteur festhält, sondern am bösen, bösen Sytsem..

    Herr Nagel versucht seit 20Jahren in Sachsen eine Arbeit zu finden, kann aber aufgrund seiner Krankheit nicht mehr arbeiten.
    Das das kapitallysternen Kapitalisten ihm dabei drei Umschulungen ermöglicht haben und er trotzdem keinen Job findet ist natürlich auch die alleinige Schuld des bösen, bösen Systems….(Man hätte die Bedingung “geh danach in den Westen” an die Schulung knüpfen sollen!)

    Ja, genau solche Leute meint Herr Koch!
    Leute die denken Sie könnten Dank der überhöhten Sozialleistungen (die keineswegs das “System” zahlt, sondern jeder Arbeitnehmer/Arbeitgeber) sich ein Leben lang Ihren Wunschträumen widmen:
    * Ich will “Redakteur” bleiben.
    * Ich gehe nicht weg aus Sachsen.
    Nutzen das Sozialsystem aus!

    Das Sozialsystem ist dazu gedacht eine (unverschuldete) Notlage zu überbrücken und Arbeitsunfähigen (Kranke und Alte) ein auskömmliches Leben zu ermöglichen.
    Auch die Unterstützung von Alleinerziehenden gehört dazu. Wobei auch hier eine feine Linie zwischen Bedürftigen / Blauäugigen und Schmarotzern gezogen werden sollte (jedoch nicht auf Kosten der Kinder!).

    Herr Tjaden : Sie könnten jeden anderen Hilfsjob machen
    Herr Nagel : Auch für Sie wären trotz Ihrer Bandscheibenprobleme Jobs zu finden.

    Schämem Sie sich wirklich nicht, den waren Bedürftigen das Geld streitig zu machen? Pfui!

  8. Kristina

    am 24. Januar 2010 um 19:22 Uhr | Link | Kommentar melden

    Typen wie Andy, Koch, Sarrazin etc. spiegeln sich seit eh und je in diesen ironischen Texten von Mascha Kaléko:
    “Der Bescheidwissenschaftler” und “Von Montag früh bis Wochenend”

    “Der Bescheidwissenschaftler”

    Er ist beim Weltall angestellt,
    Vor fremder Tür zu kehren.
    Bevor die große Glocke schellt,
    hat er sie läuten hören.

    Er kniet für einen Silberling
    Vor Hohem und Gemeinem.
    Er kennt den Preis für jedes Ding,
    Den Wert jedoch von keinem.

    Ein Kammerjäger der Prominenz
    Ist er, honoris causa.
    Ein Tellerlecker der Eminenz,
    Ein Mäjestäts-Entlauser.

    Per Klattschblatt und per Telefon
    - Sein Wahnsinn hat Methode -
    Bezieht er was heut Religion
    Und morgen Episode.

    “Das hab ich, wissen Sie woher…?”
    Protzt er mit Kennermiene.
    Wo sonst das Herz schlägt, da hat er
    Eine Diktiermaschine.

    Er hat die Hand in jedem Spiel;
    (Für ihn gibts keine Regeln)
    Und kennt die Kunst, direkt ans Ziel
    Mit fremden Schiff zu segeln.

    … Wird er, als blinder Passagier,
    Einst in den Himmel schweben,
    Muss es dort auch ne Hintertür
    Und Schlüssellöcher geben.
    ———————————-

    “Von Montag früh bis Wochenend”

    Morgens raus zum Dienst am Kunden,
    Denn so will es der Beruf,
    Weil zum Sklaven der acht Stunden
    Uns der liebe Gott erschuf.
    Mittags rein in die Kantine,
    - Flammerie und Himbersaft -
    Und dann marsch an die Maschine,
    Frisch ans Werk mit neuer Kraft !

    Seht uns nur an: Da rackert man und rennt
    Von Montag früh bis Wochenend !

    Abends rein in das Gedränge,
    Feierabend Galgenfrist,
    Weil du nur ein Mensch der Menge
    “Herr Normalverbraucher” bist.
    Wozu lebt man ? Um zu essen !
    Jugendträume ? Längst verblüht !
    Für die “höheren Interessen”
    Ist man meistens viel zu müd !

    Seht uns nur an: Da rackert man und rennt
    Von Montag früh bis Wochenend !

    Siebzig Jahre währt dies Leben,
    Das um so viel dich betrog,
    Und wenn´s hoch kommt, achtzig Jahre-
    Ach, uns kommt es manchmal hoch !
    Färb beizeiten dir die Haare,
    Weil man straflos nicht ergraut.
    Menschen sind nicht Mangelware:
    Wer ergraut - wird abgebaut !

    Dann hast du Zeit - dann mach dein Testament
    Von Montag früh bis Wochenend !

  9. Rolf Ehlers

    am 24. Januar 2010 um 19:40 Uhr | Link | Kommentar melden

    @Andy: Typisch dass kleine Hunde so laut bellen! Was wissen Sie denn von den Trickereien der Bundesanstalt für Arbeit, die sie seit Jahren im Auftrag unserer Regierung treibt? Nicht damit Menschen eher eine Arbeit finden, werden sie si ezur Beteiligung an Umschulungsmaßnahmen gesteckt, sondern um sie aus der Arbeitslosenstatistik heraus zu holen!

    Ich erinnere mich noch gut an die Situation in meinem Amtsbezirk als Notar in Sachsen. Weder ich noch eine Kollegin oder ein Kollege brauchten eine einzige weitere Gehilfin. Zu dieser Zeit befanden sich aber 200 Umschülerinnen in der Umschulung auf diesen Beruf. Das war aber kein Einzelfall!

    Vermittlungen von Arbeitsplätzen, die eigentliche Aufgabe der Arbeitsagenturen findet fast gar nicht statt. Welcher Arbeitgeber, der noch mal eine Stelle hat, fragt denn beim Arbeitsamt um Vermittlung nach - es sei denn das Amt übernimmt einen Teil der Arbeitskosten. Im übrigen geben die Agenturen die hoffnungslosen Fälle an
    private Vermittler ab und begünstigen Leiharbeit mit unwürdigen Bedingungen.

    Andy, sind Sie schon Mitglied in der F.D.P.? Mit Ihrem Menschenbild sollten Sie dort eine Blitzkarriere machen.

  10. Frank H.

    am 25. Januar 2010 um 13:14 Uhr | Link | Kommentar melden

    Damit Alle Koch Fans bescheid wissen. Hessen ist Bankrott seit Heute. Hier ein erstre Artikel dazu. Mir ist das Lachen vergangen da ich da lebe.
    http://info.kopp-verlag.de/news/hessen-ist-pleite.html

  11. Rentner

    am 25. Januar 2010 um 19:53 Uhr | Link | Kommentar melden

    So ist das mit den Menschen. Sobald Du etwas Preis gibst, stürzen sich die Geier auf die Beute und zerfetzen es in Stücke. Mit einem Grundeinkommen wären wir einen riesigen Schritt weiter. Doch dafür sorgen die Behörden, dass die Menschen nicht frei sind. Nicht frei in der Berufwahl und nicht frei welche Arbeit sie machen machen wollen. Ganz gegen das Grundgesetz!
    Wer die Natur bestillt und zerstört wird anerkannt. Krank ist das!

  12. Heinz-Peter Tjaden

    am 25. Januar 2010 um 21:21 Uhr | Link | Kommentar melden

    @ Andy

    Lesen Sie Ihre Kommentare eigentlich, bevor sie von Ihnen abgeschickt werden? Als verantwortlicher Redakteur muss man doch wohl wissen, was in der Zeitung steht. Und wenn der Bericht dann auch noch den Namen des verantwortlichen Redakteurs trägt, dann doch wohl noch mehr.

    Außerdem halte ich nichts von Parteizeitungen. Wenn meine Verlegerin versucht hätte, die Zeitung auf SPD zu trimmen, hätte ich mich genauso gewehrt.

    Und Behinderte verhöhnt man in meinem Beisein nicht! In Wilhelmshaven ist dann noch die “Konkurrenz” auf die Idee gekommen, über mich die Behauptung zu verbreiten, ich sei vorbestraft. Das machte der Anwalt dieser Zeitung in meinem Beisein. Allerdings wusste er bei einem Gespräch mit anderen nicht, dass ich der Tjaden war, über den er gerade herzog…Als ich mich zu erkennen gab, wurde er bleich.

    Sie können derlei gern Gejammer nennen. Das spricht für sich. Aber nicht für Sie!

  13. zeitgeist

    am 25. Januar 2010 um 23:16 Uhr | Link | Kommentar melden

    http://www.google.de/search?q=roland+koch+springer+bilderberg&ie=utf-8&oe=utf-8&aq=t&rls=com.ubuntu:de:official&client=firefox-a

    ein schelm wer böses dabei denkt…

  14. Twitter Trackbacks for Readers Edition » Hartz IV und Arbeitspflicht: Offener Brief an Roland Koch [readers-edition.de] on Topsy.com

    am 26. Januar 2010 um 06:59 Uhr | Link | Kommentar melden

    […] Topsy Retweet Button var topsy_style = “small”; var topsy_order = “count,retweet,badge”; var topsy_url = “http://www.readers-edition.de/2010/01/23/hartz-iv-und-arbeitspflicht-offener-brief-an-roland-koch/”; Add Topsy Retweet Button to your Blog or Web Site. WordPress  Web Sites […]

  15. Kristina

    am 26. Januar 2010 um 15:09 Uhr | Link | Kommentar melden

    Herr Tjaden erscheint mir äußerst engagiert, sensibel und mutig… und jetzt erst recht mit seinem Anti-Hartz4-Beitrag. Dennoch bin ich der Meinung, dass man auf persönliche Offenbarungen besser verzichten sollte, um nicht unnötig noch mehr Angriffsfläche für die Trampel (@Andy) zu bieten. Oder ist er kein Trampel sondern einer von den berüchtigten Berufs-Mobbern („Auch die Mund-zu-Mund-Propaganda auf den Foren im Netz kann man sich gegen Geld organisieren lassen”).
    Dazu Artikel: Verschwörungstheoretiker? Die Realität der Manipulation ist schlimmer als die Theorie http://www.nachdenkseiten.de/?p=3981

    Vielleicht wäre es besser nur sachlich zu argumentieren, damit sämtliche Trampel entweder nicht mitkommen oder sich bilden lassen dank Fachtexten, u.a.:

    Die Geburt des „Sozialschmarotzers” aus dem Geiste des Staatsrassismus
    Der gewollte Feind, von Michael Wolf
    http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=13570

    Aus Kochs geistiger Giftküche.
    Kommt wieder der Arbeitsdienst? von Hans-Dieter Hey
    http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=14706

  16. Andy

    am 26. Januar 2010 um 18:28 Uhr | Link | Kommentar melden

    Nein kein Trampel, sondern jemand der die politisch unangenehme Wahrheit ausspricht die die Mehrheit der Mitmenschen denken.

    Nochmal, das soziale Netz ist nicht dafür da, dass man sich in aller Ruhe einen genehmen Job (aber bitte fußläufig) aussuchen kann (bzw. herbeiwünschen kann).
    Es ist z.B. für Menschen wie die durch den Felssturz betroffene Familie in Bayern.
    Das sind unverschuldete Schicksalsschläge die die Gesellschaft tragen muss und gerne trägt.

    @Frank ja, weil pro Jahr Milliarden nach Berlin und andere Sozialbezieher-Hochburgen fließen.
    Dort werden dann mit hessischem (und bayrischen) Geld Leistungen geboten die sich die Geberländer nicht leisten können (und dort auch noch sinnlos verpuffen…Gantagskindergärten für alleinerziehende H4-Empfängerinnen).

    @H-PT…das Sie dort nie wieder einen Fuß als Redakteur auf den Boden bekommen werden ist Ihnen doch wohl klar….aber die Einsicht vielleicht einer anderen Arbeit nachzugehen fehlt…

    @Kristina… schöne Grüße an die “Nachdenkseiten”….wer bezahlt Sie?
    Jaja…die nrhz ist natürlich völlig ideologiefrei und neutral ….. da kann man die ganze Wahrheit lernen…
    Das die Artikel die völlig abgenutzte braunernazikapitalistenschwein Parolen noch immer nicht eingepackt hat…naja…die 68er werden nicht jünger und agiler…

  17. Lesefuchs

    am 28. Januar 2010 um 15:48 Uhr | Link | Kommentar melden

    @Andy
    ..jemand der die politisch unangenehme (von der BILD eingeprügelte) Wahrheit ausspricht die die Mehrheit der (BILD lesenden) Mitmenschen denken…..
    Knapp 4Mio sind zu faul zu arbeiten? Diese Zahl sollte sogar Ihnen komisch vorkommen!
    Was ist mit den 1,3 Mio aufstockern, die nicht zu faul sind, aber trotzdem nicht von Ihrem Lohn leben können? Aber die sind aus Ihrer Sicht sicher selbst Schuld das sie nicht mehr verlangen!
    So lange es solche “Denker” wie Sie gibt, wird sich das System Koch weiter vermehren und auch den so glücklichen Mittelstand weiter nach unten drücken.
    Der beste Weg dazu ist geebnet:
    “Wir haben einen der besten Niedriglohnsektoren aufgebaut, den es in Europa gibt.”
    aus http://www.gewerkschaft-von-unten.de/Rede_Davos.pdf
    Wozu braucht man einen “tollen” Niedriglohnsektor? Richtig - um den Rest unterdrücken und zu immer weniger Lohn erpressen zu können.
    Aber meine Hoffnung ist groß, dass mit zunehmender Dauer dieser Regierung (speziell der FDP) auch Sie eventuell aufwachen werden!!!
    Es seit denn Sie leben mit dicker Beamten-Pension in einem gemütlichen bayerischen Dorf, fern der wirklichen Welt, irgendwo am Waldrand!

  18. Andy

    am 28. Januar 2010 um 19:41 Uhr | Link | Kommentar melden

    @Lesefuchs lassen Sie doch den Quatsch!
    Die Bildzeitung meines Gegenüber sehe ich mir nur an, wenn ein hübschen Bild-Mädchen auf Seite 1 ist. Nein, Sie können noch so sehr versuchen die Mehrheit zu unterdrücken, nicht nur die Bild-Leser haben genug vom Armutsgejammer der Faulen, sondern vor allen die, die die Sozialabgaben überhaupt erst erwirtschaften (wozu ich allerdings bayrische Beamte nicht unbedingt zähle…).

    Auch hat Herr Koch ganz klar gesagt, dass es um keine Verallgemeinerung geht (das Gutmenschen wie Sie diese Argumentation aber immer wieder hervorholen müssen, sieht es um echte Argumente wohl eher dünn aus….).
    Nein, es geht einzig und allein um die arbeitsfähigen aber nicht arbeitswilligen.
    Wir haben ja hier konkret bei RE das Beispiel eines Menschen der seit langen Jahren H4 bezieht, weil er es nicht einsieht seinen (ehemaligen) Beruf ad acta zu legen, sondern darauf besteht in diesem Metier weiterzuarbeiten (auch wenn ihn dort keiner will/braucht).
    Wir haben einen anderen der entliche teure Umschulugen verschwendet hat, weil er nicht willens ist dahin zu gehen, wo die Arbeit ist.

    Keiner will einen (wirklich) arbeitsunfähigen Menschen zu einer Arbeit zwingen (ich glaube sogar hier würde die Allgemeinheit sogar eher mehr geben wollen als heute).
    Keiner will eine Alleinerziehende zur Arbeit zwingen, jedenfalls nicht, bevor die Kinder alt genug für den Kindergarten sind.

    Der sogennante Niedriglohnsektor existiert leider noch nicht. Ansonsten würden 100.000 Stellen gerade auch von Privathaushalten des Mittelstandes geschaffen (Putzfrau, Haushaltshilfe, Kinderbetreuung, Gartenarbeiten,, etc.). Ein nicht unbedeutender Anteil der H4-Empfänger kann sich jedoch bisher nicht damit abfinden, dass man eventuell anderen “besserstehenden” zu Diensten sein könnte.

    Früher hatte jeder Handwerker Hilfsarbeiter, die mit einem Viertel des Lohns eines Meisters zum tragen kamen. Da waren viele Sachen die “nur zwei Arme” erforderten noch bezahlbar.
    Da heute die Hilfsarbeiter bei H4 besser aufgehoben sind, kann sich selbst der Mittelstand nicht mehr leisten zwei Meister für z.B. das Ablösen der Tapetten oder das Ausheben eines Lochs zu bezahlen….Dafür blüht heute die Scharzarbeit und die Polen arbeiten schneller und besser als viele der Möchtegerntariflöhner.

    Zeigen Sie mir doch mal bitte, wo die Löhne bei uns gedrückt wurden?
    In den meisten Fällen wird es sich dabei nämlich um eine notwendige Korrektur der Löhne an die reele Wertschöpfung der Arbeitskraft gehandelt haben.

    Ich bin auch der Überzeugung, dass unser GG kein Recht auf Faulheit und Ignoranz von Tatsachen beinhaltet. Auch steht dort nirgends, dass man von den Steuerzahlern ausgehalten werden muss, wenn man seine “Wunschträume” nicht aus eigener Kraft verwirklichen kann.

  19. Heinz-Peter Tjaden

    am 28. Januar 2010 um 21:24 Uhr | Link | Kommentar melden

    Diskussionen mit Leuten wie Andy sind doch vollkommen sinnlos. Der nimmt ja nicht einmal Fakten zur Kenntnis.

    1. Ich bin auch Hinzuverdiener, schreibe für Zeitschriften und Zeitungen, die mir allerdings sagen, dass angemessene Honorare nicht drin sind. Ich schreibe trotzdem.

    2. Ich helfe seit Jahren kostenlos Menschen, die in Not sind. Ohne Entgelt.

    3. Und wenn Herr Koch nun die Arbeitspflicht will, könnte er ja als gutes Beispiel vorangehen, mir ein Büro geben und mich meine Arbeit machen lassen (Beratung, Artikel, Bücher). Für mich würde das lediglich eine Kostenentlastung bedeuten. Ich trage Kosten als jemand, der mit einem geringen Einkommen auskommen muss. Ich könnte ja auch sagen, mache ich nicht.

    4. Das Jobcenter ist mal auf die geniale Idee gekommen, mich bei einem Bewerbertraining als Mitlehrender einzusetzen. Mache ich gern, habe ich gesagt, wenn mir das bezahlt wird. So schnell wie das Jobcenter abgewunken hat, so schnell konnte ich gar nicht schauen. Mir wurde dafür nicht einmal ein Ein-Euro-Job angeboten…

  20. Andy

    am 29. Januar 2010 um 12:58 Uhr | Link | Kommentar melden

    @HPT…
    “Der nimmt nicht einmal Fakten zur Kenntnis”
    Nein, kann er auch nicht, weil diese nicht offen gelegt wurden.
    Danke für Ihren Mut hier so privat aufzutreten.

    Warum verkaufen Sie sich eigentlich so schlecht?
    Kennt man 1. und 2. wird aus dem faulen Traumtänzer ein engagierter H4-Empfänger (Wenn auch 3. und 4. dem guten Eindruck wieder Abbruch tun.)

    Wünschen Sie sich nur ein Büro oder gibt es tatsächlich eine beruflich bedingte Notwendigkeit, dass Ihrer Tätigkeit nicht auch im eigenen Wohnzimmer nachgegangen werden kann? Reicht für den Anfang vielleicht ein anständiger Arbeitstisch/Bürostuhl?

    Auch finde ich es taktisch sehr unklug die Hand aufzuhalten, bevor man die Leistungsfähigkeit gezeigt hat. Warum nicht 1 oder 2 Einheiten für umsonst und danach gefragt?
    Allerdings bezweifle ich, dass Ihre “Geisteshaltung” eine ist die in einem Bewerbertraining weitervermittelt werden sollte (ich will Büro, ich will zuerst, ich will).
    Heutzutage muss man zeigen, was man kann und das man Leistungsbereit ist. Das Bewerbungsgespräch mit Ansprüchen und Forderungen anzufangen ist unklug.

  21. Heinz-Peter Tjaden

    am 29. Januar 2010 um 13:20 Uhr | Link | Kommentar melden

    @ Andy

    Seit Jahren berate ich Menschen kostenlos.

    Was ich so alles tue, können Sie hier ermessen

    http://groschenfenster.blogspot.com

  22. Kristina

    am 30. Januar 2010 um 13:30 Uhr | Link | Kommentar melden

    Lieber Herr Tjaden,
    Ihre engagierte Arbeit ist bewundernswert. Viel Respekt !
    Sparen Sie doch Ihre Kraft für sinnvolle Sachen und vergeuden Sie sie nicht für niveauloses Pingpong mit solchen Mitläufern und Verrätern wie Andy.
    Erkennen Sie doch, dass hierbei keine konstruktiven Lösungen entstehen, wie z.B. GRUNDEINKOMMEN, das bereits der Kommentator RENTNER zutreffend erwähnt hat.

    Das Thema “Bedingungsloses Grundeinkommen” befindet sich u.a. im Projekt ZEITGEIST und den vollständigen Text “Schuften im Schlaraffenland: Warum ein bedingungsloses Grundeinkommen sinnvoll und möglich ist”, habe ich auf der Webseite “Connection” gefunden.

    http://www.zeitgeist-online.de/printausgabe/130-schuften-im-schlaraffenland-warum-ein-bedingungsloses-grundeinkommen-sinnvoll-und-moeglich-ist.html

    http://www.connection.de/artikel/politik-wirtschaft/bedingungsloses-grundeinkommen.html

Einen Kommentar schreiben

Sie müssen angemeldet sein, um kommentieren zu können.

Lesen Sie hierzu auch "Intern: Kommentieren nach Registrierung weiter möglich!"